Liberia

Interaktive Online-Schulung über Ebola

Ärzte ohne Grenzen hat einen interaktiven Kurs zum Thema Ebola online gestellt – ein „E-Briefing“ für sämtliche Akteure der humanitären Hilfe, die sich im Kampf gegen die Ebola-Epidemie engagieren. Die Plattform ecampus.msf.org  ermöglicht interessierten Personen, sich Grundkenntnisse über diese Form des hämorrhagischen Fiebers und die Mittel zur Eindämmung der Krankheit anzueignen. 

Seit Ausbruch der Epidemie im März dieses Jahres sind bereits mehr als 700 internationale Freiwillige von Ärzte ohne Grenzen nach Westafrika gereist, um sich im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus einzusetzen. Fast 3.000 weitere Einsatzkräfte wurden lokal rekrutiert und ausgebildet. Die Organisation spielt auf medizinischer und operativer Ebene seit Beginn des Ausbruchs eine zentrale Rolle im Umgang mit dieser Epidemie, indem sie ihr Know-how und ihre Erfahrungen weitergibt, bei der Entwicklung von Strategien zur Eindämmung der Epidemie mitarbeitet und andere Hilfsakteure auffordert, ihre Hilfsaktivitäten aufzustocken.

„Im Laufe der letzten zehn Jahre hingen die Einsätze von Ärzte ohne Grenzen bei Ebola-Ausbrüchen jeweils von einer kleinen Gruppe ab, die über die spezifischen Kompetenzen verfügte, um unter den erforderlichen strikten Sicherheitsvorkehrungen zu arbeiten“, erklärt Philippe Ruscassier, Verantwortlicher der Ausbildung. „Das Know-how des gesamten Personals, von den Ärzten bis zu den Hygieneexperten, ist entscheidend, um die Risiken, die beim Umgang mit einer hochansteckenden Krankheit vorhanden sind, zu minimieren. Wir wollten dieses Wissen weitergeben und mit anderen Hilfsorganisationen oder interessierten Personen teilen.“

Personelle Engpässe

Aufgrund der geografischen Verteilung der Fälle, die ständig den Bau von neuen Behandlungszentren erforderte, war Ärzte ohne Grenzen schon zu Beginn des Hilfseinsatzes mit personellen Engpässen konfrontiert.

Ab August wurden in Brüssel zusätzlich zu den regulären Briefings mehrtägige theoretische und praktische Schulungen durchgeführt, um die internationalen Helfer und Helferinnen bestmöglich auf ihre Arbeit vorzubereiten. Über 400 Personen konnten bereits von einer der zehn durchgeführten Veranstaltungen profitieren. Der Erfolg brachte Ärzte ohne Grenzen dazu, die Zahl dieser Ausbildungen zu erhöhen, um sie auch anderen Akteuren zugänglich zu machen. Ein ähnlicher Kurs wird daher in Amsterdam angeboten, wo in den kommenden Monaten rund zwanzig Termine geplant sind. In Genf schloss sich Ärzte ohne Grenzen der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften an, die ebenfalls solche Schulungen anbietet.

Ausführliche Informationen für alle

Auch vor Ort besuchen die einheimischen Teams sowie Mitarbeitende des Gesundheitsministeriums, die Kontakt mit Ebola-Erkrankten haben, eine mehrtägige Ausbildung. Diese informiert die Teilnehmenden über die Krankheit, die Übertragungswege sowie die Richtlinien, die einzuhalten sind, um beim Umgang mit den Kranken kein Risiko einzugehen.

Damit alle, die sich im Kampf gegen die Ebola-Epidemie engagieren wollen, sämtliche zur Verfügung stehende Informationen über Ebola haben, bieten wir nun Ärzten, Pflegefachleuten, Psychologen sowie in der Sensibilisierung tätigem Personal aller Hilfsorganisationen einen interaktiven Kurs zum Thema Ebola an. Das Ziel dieses E-Briefings ist es, den Teilnehmenden klare Informationen über die Krankheit, die Übertragungswege und die Komplexität der Betreuung zu liefern.

Dringend mehr geschultes Personal benötigt

"Die beste Strategie um zu verhindern, dass sich das Virus auch ausserhalb von Westafrika ausbreitet, ist die Bekämpfung der Krankheit vor Ort“, erklärt Dr. Joanne Liu, internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen. „Wir wissen, dass vor Ort die größten Schwierigkeiten darin bestehen, genügend Personal zur Verfügung zu haben, das im Umgang mit einer hochansteckenden Krankheit ausgebildet ist. Um mehr Kranke behandeln zu können, ist es dringend nötig, dass mehr Personal sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene geschult wird.“

Das E-Briefing ist für alle Interessierten auf Englisch unter folgendem Link abrufbar (weder Login noch Passwort nötig):  ecampus.msf.org

Ärzte ohne Grenzen betreibt sechs Ebola-Behandlungszentren in den Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone, mit einer Gesamtkapazität von 600 Betten in den Isolationsstationen. Seit Ausbruch der Epidemie wurden mehr als 5.600 Patienten und Patientinnen in diese Zentren aufgenommen, wovon bei 3.500 Personen Ebola bestätigt wurde. Mehr als 1.400 Menschen haben überlebt. Insgesamt sind seit Beginn des Einsatzes von Ärzte ohne Grenzen im März über 1.107 Tonnen Material in die betroffenen Gebiete entsandt worden.

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