Sambia

Kampf gegen den schwersten Cholera-Ausbruch in Sambia seit Jahren

In Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, kämpft Ärzte ohne Grenzen gegen den schwersten Cholera-Ausbruch in diesem Land seit vielen Jahren. In den letzten fünf Wochen gab es einen dramatischen Anstieg auf über 4.500 Cholera-Fälle; mehr als 120 Menschen sind bereits seit Beginn des aktuellen Ausbruchs an der Krankheit gestorben. Man hatte gehofft, dass der diesjährige Ausbruch der Krankheit bereits in der vergangenen Woche seinen Höhepunkt erreicht hätte und die Anzahl von Cholera-Fällen nun zurückgehen würde, aber starke Regenfälle, die weiterhin zu schweren Überflutungen in der Stadt führen, könnten die Situation in den kommenden Wochen noch verschlimmern.

Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiten rund um die Uhr, um Cholera-Patienten zu behandeln und der Epidemie Einhalt zu gebieten. Ärzte ohne Grenzen richtete drei Cholera-Behandlungszentren in Matero, Chawama und Kanyama ein, wo 567 Betten zur Verfügung stehen. Seit 4. März haben die Teams gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium 4.020 Patienten in den drei Behandlungszentren betreut. „In der vergangenen Woche erreichte der Cholera-Ausbruch mit insgesamt 1.054 bestätigten Krankheitsfällen seinen Höhepunkt.  Diese Zahl von Krankheitsfällen ist bei weitem die höchste seit zehn Jahren“, sagt Luke Arend, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Sambia.  „Wegen der Schwere dieses Cholera-Ausbruchs verstärken wir unseren Einsatz in enger Zusammenarbeit mit Sambias Gesundheitsministerium.“

Ärzte ohne Grenzen behandelt Cholera-Patienten, arbeitet aber auch intensiv daran, die weitere Ausbreitung der Epidemie in den am stärksten betroffenen Stadtteilen aufzuhalten. Experten für Wasser und Hygiene stellen täglich in den betroffenen Vierteln von Lusaka mehr als 500.000 Liter gechlortes Wasser zur Verfügung und ein Team von fast 50 Gesundheitsberatern desinfiziert Tag für Tag die Häuser von Cholera-Patienten, bringt den Menschen Chlor, damit sie ihr Wasser behandeln können, und informiert sie darüber, wie sie eine Ansteckung vermeiden können. Ärzte ohne Grenzen stellte auch ein Team zusammen, das an Entwässerungsgräben arbeitet, so dass in den am schlimmsten betroffenen Stadtteilen das Hochwasser zurückgeht. Mehr als 100 Freiwillige gehen in die Gemeinden, um dort, unterstützt auch von einer Theatergruppe, die Menschen darüber zu informieren, wie sie die Ausbreitung der Krankheit verhindern können.  Ärzte ohne Grenzen produzierte auch einen Fernseh-Spot zu diesem Thema, der im nationalen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Cholera ist in Sambia endemisch.  In den vergangenen Jahren gab es in Lusaka während der Regenzeit immer wieder Cholera-Ausbrüche.  Mangelnde Abwasserinfrastruktur, mangelnder Zugang zu sauberem Wasser und schlechte Hygienebedingungen sind die Hauptursachen für das wiederholte Auftreten und die Schwere der Krankheitsausbrüche.  „Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Lusakas lebt unter Bedingungen, die sie äußerst anfällig für Cholera machen. Sie haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, sie haben keine Entwässerung und keine guten Sanitäreinrichtungen.  Ganz klar: die Behörden müssen rasch viel mehr tun, um auf Cholera-Ausbrüche besser vorbereitet zu sein und um zu verhindern, dass Jahr für Jahr so viele Menschen sinnlos sterben. Es ist auch notwendig, dass die Politik in diesen ungeplanten Stadtrandsiedlungen Lusakas langfristig in die Infrastruktur für Entwässerung, Hygiene und Trinkwasserversorgung investiert, damit die Hauptstadt von dieser tödlichen Cholera-Epidemie befreit wird. Viel zu lange wurden diese grundlegenden kommunalen Dienste vernachlässigt“, sagt Luke Arend.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1999 in Sambia aktiv. In diesem Cholera-Noteinsatz arbeiten in Lusaka 17 internationale Mitarbeiter zusammen mit mehr als 500 sambischen Kollegen.

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