Jahresrückblick 2009 in Bildern

18.12.2009
compilation2009

Krieg in Gaza, Cholera in Simbabwe, ein schweres Erdbeben auf Sumatra...: Eine Rückschau auf einige herausragende Hilfseinsätze des Jahres 2009 in 12 Bildern.

Ernährungszentrum im Südwesten der Zentralafrikanischen Republik
Jaume Codina
Zentralafrikanische Republik, 09.09.2009: Der Südwesten der Zentralafrikanischen Republik ist derzeit von einer schweren Nahrungsmittelkrise betroffen. Ärzte ohne Grenzen hat im vergangenen Monat vier Ernährungszentren in Carnot, Boda, Nola und Gamboula eröffnet und eine Reihe von ambulanten Behandlungsprogrammen gestartet. Erste Erhebungen ergaben in manchen Gebieten Unterernährungsraten von bis zu 7 Prozent. In den letzten sechs Wochen wurden mehr als 1.300 Kinder in die Ernährungsprogramme von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik aufgenommen.
Temporäres Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der Nähe von Manic Farm
Anne Yzebe
Sri Lanka, 29.05.2009: Temporäres Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in der Nähe von Manic Farm.
April | Meningitis-Epidemie in Westafrika
Olivier Asselin
16.04.2009: April | Meningitis-Epidemie in Westafrika Im so genannten „Meningitis-Gürtel“ im südlichen Afrika bricht in der ersten Jahreshälfte die schwerste Meningitisepidemie seit Jahren aus. Ärzte ohne Grenzen behandelt zahlreiche Infizierte und führt die größte Impfkampagne in der Geschichte der Organisation durch und impft mehr als sieben Millionen Menschen gegen die unbehandelt häufig tödlich verlaufende Krankheit.
Jänner | Krieg in Gaza
Bruno Stevensn
Palästinensische Gebiete, 26.01.2009: Jänner | Krieg in Gaza Bei heftigen Kämpfen im Zuge der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen werden Ende 2008/Anfang 2009 Hunderte Menschen getötet und über 5.000 verletzt. Während zunächst nur wenige internationale Einsatzkräfte nach Gaza einreisen können, versorgen lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen während der Kampfhandlungen Bedürftige in ihren Wohnvierteln. Ein chirurgisches Team trifft am 17. Jänner in Gaza ein und operiert in einem schnell errichteten, aufblasbaren Krankenhaus. Später konzentrieren sich die Teams von Ärzte ohne Grenzen auf post-operative Behandlung und psychologische Hilfe.
Februar | Humanitäre Krise in Simbabwe verschlimmert sich weiter
MSF
Simbabwe, 19.01.2009: Februar | Humanitäre Krise in Simbabwe verschlimmert sich weiter Im Zuge eines verheerenden Cholera-Ausbruchs in Simbabwe behandelt Ärzte ohne Grenzen zwischen August 2008 und Februar 2009 Zehntausende Patienten. Der Cholera-Ausbruch ist jedoch nur ein Ausdruck des insgesamt katastrophalen Zustands des Gesundheitssystems des Landes: Infolge der politischen Krise und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Zusammenbruch ist die Infrastruktur kollabiert. Die Menschen in Simbabwe leiden unter Lebensmittelengpässen, der weiten Verbreitung von HIV/Aids, sowie häufigenVertreibungen. Im Februar 2009 veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen einen Bericht, der die dramatische Situation in dem Land beschreibt.
Mai | Hilfe für Tausende Vertriebene in Pakistan
Malin Lager
Pakistan, 04.05.2009: Mai | Hilfe für Tausende Vertriebene in Pakistan Der Konflikt zwischen der pakistanischen Armee und den Taliban in den Regionen Lower Dir, Buner und Swat intensiviert sich. Die Zahl der Vertriebenen steigt täglich an. Ärzte ohne Grenzen leistet Hilfe in Vertriebenenlagern. In einer Region, in der westliche Mächte, die in die Aufstandsbekämpfung involviert sind, gleichzeitig Hauptgeldgeber sind, wird humanitäre Hilfe in hohem Maße mit politischen Zielen vermischt. Ärzte ohne Grenzen distanziert sich gänzlich von dieser Strategie. Die Mitarbeiter unterstreichen immer wieder, dass Ärzte ohne Grenzen eine private medizinische Organisation ist, unabhängig von politischen, religiösen und wirtschaftlichen Interessen. Die Hilfsprogramme werden ausschließlich durch private Spenden finanziert.
Juni | Katastrophale Situation von Flüchtlingen aus Simbabwe in Südafrika
Austin Andrews
