Internationale Aids-Konferenz 2012

Noch immer erhält fast die Hälfte derjenigen, die Medikamente zum Überleben brauchen, keine Therapie. Die Behandlungskapazitäten und die finanziellen Mittel müssen massiv aufgestockt werden.

Am 22. Juli beginnt in Washington die 19. Internationale Aids-Konferenz. Das Aids-Programm der Vereinten Nationen, UNAIDS, hat Zahlen vorgelegt, wonach im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Menschen mehr als bisher eine antiretrovirale Therapie erhielten. Ärzte ohne Grenzen warnt im Vorfeld der Konferenz dennoch vor zu viel Optimismus.

„Diese Zahl dokumentiert zwar einen Fortschritt, doch dieser ändert wenig an der weiterhin dramatischen Lage", sagt Oliver Moldenhauer von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. „Zum einen warten mit sieben Millionen Menschen noch immer fast die Hälfte derjenigen, die Medikamente zum Überleben brauchen, auf die lebenswichtige Therapie. Die Geschwindigkeit mit der die Behandlung ausgebaut wird und die finanziellen Mittel müssen verdoppelt werden. Zum anderen sind gerade die neueren HIV/Aids-Präparate oft nur zu hohen Preisen erhältlich, weil viele Medikamente noch unter Patentschutz stehen und damit keine kostensenkende Konkurrenz von Generikaherstellern existiert. Gleichzeitig sieht sich Indien als wichtiges Exportland bezahlbarer HIV/Aids-Medikamente zunehmend juristischer und politischer Angriffe ausgesetzt, beispielsweise durch das Freihandelsabkommen mit der EU und die Klage des Schweizer Pharmakonzern Novartis. Heute wissen wir: Behandlung ist auch Prävention. Menschen, die antiretrovirale Medikamente einnehmen sind deutlich weniger ansteckend. Jede Behandlung heute ist deshalb auch eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Mit entschlossenem und gemeinsamen Handeln aller beteiligten Akteure könnten wir die Epidemie in den Griff bekommen.“

Vom 22. bis zum 27. Juli 2012 findet in Washington D.C., USA die XIX. Internationale Aidskonferenz 2012 statt. Das Motto der Konferenz lautet "Turning the Tide Together".

Informationen zur Konferenz finden Sie hier

Infos zur Konferenz auf der Seite der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen

Informationen zum Thema HIV/Aids

Interview „Ich möchte jenen eine Stimme geben, die keine haben“

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