Unsere Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegenbieten

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die Hilfe in Palästina konzentrierte sich im Jahr 2017 auf die fachmedizinische Versorgung von Verbrennungsopfern und Verletzten im Gazastreifen sowie psychologische Hilfe im Westjordanland.

Die Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegebieten (auch Palästina genannt) im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2017 die psychologische Hilfe in Palästina fort: Die Teams boten kostenlose und vertrauliche Beratungen in den Provinzen Nablus, Kalkilia, Hebron, Bethlehem und Ramallah an. Die anhaltende Besatzung sowie innerpalästinensische Auseinandersetzungen wirkten sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit der Menschen aus. Viele waren direkter und indirekter Gewalt ausgesetzt, einschließlich Überfälle auf ihr Zuhause und Festnahmen von Familienmitgliedern.
  • Ärzte ohne Grenzen beendete die psychologischen Aktivitäten in Bethlehem und Ramallah im November 2017, setzte aber die Hilfe in den Provinzen Nablus, Kalkilia und Hebron fort: Die Teams führten weiterhin Aufklärungsaktivitäten in den Provinzen Nablus und Kalkilia durch und weiteten in Hebron diese Aktivitäten auf die fünf am stärksten betroffenen Gebiete aus, wo bereits langfristige psychologische Programme liefen. Das Angebot umfasste Psychoedukation zur Stressbewältigung und zur Stigmatisierung psychischer Erkrankungen sowie Beratungsgespräche. Im Jahr 2017 profitierten 644 Patienten und Patientinnen von den psychologischen Einzel- und Gruppengesprächen. Mehr als 44 Prozent von ihnen waren jünger als 18 Jahre. Im Rahmen der Hilfe in Palästina verstärkte Ärzte ohne Grenzen 2017 zudem die Partnerschaft mit dem Rafidja-Krankenhaus in Nablus. Die Teams unterstützten dort Patienten und Patientinnen mit psychologischer Hilfe, die auf der Station für Verbrennungen und auf der pädiatrischen Station aufgenommen worden waren.
  • Diverse Faktoren trugen zur Verschlechterung der allgemeinen sozioökonomischen Lage im Gazastreifen bei: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist mittlerweile arbeitslos, Strom nur einige Stunden täglich verfügbar, es mangelt an Trinkwasser und die Menschen können nicht ungehindert in den Gazastreifen einreisen oder ihn verlassen. Letzteres verhindert auch die Möglichkeit, fachmedizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Hilfe in Palästina umfasste daher die Unterstützung von drei Kliniken für Verbrennungen und Verletzungen im Gazastreifen. Im Jahr 2017 behandelte Ärzte ohne Grenzen 4.900 Patienten und Patientinnen. 62 Prozent von ihnen waren Kinder unter 15 Jahren. Die Arbeit der Pflegekräfte und Physiotherapeuten von Ärzte ohne Grenzen wurde dadurch erschwert, dass sie nur einen beschränkten Zugang zu Schmerzmitteln im Gazastreifen hatten. Um die Schmerzen der Verbrennungsopfer zu lindern, führte Ärzte ohne Grenzen eine neue sedierende Technik ein.
  • Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden setzten die Teams im Rahmen der Hilfe in Palästina das rekonstruktive chirurgische Programm für Patienten und Patientinnen mit Verbrennungen, Verletzungen oder angeborenen Missbildungen fort. Im Verlauf des Jahres 2017 nahmen sie 411 Eingriffe bei 197 Personen vor. 75 Prozent von ihnen waren unter 18 Jahre alt.
  • Die komplexesten Fälle, die nicht im Gazastreifen behandelt werden konnten, überwies Ärzte ohne Grenzen an das rekonstruktive chirurgische Krankenhaus nach Jordanien. Aufgrund von behördlichen Beschränkungen gelang diese Hilfe in Palästina im Jahr 2017 allerdings nur bei 6 von 19 Patienten und Patientinnen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1989 Hilfe in Palästina an.

Quelle: International Activity Report 2017

Meldungen aus Palästinensische Autonomiegebiete

Palästinensische Autonomiegebiete

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