02.03.2009: Juni | Katastrophale Situation von Flüchtlingen aus Simbabwe in Südafrika Anfang Juni veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen den Bericht „Kein Asyl, keine Beachtung: Medizinische und humanitäre Bedürfnisse von Simbabwern in Südafrika" und warnt darin, dass das Leben Tausender simbabwischer Flüchtlinge in Südafrika von Gewalt, sexuellem Missbrauch, inakzeptablen Lebensbedingungen und mangelndem Zugang zu medizinischer Hilfe bestimmt wird. Grundlage des Berichts sind die Erfahrungen von Patienten der Hilfsprogramme von Ärzte ohne Grenzen für Flüchtlinge aus Simbabwe in dem Grenzort Musina und in Johannesburg.
2009 in Bildern - Fotoslideshow
09.12.2009
März | Rauswurf von Ärzte ohne Grenzen-Teams aus Darfur hinterlässt Vakuum
MSF
Sudan, 07.08.2008: März | Rauswurf von Ärzte ohne Grenzen-Teams aus Darfur hinterlässt Vakuum Anfang März verlangen die sudanesischen Behörden die sofortige Ausweisung zweier Sektionen von Ärzte ohne Grenzen. Ärzte ohne Grenzen ist entsetzt über diesen Beschluss. Humanitäre Hilfe ist für die Bevölkerung vielfach lebensnotwendig. Die in Darfur verbleibenden Sektionen von Ärzte ohne Grenzen versuchen ihr Bestes, die medizinische Hilfe in den Gebieten, in denen sie arbeiten, aufrecht zu erhalten. Angesicht des Ausmaßes der Bedürfnisse in der gesamten Region Darfur ist das jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Juli | Jemen: Hilfe unter schwierigen Bedingungen
Christina Jung
Jemen, 15.02.2009: Juli | Jemen: Hilfe unter schwierigen Bedingungen Die Bevölkerung des Gouvernorats Saada im Norden Jemens wird seit 2004 von einem Konflikt zwischen Regierungstruppen und der Al Houthi-Gruppe geplagt. Mitte 2009 kommt es zu einer erneuten Eskalation mit heftigen Kämpfen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt mehrere Gesundheitseinrichtungen in der Region und leistet Hilfe für Menschen, die durch den Konflikt vertrieben wurden. Ärzte ohne Grenzen appelliert wiederholt an die kriegführenden Parteien, die Sicherheit der medizinischen Einrichtungen und den Zugang für die Bevölkerung zu Gesundheitsversorgung zu garantieren.
November | Lampedusa: Ärzte ohne Patienten
Christian Sinibaldi
Italien, 11.12.2009: November | Lampedusa: Ärzte ohne Patienten Die neue italienische Regierungspolitik, dem Zustrom der auf Lampedusa ankommenden Migranten und Flüchtlinge Einhalt zu gebieten, hat zu einem deutlichen Rückgang von Schutzsuchenden auf der Mittelmeerinsel geführt. Infolgedessen stellt Ärzte ohne Grenzen die Arbeit auf Lampedusa ein, ist jedoch extrem besorgt um das Schicksal der Menschen, die von ihrer Landung in Lampedusa abgehalten werden. Ärzte ohne Grenzen leistet weiterhin humanitäre Hilfe für ungeschützten Migranten und Flüchtlinge auf dem italienischen Festland wie auch in anderen Mittelmeerstaaten wie beispielsweise Malta, Griechenland und Marokko.
Dezember | Internationaler Patentpool eingerichtet
11.12.2009: Dezember | Internationaler Patentpool eingerichtet Am 14. Dezember 2009 entscheidet der Verwaltungsrat von UNITAID, dass ein internationaler Patentpool für HIV/Aids-Medikamente eingerichtet wird. Dieser Schritt kann die Situation von Hunderttausenden Menschen mit HIV/Aids in armen Ländern grundlegend verbessern. Damit zeigt eine über mehrere Wochen laufende E-Mail-Kampagne von Ärzte ohne Grenzen Wirkung, im Rahmen derer weltweit rund 300.000 E-Mails an die Leiter von Pharmafirmen geschickt wurden um diese aufzufordern, einen solchen „Pool“ mit zu tragen. Wir bedanken uns bei allen Unterstützern und Unterstützerinnen!
Oktober | Naturkatastrophen in Südostasien und im Südpazifik
Juan-Carlos Tomasin
09.10.2009: Oktober | Naturkatastrophen in Südostasien und im Südpazifik In Südostasien und im Südpazifik ereignen sich innerhalb kurzer Zeit mehrere schwere Naturkatastrophen: Ein Erdbeben der Stärke 7.6 erschüttert am 30. September die Umgebung der Stadt Padang an der Westküste der indonesischen Insel Sumatra, mehrere Tropenstürme verwüsten Teile der Philippinen und die Insel Samoa wird von einem Erdbeben mit darauf folgendem Tsunami getroffen.Hilfsteams von Ärzte ohne Grenzen leisten an zahlreichen Einsatzorten medizinische Nothilfe, verteilen Hilfsgüter und stehen Überlebenden mit psychologischen Hilfsprogrammen zur Seite.