Guinea

Impfkampagne gegen Masern in Guinea

Conakry/Wien, 10. Februar 2014. Die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) hat am 8. Februar eine Impfkampagne gegen Masern gestartet. Damit soll der Krankheitsausbruch, der von der Regierung am 14. Januar zur Epidemie erklärt wurde, eingedämmt werden. Bisher sind bereits 1.105 Verdachtsfälle registriert worden, wovon 68 bestätigt wurden – eine rasche Zunahme der Ansteckungen ist zu befürchten.

„Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt und können sich wie ein Lauffeuer verbreiten“, erklärt Corinne Benazech, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen in Conakry, der Hauptstadt Guineas. „Kinder sind am stärksten davon betroffen. Die Krankheit kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Deshalb müssen wir sofort handeln, um eine Katastrophe wie im Jahr 2009 zu vermeiden, bei der zehn Kinder starben.“

32 Teams in drei Bezirken

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium hat Ärzte ohne Grenzen 32 Teams in die Bezirke Matam, Matoto und Ratoma in Conakry geschickt. Dort werden sich die Teams an strategisch günstigen Orten platzieren – in Gemeinschaftsräumen, Wohnhäusern oder auf öffentlichen Plätzen – und innerhalb von drei Wochen 394.000 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zehn Jahren impfen. Insgesamt werden 400 MitarbeiterInnen von Ärzte ohne Grenzen und des Gesundheitsministeriums bei dieser Notaktion, die beträchtlichen logistischen Aufwand erfordert, beteiligt sein. Die Impfung ist für die Menschen kostenlos.

Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass im Laufe dieser Epidemie bei etwa fünfzig bereits angesteckten Kindern schwere Komplikationen auftreten könnten, die möglicherweise tödlich verlaufen. Die Organisation wird deshalb gezielt Gesundheitseinrichtungen unterstützen, insbesondere bei der Betreuung von Kindern mit Masern.

Komplikationen können für Kinder tödlich sein

„Masern und ihre Komplikationen können tödlich sein“, bestätigt Gemma Dominguez, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Conakry. „Es ist deshalb sehr wichtig, alle Kinder zu impfen, damit sie jetzt und für die nächsten zehn Jahre geschützt sind.“

Eigentlich können Masern mit einer wirksamen Impfung vermieden werden, die allen Kindern ab neun Monaten routinemäßig verabreicht werden sollte. Landesweit haben jedoch nur 37 Prozent der Kinder die zwei Impfdosen erhalten, die es zum Schutz benötigt. Selbst in Conakry ist die Durchimpfungsrate ungenügend – nur 80 Prozent der Bevölkerung ist geimpft.

Dank einer kostenlosen Diagnosestellung können kranke Kinder ausfindig gemacht und anschließend behandelt werden. „Kinder mit Symptomen wie hohes Fieber müssen von einem Arzt untersucht werden. Das kann ihnen das Leben retten“, betont Dr. Daloka Delamou, medizinischer Koordinator von Ärzte ohne Grenzen . Auch die Betreuung im Fall von Komplikationen kostet nichts.

Die guineische Regierung hatte zuvor gemeldet, dass ihre Impfstoffvorräte am 15. Februar aufgebraucht sein würden und bat deshalb Ärzte ohne Grenzen um Unterstützung bei der Notfall-Impfkampagne in den drei betroffenen Bezirken.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 25 Jahren in Guinea tätig. Neben regulären Projekten zur Behandlung von HIV-positiven Menschen unterstützt die Organisation regelmäßig die guineische Regierung bei der Bekämpfung von Epidemien.

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