Indien

Indien: Ärzte ohne Grenzen leistet Nothilfe nach verheerender Springflut im Bundesstaat Jammu und Kaschmir

Ärzte ohne Grenzen versorgt Menschen in den am schlimmsten betroffenen Dörfern in und um die Stadt Leh mit dringend benötigter medizinischer und humanitärer Hilfe. Dazu zählt die Verteilung von Hilfsgütern und Hygienekits bestehend aus Decken, Seife, Kanister, etwas Kleidung, Kochgeräten und Planen an 2.000 besonders verwundbare Familien.

„Trotz der schwierigen Bedingungen konnten wir mit der Verteilung der Hilfsgüter an jene, die die Hilfe am dringendsten brauchen, beginnen“, sagt Dr. Teshome Ashagere Adebabai, Leiter des Hilfsteams von Ärzte ohne Grenzen in Leh. „Das ist nun das Wichtigste. Gleichzeitig ermitteln wir den Bedarf an medizinischer Hilfe und werden so bald wie möglich auch damit beginnen.“

Ärzte ohne Grenzen koordiniert den Hilfseinsatz mit der Hilfsorganisation „Save the Children“ und örtlichen Organisationen in Leh. Auch im ebenfalls von Überflutungen betroffenen Distrikt Kargil wird Ärzte ohne Grenzen Hilfsgüter an bedürftige Familien verteilen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt so das Katastrophenmanagement der staatlichen Behörden.

Die Springflut in Leh hat schlimme Verwüstungen angerichtet. Zahlreiche Häuser sind weggeschwemmt worden. Geschätzte 25.000 Menschen sind betroffen, 150 Todesopfer sind zu beklagen und hunderte Menschen sind vermisst.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2001 im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Zusätzlich zu medizinischer Hilfe im Bereich der Basisgesundheitsversorgung betreibt Ärzte ohne Grenzen hier ein psychologisches Hilfsprogramm für die traumatisierte Bevölkerung von der seit mehr als zwanzig Jahren herrschenden Gewalt. Im Jahr 2009 wurden im Zuge dieses Programms ca.  5.800 Menschen behandelt. Ärzte ohne Grenzen unterstützt weiters sieben Kliniken im Distrikt Kupwara und führte dort im vergangenen Jahr mehr als 20.500 Konsultationen durch. Derzeit leistet Ärzte ohne Grenzen außerdem im Krankenhaus von Srinagar Hilfe in der Traumabewältigung für Opfer der jüngsten Gewalt im Kashmir-Tal. In den vergangenen Jahren hat Ärzte ohne Grenzen nach verschiedenen Naturkatastrophen und Epidemien Noteinsätze in Indien durchgeführt.

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