Schlafkrankheit (westafrikanische)

Die Schlafkrankheit ist eine parasitäre Infektion, auch bekannt als "Humane afrikanische Trypanosomiasis". Sie kommt vor allem in Subsahara-Afrika vor und wird durch Tsetse-Fliegen übertragen.

Der Erreger greift das zentrale Nervensystem an, verursacht schwere neurologische Störungen und kann zum Tod führen. Mehr als 95 Prozent der gemeldeten Fälle werden durch den Parasiten "Trypanosoma brucei gambiense" ausgelöst, der insbesondere in West- und Zentralafrika verbreitet ist. Die anderen rund fünf Prozent der Fälle gehen auf das Konto von "Trypanosoma brucei rhodesiense", diese Form kommt im östlichen und südlichen Afrika vor.

Während der ersten Phase ist die Krankheit relativ einfach zu behandeln, aber schwierig zu diagnostizieren, da die Symptome wie Fieber und Schwäche wenig spezifisch sind. Außerdem sind ein Labor und entsprechende Rahmenbedingungen Voraussetzung – eine große Herausforderung in entlegenen und schwer erreichbaren Gebieten. Die zweite Phase beginnt, wenn der Parasit das zentrale Nervensystem angreift und infizierte Patienten und Patientinnen neurologische oder psychiatrische Symptome aufweisen. Dazu gehören ein schlechtes Koordinationsvermögen, Verwirrung, Krampfanfälle und Phasen starker Erschöpfung, die sich mit Phasen erhöhter Aktivität abwechseln – der Name Schlafkrankheit verweist auf diese Zustände starker Müdigkeit. In dieser Phase ist die Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit mittels einer Lumbalpunktion nötig, um die Krankheit genau zu diagnostizieren. Dies erfordert medizinisch und technisch anspruchsvolles Material und ist für die Betroffenen sehr schmerzhaft.

Die Kombinationstherapie mit Nifurtimox und Eflornithin (nach der englischen Bezeichnung auch NECT abgekürzt) gehört heute zum empfohlenen Behandlungsprotokoll der Weltgesundheitsorganisation WHO. NECT ist viel sicherer als das Medikament Melarsoprol, das zuvor eingesetzt wurde, um die Krankheit zu behandeln. Das arsenhaltige Melarsoprol verursacht viele Nebenwirkungen und kann sogar zum Tod des Betroffenen führen.

Neue Moleküle werden derzeit klinisch getestet. Es besteht die Hoffnung, ein sicheres, wirksames Medikament für beide Phasen der Krankheit zu entwickeln, das oral eingenommen werden kann. Auch werden dringend einfache und ohne technische Hilfsmittel gut einsetzbare Diagnose- und Therapieverfahren für beide Stadien der Krankheit benötigt.

Bericht über unsere Hilfsprogramme und Forschungsinitiativen zum Thema Schlafkrankheit:

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Blog von Logistiker Ralf Ohnmacht über seinen Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo bei einem Projekt zur Diagnose und Behandlung der Schlafkrankheit:

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