Chagas

Chagas ist eine parasitäre Erkrankung, übertragen durch blutsaugende Raubwanzen. Die Insekten leben in Wand- und Dachritzen von Lehm- und Strohhütten. Die Krankheit betrifft vor allem ärmere Menschen.

Die Krankheit Chagas kommt fast ausschließlich in Lateinamerika vor. Reisen und Migration haben allerdings dazu geführt, dass zunehmend auch Einzelfälle aus Nordamerika, Europa, Australien und Japan gemeldet werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass weltweit rund sieben bis acht Millionen Menschen infiziert sind. Jährlich sterben etwa 12.000 Menschen an Chagas.

Die Krankheit kann auch während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übergehen. Darüber hinaus kann sie durch Bluttransfusionen und – wenn auch seltener – durch Organtransplantationen übertragen werden.

Menschen, die sich mit Chagas angesteckt haben, fühlen häufig in der ersten Phase der Krankheit keine Beschwerden. Auch die chronische Phase kann jahrelang ohne Symptome verlaufen. Letztlich stellen sich aber bei rund 30 Prozent der infizierten Personen schwächende Folgeerkrankungen ein, die die Lebenserwartung durchschnittlich um zehn Jahre verringern. Herzversagen ist die häufigste Todesursache bei Erwachsenen mit Chagas.

Die Diagnose von Chagas war lange Zeit kompliziert – inzwischen gibt es zuverlässige Schnelltest. Eine 2014 veröffentlichte Studie hat ergeben, dass sechs von elf verfügbaren Schnelltests sehr zuverlässige Ergebnisse liefern. Das ist ein Wendepunkt im Kampf gegen Chagas, denn das bedeutet, dass es möglich ist, die Krankheit ohne aufwändige Labortests zu diagnostizieren. Es gibt zurzeit nur zwei verfügbare Medikamente, um die Krankheit zu behandeln: Benznidazol und Nifurtimox. Beide Arzneimittel wurden vor mehr als 40 Jahren entwickelt und sind in der Schwangerschaft nicht anwendbar. Bei Kindern liegt die Heilungsrate bei rund 100 Prozent. Je mehr Zeit aber zwischen der Infektion und der Behandlung liegt, desto stärker sinkt die Heilungsrate.

Die derzeitige Therapie kann schädlich für den Körper sein und mehr als zwei Monate dauern. Obwohl es einen Bedarf an wirksamen und sicheren Medikamenten gibt, befinden sich nur wenige neue Arzneimittel in der Entwicklung. Deshalb zählt Chagas auch zu den vernachlässigten Krankheiten.

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