Unsere Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegenbieten

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Unsere Hilfe in Palästina konzentrierte sich im Jahr 2018 auf fachchirurgische und postoperative Hilfe für Personen mit komplizierten Schusswunden im Gazastreifen. Zudem leisteten wir psychologische Hilfe im Westjordanland.

Die Hilfe in den Palästinensischen Autonomiegebieten (auch Palästina genannt) im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die Hilfe in Palästina fort. Insgesamt hielten unsere Teams mehr als 196.600 ambulante medizinische Konsultationen sowie rund 6.320 psychologische Einzelgespräche ab und nahmen etwa 3.180 größere chirurgische Eingriffe vor. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden zwischen März und Dezember 6.239 Personen durch israelisches Militär im Gazastreifen verwundet. 90 Prozent der Schusswunden betrafen die unteren Extremitäten, wobei es oft zu schweren Knochenverletzungen kam. Zum Jahresende betreute Ärzte ohne Grenzen fünf Kliniken im Gazastreifen, in denen die Teams Wundverbände anlegten sowie Physiotherapie und Schmerzversorgung anboten. Zudem eröffneten wir eine stationäre Abteilung für chirurgische Patientinnen und Patienten im al-Awda Krankenhaus in Jabalia. Die Teams führten auch plastische und orthopädische chirurgische Eingriffe in den Krankenhäusern al-Schifa und Dar al-Salam aus. In anderen Krankenhäusern leisteten wir Nothilfeinterventionen. Zudem betreuten wir im Rahmen der Hilfe in Palästina ein chirurgisches Programm im Krankenhaus Yousef al-Najjar von Juli bis Dezember 2018 und entsandten zwischen April und Juni Gefäßchirurgen ins Krankenhaus al-Aksa.
     
  • Zwischen März und Dezember nahmen wir 3.780 Unfallpatienten in unseren Kliniken auf, wechselten 107.140 Wundverbände und boten mehr als 66.000 physiotherapeutische Sitzungen an. Ärzte ohne Grenzen operierte 1.500 Unfallpatienten und nahm 2.320 chirurgische Eingriffe vor. Wir nahmen auch 4.475 Patientinnen und Patienten mit Verbrennungen in unsere Kliniken auf und operierten 129 Personen.
     
  • Im Westjordanland lief das psychologische Programm weiter. Die Menschen litten dort sehr unter der anhaltenden Besetzung, Gewalt und sozioökonomischen Unsicherheit. Im Rahmen unserer Hilfe in Palästina konzentrierten wir uns in Hebron auf die Versorgung von Opfern politischer Gewalt. Die meisten von ihnen waren direkt oder indirekt Gewalttaten ausgesetzt. Viele Menschen litten unter Angststörungen, Depressionen und anderen Anpassungsstörungen. Mehr als 1.400 Personen erhielten psychologische Erste Hilfe, 370 Personen profitierten von Psychotherapie oder Beratung und 8.800 Personen nahmen an Gruppensitzungen teil. Zudem bot Ärzte ohne Grenzen psychologische Hilfe in den Provinzen Nablus und Kalkilia an. Die Teams betreuten 2.520 psychotherapeutische Sitzungen und nahmen 284 neue Patientinnen und Patienten auf. 40 Prozent von ihnen waren jünger als 18 Jahre. Im Rahmen dieser Hilfe in Palästina verzeichneten wir 2018 einen Anstieg an häuslicher Gewalt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1989 Hilfe in Palästina an.

Quelle: International Activity Report 2018

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