Libyen: Ärzte ohne Grenzen unterstützt medizinische Einrichtungen in Bengasi und stockt Teams auf

Vergangenen Freitag konnte das erste Team von Ärzte ohne Grenzen die Grenze zwischen Ägypten und Libyen passieren und erreichte die Stadt Bengasi. In den vergangenen drei Tagen hat das Team den medizinischen Bedarf in den Krankenhäusern Al-Jalaa, Al-Hawari, 7. Oktober und Benghazi Medical Center, die sich in Bengasi und Umgebung befinden, evaluiert.

Aus diesen Einrichtungen wurde berichtet, dass zwischen dem 17. und 21. Februar über 1.800 Verwundete eintrafen. Alle Einrichtungen sind gut ausgestattet und wurden mit der Versorgung der Verwundeten fertig. Allerdings droht dort ein Mangel an medizinischem Material und Medikamenten.

Das Team von Ärzte ohne Grenzen hat daher Lieferungen von medizinischem Material, einschließlich Verbands- und Nahtmaterial, Betäubungsmittel und externe Fixatoren, durchgeführt. Ärzte ohne Grenzen bereitet außerdem nationale Mitarbeiter auf den Umgang mit einer großen Anzahl von Verletzten für den Fall neuerlicher Zusammenstöße vor.

Insgesamt wurden acht Tonnen medizinisches Material, einschließlich Chirurgiematerial, nach Bengasi geliefert. Weitere 12 Tonnen Material sind auf dem Weg von Ägypten nach Libyen.

Tausende Migranten sind in den letzten Tagen nach Tunesien geflohen. ©Naoufel Dridi/MSF

Verstärkung des Einsatzteams

Das Team von Ärzte ohne Grenzen in Bengasi besteht aus acht Mitarbeitern, davon sind drei medizinisches Personal. Ein weiterer Orthopäde, ein Anästhesist und eine OP-Schwester kommen heute noch nach und werden gemeinsam mit ihnen den chirurgischen Bedarf von verletzten Patienten im Al-Jalaa-Krankenhaus untersuchen. Einige der Patienten, die sich derzeit in diesem 400-Betten-Traumazentrum befinden, benötigen voraussichtlich weitere chirurgische Eingriffe.

Im Westen ist ein Team an der (gesperrten) tunesisch-libyschen Grenze stationiert, das bereit ist, die Grenze mit medizinischem Material zu überschreiten, um Verletzten in Libyen zu helfen. Ein Lkw mit vier Tonnen medizinisch-chirurgischem Material ist über das Wochenende in Tunis angekommen und wird in Richtung Grenzübergang geschleust.

In den vergangenen Tagen sind Tausende Migranten nach Tunesien geflohen. Das Team von Ärzte ohne Grenzen in Tunesien evaluiert die Lage gemeinsam mit anderen Organisationen vor Ort, die mit dem enormen Ansturm an Menschen fertig werden müssen. Das Team steht bereit, um gegebenenfalls den medizinischen Bedarf von Menschen, die die Grenze überqueren, zu decken und wird in den kommenden Tagen noch aufgestockt.

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen