Tuberkulose

Die gefährliche Infektionskrankheit trifft jedes Jahr Millionen Menschen. Veraltete Behandlungsmethoden und Resistenzen gegen Medikamente machen es Ärzten und Ärztinnen aber schwer, den Betroffenen der weltweiten Epidemie effektiv zu helfen.

Tuberkulose, früher Schwindsucht genannt, kennt man bei uns meist nur noch aus Erzählungen und aus der Literatur. Die Krankheit wurde aber keineswegs besiegt: Tuberkulose ist immer noch eine der häufigsten „Killer“-Infektionen. Ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Tuberkulose-Bakterien infiziert. Jährlich erkrankten weltweit rund 9 Millionen Menschen an Tuberkulose (TB) und 1,5 Millionen Erkrankte sterben daran.

Tuberkulose verbreitet sich über die Luft, wenn infizierte Personen husten oder niesen. Aber nicht jede infizierte Person erkrankt an TB. Die Krankheit befällt meist die Lungen. Zu den Symptomen gehören hartnäckiger Husten, Fieber, Gewichtsverlust, Brustschmerzen sowie Atemnot. Die Häufigkeit von TB-Neuerkrankungen ist unter HIV-Patienten und -Patientinnen höher, Tuberkulose ist für ein Viertel der Todesfälle von HIV-Infizierten verantwortlich.

Die Diagnose von TB erfolgt auf der Basis einer Probe des Sputums (schleimiges Sekret aus den Atemwegen), die bei Kindern nur schwer zu bekommen ist. Es gibt einen neuen molekularen Test, der bereits nach zwei Stunden Ergebnisse liefert und dabei ansatzweise zeigt, ob der Erreger resistent gegen Medikamente ist. Allerdings ist der Test teuer, man benötigt eine zuverlässige Stromversorgung und auch weiterhin eine Sputumprobe.

Die Behandlung von unkomplizierter Tuberkulose dauert mindestens sechs Monate. Wenn Betroffene resistent gegen zwei der wirkungsvollsten Antibiotika der ersten Therapielinie sind, gelten sie als multiresistente TB-Fälle (MDR-TB). Es ist zwar nicht unmöglich, MDR-TB zu behandeln, aber die medikamentöse Therapie ist sehr unangenehm, dauert bis zu zwei Jahre und verursacht viele Nebenwirkungen. Von einer extrem resistenten Tuberkulose (XDR-TB) wird dann gesprochen, wenn der Betroffene neben der MDR-TB auch eine Resistenz gegen die Medikamente der zweiten Therapielinie entwickelt. Die Möglichkeiten einer Behandlung von XDR-TB sind beschränkt.

Ärzte ohne Grenzen behandelte im Jahr 2015 insgesamt 20.100 TB-Patienten und -Patientinnen, davon 2.000 an MDR-TB erkrankte Menschen.

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