Demokratische Republik Kongo

Kämpfe in Katanga – Ärzte ohne Grenzen musste medizinische Hilfe vorübergehend aussetzen

Nach Kämpfen in der Provinz Katanga ist in der vergangenen Woche die gesamte Bevölkerung aus dem Dorf Shamwana geflohen. Am vergangenen Donnerstag evakuierte auch Ärzte ohne Grenzen die Mitarbeiter aus Shamwana. Am Samstag kehrte das Team zurück und nahm die medizinische Hilfe für die Bevölkerung wieder auf. 

„Seit fast sechs Jahren hat es in Shamwana keine Kämpfe mehr gegeben“, erklärt Katrien Coppens, die Programmverantwortliche für die Demokratische Republik Kongo. „Wir waren überrascht, als wir von den Kämpfen zwischen der Rebellengruppe der Mai-Mai und den Regierungstruppen in der Gegend um Shamwana hörten. Die Gegend war bisher sicher. Die Bevölkerung ist geflohen, sogar unsere kranken Patienten sind aufgestanden und weggelaufen. Umso besorgter sind wir nun über ihr Schicksal.“

Das Team kehrte in ein fast komplett verlassenes Dorf zurück. Obwohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die medizinische Hilfe wieder aufgenommen haben, ist Ärzte ohne Grenzen besorgt über die verschlechterte Sicherheitslage in der Region, die die medizinische Versorgung der Bevölkerung behindert.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Mai 2006 in Shamwana und leistet medizinische Hilfe für die Bevölkerung in den Regionen Kiambi, Mitwaba und Kilwa. Die Teams bieten eine Basisgesundheitsversorgung an, behandeln Malaria-, Tuberkulose- und HIV/Aids-Patienten sowie mangelernährte Kinder, begleiten Geburten, operieren Patienten und leisten psychologische Hilfe. Seit fünf Jahren betreibt die Organisation zudem zwei medizinische Einrichtungen zur Behandlung von Geburtsfisteln, in denen speziell ausgebildete Chirurgen hunderte Frauen operiert haben.

Im Jahr 2011 hat Ärzte ohne Grenzen in Katanga mehr als 67.000 Konsultationen vorgenommen, 1.223 Geburten begleitet, fast 25.000 Malaria- und 13.746 Masernpatienten behandelt sowie beinahe 600.000 Kinder gegen Masern geimpft. Die Organisation arbeitet seit 1981 in der Demokratischen Republik Kongo.

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