Myanmar

Myanmar: Ärzte ohne Grenzen startet in Teilen des Bundesstaats Rakhine erneut medizinische Hilfe

Zehntausende EinwohnerInnen des Bundesstaats Rakhine haben seit einigen Wochen wieder Zugang zu medizinischer Versorgung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Die Kliniken zur Basisgesundheitsversorgung haben den Betrieb nach neun Monaten am 17. Dezember wieder aufgenommen. Im Februar 2014 war die niederländischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen angewiesen worden, die medizinische Hilfe in Rakhine im Westen des Landes zu stoppen.

Die niederländische Sektion von Ärzte ohne Grenzen hatte seit 1992 in Rakhine Basisgesundheitsversorgung, Geburtshilfe und die Behandlung von HIV/Aids und Tuberkulose angeboten. Seit 2004 hatten die Teams dort mehr als 1,2 Millionen Malaria-PatientInnen behandelt. Die Hilfe orientierte sich ausschließlich an den medizinischen Bedürfnissen der einzelnen PatientInnen.

„Wir begrüßen die Fortschritte. Aber wir betonen, dass es mehr zu tun gibt. Ärzte ohne Grenzen ist dazu bereit", erklärt Martine Flokstra von Ärzte ohne Grenzen in Amsterdam. „Wir hoffen, dass die Gespräche mit den Behörden fortgesetzt werden können, damit die PatientInnen in Rakhine Zugang zu der Gesundheitsversorgung bekommen, die sie benötigen."

3.480 Sprechstunden seit Wiedereröffnung

Seit der Wiedereröffnung der Projekte haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen 3.480 Sprechstunden durchgeführt, darunter 550 für schwangere Frauen. Die PatientInnen litten besonders häufig an Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Viele haben chronische Erkrankungen. Sie waren meist schon vor Februar 2014 PatientInnen von Ärzte ohne Grenzen gewesen, konnten von der Organisation nach der Suspendierung der Projekte aber nicht weiter behandelt werden.

Trotz der Anweisung, die Aktivitäten in Rakhine einzustellen, hat die niederländische Sektion von Ärzte ohne Grenzen seit Juli 2014 den Gesundheitsbehörden in Rakhine Medizin und Personal bereitgestellt, um mobile medizinische Teams in den Städten Sittwe und Pauktaw zu unterstützen. Auch die Versorgung von HIV-PatientInnen in den Städten Maungdaw und Buthidaung konnte fortgesetzt werden. In anderen Teilen von Myanmar konnte die niederländische Sektion von Ärzte ohne Grenzen die medizinische Versorgung von PatientInnen mit HIV/Aids und Tuberkulose ohne Unterbrechung fortsetzen.

Neben der niederländischen Sektion hat auch die Schweizer Sektion von Ärzte ohne Grenzen medizinsche Projekte in Myanmar. Diese waren von der Anordnung der Regierung nicht betroffen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1992 in Myanmar und betreibt aktuell medizinische Projekte in den Bundesstaaten Rakhine, Shan und Kachin sowie in der Großstadt Yangon (Rangun) und der Region Tanintharyi im Süden des Landes. Die Teams leisten medizinische Basisversorgung, Geburtshilfe und Malaria-Behandlungen. Ärzte ohne Grenzen ist der größte Gesundheitsversorger im Bereich HIV/Aids in Myanmar mit mehr als 35.000 HIV-Patienten. Die Teams behandeln auch mehr als 3.000 Tuberkulose-Patienten, von denen die meisten auch HIV-positiv sind.

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