Italien

Seenotrettung: Stellungnahme zu kolportierten Vorwürfen gegen Ärzte ohne Grenzen

Wien, am 6. August 2017 – In Bezug auf derzeit von Medien kolportierten Berichten stellt Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) klar, dass die internationale Hilfsorganisation nicht von der Staatsanwaltschaft im sizilianischen Trapani über Vorwürfe informiert worden ist.
 
Die derzeitigen Medienberichte ähneln Vorwürfen und Gerüchten, über die vor mehreren Monaten berichtet wurden. Ärzte ohne Grenzen hat die Seenotrettung seither in voller Zusammenarbeit mit allen relevanten italienischen Behörden fortgeführt, wobei es von offizieller Seite weder Andeutungen gab, dass Ärzte ohne Grenzen etwas falsch mache, noch verlangt wurde, dass wir unsere Vorgehensweise bei Rettungseinsätzen ändern.
 
Es ist beunruhigend, über die Medien von angeblichen Vorwürfen gegenüber unserer Organisation zu erfahren. Ärzte ohne Grenzen respektiert alle italienischen Gesetze und wir wiederholen unsere volle Bereitschaft, den Behörden jederzeit Auskunft über unsere Such- und Rettungseinsätze zu geben. 
 
Ärzte ohne Grenzen betont erneut, dass die Rettungseinsätze der Hilfsorganisation im Mittelmeer völlig transparent sind und in Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht sowie in strikter Koordination mit den zuständigen Behörden stattfinden – konkret mit der Leitstelle für die Koordination der Seenotrettung in Rom (MRCC – Maritime Rescue Coordination Centre).
 
Als eine der weltweit größten humanitären Hilfsorganisationen mit Hilfseinsätzen in rund 70 Ländern sind wir stolz auf unseren Rettungseinsatz im Mittelmeer, dessen einziges Ziel es ist, akut bedrohtes Leben zu retten. 
 
Ärzte ohne Grenzen hat in diesem Jahr mehr als 18.000 Menschen in Seenot unterstützt. Alle Rettungseinsätze werden von der italienischen Küstenwache koordiniert.

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