Demokratische Republik Kongo

Schlafkrankheit: Fortschritte in der Therapie, Rückschritte im Zugang zu den Betroffenen

Neue Behandlungsmöglichkeiten bringen Hoffnung im Kampf gegen die tödliche Schlafkrankheit. Doch die anhaltende Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo erschwert den Zugang der betroffenen Bevölkerung zur Behandlung.

Bei der Behandlung der afrikanischen Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) ist ein wichtiger Durchbruch gelungen: Die WHO hat eine neue Therapie ins Behandlungsprotokoll für Personen in fortgeschrittenem Krankheitsstadium aufgenommen. Die Wirksamkeit dieses Kombinationspräparats aus Nifurtimox und Eflornithin (NECT) ist wissenschaftlich erwiesen, und es treten keine der starken Nebenwirkungen der früheren Wirkstoffkombinationen auf. Außerdem ist NECT günstiger und einfacher zu transportieren und zu lagern. Da die Infrastrukturen der von Schlafkrankheit betroffenen afrikanischen Länder oft in schlechtem Zustand sind und es an Fachpersonal mangelt, besteht Hoffnung, dass diese Änderungen den Betroffenen den Zugang zu einer wirksamen Behandlung erleichtern.

Aber leider haben nicht alle Betroffenen Zugang zu den neuen Medikamenten. Dies illustriert das Beispiel der Provinz Orientale der Demokratischen Republik Kongo, wo Ärzte ohne Grenzen seit 2007 aktiv ist. Das Gesundheitswesen ist angesichts fehlender Mittel und der großen Not völlig überfordert. Wegen der unsicheren Lage - im Februar 2009 wurde eine Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen von bewaffneten Rebellen überfallen - mussten die Projekte eingestellt werden, so dass nun tausende Betroffene in der Region auf eine Behandlung warten. Die Erfahrungen in den Projekten von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo belegen zudem, dass sich die Schlafkrankheit nun auch auf Gebiete ausgebreitet hat, die bisher verschont geblieben sind – eine zusätzliche, sehr beunruhigende Entwicklung.

Dies ist ein starker Dämpfer für die Hoffnungen all jener, die mit der tödlichen Krankheit infiziert sind und denen die neue Therapie das Leben retten könnte. In den Krisenherden der Demokratischen Republik Kongo ist eine Behandlung zurzeit nicht möglich. Solange sich die Sicherheitslage nicht verbessert, können auch die dafür notwendigen Gesundheitseinrichtungen nicht wieder instand gesetzt werden.

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