HIV/Aids

HIV/Aids ist eine Infektionskrankheit, die durch das humane Immundefizienz-Virus (HIV) ausgelöst wird. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Blut und Körperflüssigkeiten, sie schwächen allmählich das Immunsystem der Patienten. Dadurch kommt es – meist im Verlauf von drei bis zehn Jahren – zum “erworbenen Immundefektsyndrom” (nach der englischen Bezeichnung abgekürzt als Aids).

Wenn die Krankheit fortschreitet, beginnen die Patienten und Patientinnen unter den Symptomen von sogenannten opportunistischen Infektionen zu leiden. Das sind Erkrankungen durch vergleichsweise harmlose Erreger, gegen die sich das geschwächte Immunsystem nicht wehren kann. Dabei ist Tuberkulose (TB) eine häufigste der Infektionen, an der HIV/Aids-Patienten sterben.

Ärzte ohne Grenzen hat umfangreiche HIV/Aids-Programme

Ein einfacher Bluttest kann klären, ob eine Ansteckung mit HIV erfolgt ist. Allerdings leben viele Menschen jahrelang ohne Symptome und wissen oft gar nicht, dass sie infiziert sind. Kombinationspräparate, die als antiretrovirale Medikamente bekannt sind, unterstützen die Bekämpfung des Virus und ermöglichen Menschen mit HIV/Aids ein längeres und gesünderes Leben. Die Einnahme dieser Präparate verringert zudem beträchtlich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Virus auf andere Menschen.

Neben der Behandlung gehören zu den umfangreichen HIV/Aids-Programmen von Ärzte ohne Grenzen folgende Aktivitäten: Aufklärung und Gesundheitserziehung, Verteilen von Kondomen, HIV-Tests, Beratung und die Vorbeugung der HIV-Übertragung von Müttern auf ihre Kinder. Letzteres bedeutet, dass die Mutter während der Schwangerschaft und Entbindung antiretrovirale Medikamente erhält, auch dem Neugeborenen werden sie kurz nach der Geburt verabreicht.

Dennoch fehlt gerade auch in afrikanischen Ländern nach wie vor vielen Menschen mit HIV/Aids der Zugang zu einer angemessenen Behandlung. Zu den Gründen, weshalb immer noch jedes Jahr mehr als eine Million Menschen infolge von HIV sterben zählen u.a.: Die Krankheit ist nach wie vor mit Stigmatisierung verbunden, weswegen Patienten und Patientinnen sich teilweise nicht trauen, ihre Medikamente abzuholen. Bilden sich Resistenzen, sprechen die Menschen nicht mehr auf ihre Arzneimittel an, und die Umstellung auf eine Zweittherapie bei HIV/Aids ist bisher ein schwieriger und langwieriger Vorgang.

Ärzte ohne Grenzen behandelte im Jahr 2016 insgesamt 232.400 HIV/Aids-Patienten – und Patientinnen mit antiretroviralen Medikamenten.

HIV/Aids gehört zu den in ärmeren Ländern vernachlässigten Krankheiten.

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