Durchfallerkrankungen

Durchfall (Diarrhö) mit seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zählt neben Mangelernährung, Masern, Malaria und Lungenentzündungen zu den fünf Haupttodesursachen in Krisensituationen.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich weltweit rund 760.000 Kinder unter fünf Jahren aufgrund von Durchfallerkrankungen. Auslöser können Viren, Parasiten oder Bakterien wie die Cholera-Erreger sein. Die Ansteckung erfolgt über Wasser oder Nahrungsmittel, die mit Fäkalien verunreinigt sind, oder über unsaubere Hände.

Die Erreger wirken direkt oder mittels Giftstoffen auf die Darmschleimhaut und führen zu einer vermehrten Ausscheidung von Flüssigkeit und Mineralstoffen. Manche Keime rufen außerdem Erbrechen hervor. Anzeichen eines bedrohlichen Flüssigkeitsverlustes können Unruhe, trockene Schleimhäute und eine sinkende Hautspannung sein. Der Puls wird schnell und schwach und die Urinproduktion versiegt. Es droht ein Organversagen bis hin zum Tod.

Besonders wenn viele Menschen auf engem Raum leben und nicht genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, kommt es zum Ausbruch von Durchfallerkrankungen – etwa in Flüchtlings- und Vertriebenenlagern oder nach Naturkatastrophen. Die beste Vorbeugung besteht in der gewissenhaften Einhaltung von Hygieneregeln. Bei schweren Durchfall-Epidemien richtet Ärzte ohne Grenzen teils spezielle Behandlungszentren ein. Patienten und Patientinnen erhalten Lösungen zum Trinken oder intravenöse Infusionen, um den gefährlichen Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen auszugleichen, bei bestimmten bakteriellen Durchfällen auch Antiobiotika.

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