Masern

Masern sind eine hochansteckende Virus-Erkrankung. Jedes Jahr sterben mehr als 100,000 Menschen daran – die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren. Dabei gibt es eine Impfung, die davor schützt.

Erste Symptome einer Masern-Erkrankung zeigen sich 10 bis 14 Tagen nach der Ansteckung mit dem Erreger. Sie schließen eine laufende Nase, Husten, Augenentzündungen, Ausschlag und hohes Fieber ein. Es gibt keine spezielle Therapie gegen das Masernvirus. Die Patientinnen und Patienten werden isoliert und mit Vitamin A behandelt sowie gegen alle begleitenden Erkrankungen wie Augen- und Ohrenentzündungen, Austrocknung, Eiweißmangel oder Lungenentzündungen.

Lebensbedrohliche Komplikationen durch Masern

In Ländern mit höherem Einkommen erholen sich die meisten Menschen, die sich mit Masern angesteckt haben, innerhalb von zwei bis drei Wochen. In ärmeren Ländern hingegen sterben bis zu 15 Prozent der Infizierten. Todesursachen sind dann Komplikationen wie schwere Atemwegsinfektionen, Durchfall, Austrocknung oder eine Gehirnentzündung.

Kinder, die an schwerer Mangelernährung, einer Lungenentzündung oder Malaria leiden, haben ein besonders hohes Risiko, Komplikationen zu erleben oder auf Grund einer Masern-Erkrankung zu sterben.

Impfkampagnen verhindern Todesfälle

Dabei gibt es eine sichere und kostenwirksame Impfung gegen das Masernvirus. Großangelegte Impfkampagnen haben die Anzahl der Kranken und Todesfälle drastisch verringert. Dennoch bleiben zahlreiche Menschen dem Erreger ausgeliefert, weil sie nicht geimpft sind. Das gilt besonders für Länder mit einem schwachen Gesundheitssystem, in denen Ausbrüche von Masern häufig sind, für Bevölkerungsgruppen, die nur einen beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben und für Menschen, die auf engem Raum zusammenleben (z.B. in Geflüchtetenlagern).

Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge stieg die Anzahl der Masern-Infizierten in Afrika zwischen 2018 und 2019 um 700 Prozent. 2018 gab es weltweit geschätzt fast 10 Millionen Fälle von Masern, 140,000 Menschen sind an der Krankheit gestorben.

Ärzte ohne Grenzen impfte im Jahr 2019 rund 1.320.100 Menschen gegen Masern.

Seit 2006 hat Ärzte ohne Grenzen insgesamt ca. 28 Millionen Kinder gegen Maser geimpft, hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Sudan, Niger, Tschad und Nigeria.

Meldungen zum Thema Masern

D. R. Kongo

Seit Januar 2019 sind in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 6.600 Kinder an Masern gestorben. Es handelt sich um den derzeit größten Ausbruch weltweit. Wie wir helfen, erfahren Sie hier:

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Nigeria

Der jahrzehntelange Konflikt im Nordosten Nigerias hat Tausende von Menschen innerhalb ihres eigenen Landes und in die Nachbarländer vertrieben. Aufgrund des Konflikts sind fast zwei Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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