“Ich pflege jeden“ - Einsatz in Nordmali

21.02.2013
Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Das Ärzte ohne Grenzen-Referenzkrankenhaus.

Toe Jackson ist seit zehn Monaten Koordinator des Hilfsprojekts in Timbuktu. In einer berührenden Fotoreportage erzählt er von den Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen und schildert Alltag und Probleme.

Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, 31.01.2013
1Mali 2013
Toe Jackson/MSF
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Toe Jackson, seit zehn Monaten Koordinator des Projekts in Timbuktu, berichtet von den Ärzte ohne Grenzen-Aktivitäten in Mali.
2Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Ich war auch während der Krise in Timbuktu. Die Lebensbedingungen waren schwierig. Keine öffentlichen Dienste, keine Banken…
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Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Das einzige Gebäude, das offen war, war das Spital.
4Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Als wir ankamen, haben wir uns bei den Behörden gemeldet. Sie sagten zu uns: „Gut, dass Sie da sind, gehen Sie ins Spital und übernehmen Sie alle Aktivitäten.“
5Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Aber das Spital funktionierte nicht wirklich: Der Großteil des medizinischen Personals war geflohen und diejenigen, die wir vor Ort angetroffen haben, waren Freiwillige.
6Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Es war nicht einfach Leute zu finden, die bereit waren, nach Timbuktu zurückzukehren. Sie hatten Angst, sie dachten, sie würden getötet werden…
7Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Nach und nach haben wir die Kontrolle über das ganze Spital übernommen.
8Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Die Zusammenarbeit mit den Behörden lief gut. Wir erklärten ihnen, was wir machen wollten, woran wir glaubten.
9Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Ich sagte zu ihnen: „Sie haben Ihr Gesetz, das ich respektieren werde, aber Sie respektieren im Gegenzug meine Prinzipien…
10Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Bei meinen Prinzipien geht es darum, dass ich die Religion und meine Arbeit nicht vermische. Mein Bereich ist die Pflege. Und ich pflege jeden. Auch Sie pflege ich, wenn Sie ins Spital kommen.“
11Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Und das respektierten sie. Wir waren transparent. Alles, was wir machen wollten, machten wir auf transparente Weise. Und so wurden wir akzeptiert.
12Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Wir hatten regelmäßig Sitzungen mit den Behörden. Einmal rief ich den Chef an und sagte ihm: „Wenn Sie das Spital mit Ihren Waffen betreten, machen Sie den Patienten Angst…
13Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Viele Patienten, die draußen warten, werden sich nicht bei uns behandeln lassen, wenn sie Sie mit Ihren Waffen sehen. Nehmt sie deswegen nicht mit.“
14Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Das haben Sie mir zugesichert, und beim nächsten Mal ließen sie ihre Waffen beim Eingang.
15Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, 31.01.2013: Die Region ist sehr weitläufig, wüstenartig, ein schwieriges Gebiet.
16Mali 2013
Toe Jackson/MSF All uses
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Wir mussten hart arbeiten. Wir erwarteten, dass wir viele Kriegsverletzte haben würden. Im Jänner waren es etwa dreißig.
17Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Aber wir hatten viel mehr Geburten und Kaiserschnitte, behandelten viele Patienten mit Malaria oder chronischen Krankheiten, was nicht direkt mit dem Krieg zu tun hatte.
18Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Diese Krankheiten wurden chronisch, da sich die Leute nirgendwo mehr behandeln lassen konnten.
19Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: In einer schwierigen Situation kann man einem Patienten nicht einfach sagen, „wir behandeln nur Notfälle, du musst wieder gehen”. Wir können nicht in einem Spital tätig sein und Menschen, die leiden, nicht behandeln. Wir müssen ihnen helfen.
20Mali 2013
Trevor Snapp
Timbuktu, Mali, 31.01.2013: Seit Jänner 2013 haben unsere Teams in Timbuktu 12.000 medizinische Untersuchungen vorgenommen und 160 Geburten begleitet. Im Jahr zuvor waren 1.600 Patienten im Spital aufgenommen und 400 chirurgische Eingriffe durchgeführt worden.