Somalia

Kismayo, Somalia: „Heute ist das Kind völlig anders als am Tag, an dem es eingeliefert wurde“

Khalif ist vier Jahre alt. Seit gut zwei Wochen ist er im therapeutischen Ernährungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Kismayo im Süden Somalias in stationärer Behandlung. Abshiro Gedi, seine Mutter, erzählt uns seine bemerkenswerte Geschichte.

Khalifs Familie lebt im Dorf Mayondo, ungefähr 60 Kilometer nördlich von Kismayo. Die Gegend ist stark von der andauernden Krise in Somalia betroffen. Zwei von Khalifs Brüdern starben kürzlich an den Folgen einer Masern-Erkrankung. Auch Khalif und seine Schwester litten an derselben Krankheit. Ein Bruder von Abshiro, der in Kismayo lebt, erfuhr von den schlechten Nachrichten über den Tod und die Krankheit seiner Neffen und Nichten. Er eilte nach Mayando, um die beiden kranken Kinder zum therapeutischen Ernährungszentrum von Ärzte ohne Grenzen für unterernährte Kinder in Kismayo zu bringen.

Schwere Unterernährung

Dort angekommen wurde Khalif aufgenommen, da er Anzeichen schwerer Unterernährung hatte. „Heute ist das Kind völlig anders als am Tag, an dem es eingeliefert wurde“, erklärt Abdirasak Sheikh Abdiwahab, Projektkoordinator-Assisstent von Ärzte ohne Grenzen im Zentrum von Kismayo für unterernährte Kinder. „In vielen Fällen, nicht nur bei Khalif, tritt schnell eine Besserung ein. Deshalb ist es ein gutes Beispiel um die Bedingungen zu zeigen, die die Menschen hier antreffen.“

Eröffnung des therapeutischen Ernährungszentrums

Angesichts der aktuellen und nach wie vor andauernden humanitären Krise in Somalia, die die südlichen Regionen am stärksten trifft, eröffnete Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Kismayo ein therapeutisches Ernährungszentrum für Kinder unter fünf Jahre. Die Organisation will damit die Unterernährung und Sterblichkeit bei Kindern in der Stadt und in der Umgebung eindämmen. Für Kinder in diesem Alter ist das Risiko am größten, an Unterernährung zu sterben. Seit der Eröffnung des Zentrums im November 2011 hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 300 Kinder behandelt. Durchschnittlich sind je 50 Kinder gleichzeitig in Behandlung.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1991 in Somalia aktiv. Zurzeit leistet die Organisation kostenlose medizinische Versorgung in acht Regionen. Über 1.400 somalische Angestellte, unterstützt von zirka 100 Angestellten in Nairobi, leisten kostenlose medizinische Grundversorgung und führen chirurgische Eingriffe sowie Behandlungen bei Unterernährung durch. Darüber hinaus unterstützen sie Vertriebene durch Gesundheitsversorgung, mit Wasser und mit der Verteilung von Hilfsgütern an neun Orten in Süd- und Zentral-Somalia. Ärzte ohne Grenzen leistet auch medizinische Versorgung für Flüchtlinge aus Somalia in Kenia und Äthiopien.

Weitere Informationen finden Sie  hier!

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