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2003

Project start

38,7

Expenses

1076

Employees

Country comparison Austria & Irak

AT
IQ
83.80
72.60

Life expectancy rate female

in years

Source: WHO, data.worldbank.org

AT
IQ
79.40
68.60

Life expectancy rate male

in years

Source: WHO, data.worldbank.org

AT
IQ
3.00
21.80

Infant mortality rate

per 1000 births

Source: WHO, data.worldbank.org

AT
IQ
5.20
0.71

Number of doctors

per 1000 population

Source: WHO, data.worldbank.org

Unsere Hilfe im Irak 2020

  • 80.900 ambulante Beratungen  
  •  
  • 69.100 Notaufnahmen   
  •  
  • 15.800 psychologische Einzelberatungen   
  •  
  • 14.400 begleitete Geburten
  •   
  • 4.380 chirurgische Eingriffe   

Wir sind derzeit in vier irakischen Regierungsbezirken (Ninawa, Bagdad, Kirkuk und Dhi Qar) im Einsatz und unterstützten das nationale Gesundheitssystem, das sich noch im Wiederaufbau befindet. Wir schließen Lücken in der medizinischen Grundversorgung, behandeln Covid-19-Patient:innen, führen Schulungen durch und unterhalten Programme zur psychischen Gesundheit. In zwei Krankenhäusern bieten wir orthopädische Chirurgie an.

Unterstützung der Notfallvorsorge

2019 und 2020 fanden im Irak Demonstrationen statt, die durch die steigende Arbeitslosigkeit und sich verschlechternden Lebendbedingungen ausgelöst wurden. Infolge der Gewalt, die die Proteste begleiteten, behandelten wir zunehmend Teilnehmer:innen, deren Verletzungen an Kriegswunden erinnern.  

In den Bezirken Nadschaf, Dhi Qar und Basra leiteten wir Notfallmaßnahmen ein, um auf die steigende Zahl von Patient:innen mit gewaltbedingten Verletzungen zu reagieren. Außerdem boten unsere Teams in verschiedenen Bezirken Schulungen an, um das Personal besser auf die Bewältigung eines plötzlichen Zustroms von Patient:innen vorzubereiten. 

Hilfe bei der Bekämpfung von COVID-19

Das geschwächte Gesundheitssystem im Irak war dem erhörten Bedarf und den durch die Covid-19-Pandemie entstehenden Herausforderungen nicht gewachsen. Wir haben deshalb die Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle verstärkt sowie Triage- und Überweisungsverfahren zum Schutz unserer Patient:innen und Mitarbeiter:innen eingeführt. 

In Bagdad, der am stärksten von der Ausbreitung des Virus betroffenen Stadt, unterstützten wir das Ibn Al-Khateeb-Krankenhaus mit Schulungen. Außerdem unterstützten wir das Al-Kindi-Krankenhaus in der Hauptstadt bei der Behandlung von Patient:innen, die einen schweren Verlauf von Covid-19 erlebten. Die Covid-19-Station wurde auf 36 Betten erweitert. 

In Mossul wandelten wir eine Station des Al-Wahda Krankenhauses mit 64-Betten zeitweise in eine Covid-19-Station und eröffneten im Al-Salam-Krankenhaus eine zusätzliche Intensivstation mit 15 Betten, um Patient:innen mit schweren Verläufen der Infektion eine Behandlung zu bieten. 

Die Patient:innen, die zu uns kommen, sagen uns oft, dass sie nicht wissen, was sie getan hätten, wenn wir nicht hier wären. Indem wir unsere Aktivitäten anpassen und erweitern, können wir relevante medizinische Dienstleistungen für mehr Menschen anbieten, die sie benötigen.

Dr. Yuely Capileno, medizinische Teamleiterin im Al-Wahda-Krankenhaus Ost-Mossul

In medizinischen Einrichtungen in Ninewa sowie in den Bezirken Erbil, Diyala, Kirkuk und Dohuk haben wir Schulungen mit Schwerpunkt auf der Infektionskontrolle abgehalten. Darüber hinaus richteten wir im Vertriebenenlager Laylan in Kirkuk eine Isolierstation und eine Behandlungseinrichtung ein, um uns auf einen möglichen Anstieg der Covid-19-Fälle vorzubereiten.

Gesundheitsversorgung für gefährdete Bevölkerungsgruppen

Im übrigen Land führten wir die allgemeine und fachärztliche Gesundheitsversorgung in unseren laufenden Projekten für Vertriebene, Rückkehrende und gefährdete Bevölkerungsgruppen fort. An allen Standorten, einschließlich unserer Covid-19-Zentren, hielten wir unsere Notaufnahmen und unsere Dienste für psychische Gesundheit aufrecht. Letzteres ist insbesondere in Regionen wie Sinuni oder Mossul, wo die Bevölkerung schwere Traumata erlebt hat, wichtig.

Die jesidische Bevölkerung hat nicht vergessen, was ihr 2014 angetan wurde. Die Folgen des Massakers beherrschen die Region noch immer. Nach wie vor werden Massengräber gefunden. Ich sehe die Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Menschen. Manche von ihnen haben nicht einmal genug Geld, um Nahrungsmittel kaufen zu können. In Sinjar gibt es einfach nichts, manchmal kann man nicht einmal das Wasser trinken.

Aeed Nasir, Pflegeleiter im Krankenhaus in Sinuni

Im Vetriebenencamp in Laylan, Kirkuk waren wir bis zu dessen Schließung im November tätig. In den Camps Alwand und Sinsil (Diyala) übergaben wir unsere Aktivitäten an das Gesundheitsministerium und andere Organisationen.

Mental Health testimonies

Ich habe Migräne und Schmerzen im ganzen Körper. Wir waren drei Jahre lang in Vertriebenenlagern in der Nähe von Dohuk. Durch das Trauma des Völkermords erblindete meine Mutter, dann bekam sie Krebs und starb. Und mir ging es immer schlechter. 

Seve Mirza, 31, in ihrem Haus in Sinuni

Überbrückung durch Online-Angebote

In Bagdad führten wir die Zusammenarbeit mit dem nationalen Tuberkuloseprogramm fort und implementierten eine neue, wirksamere orale Behandlung für resistente Tuberkulose. 

Aufgrund des Covid-19-Ausbruchs waren wir zeitweise gezwungen, unsere Arbeit im medizinischen Rehabilitationszentrum in Bagdad auszusetzen. Dort erhalten Menschen, die bei Gewalttaten oder Unfällen verletzt wurden, eine umfassende Betreuung, die auch psychologische Unterstützung einschließt. Wir waren jedoch in der Lage, unsere Unterstützung für die Patient:innen durch Onlineangebote in den Bereichen Physiotherapie psychischen Gesundheit aufrechtzuerhalten und nahmen auch die anderen Aktivitäten später im Jahr wieder auf.  

2019

BMRC - Baghdad medical rehabilitation center
Florian SERIEX/MSF
Baghdad, Irak, 20.02.2018: Bei einer Explosion verlor der Junge seinen Vater und wurde schwer verletzt. In unserem Rehabilitationszentrum erhält er Physiotherapie und psychologische Unterstützung.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

  • 4.390 chirurgische Eingriffe
  • 33.300 psychologische Gespräche
  • 11.200 Entbindungen
  • 89.700 Notaufnahmen
  • 125.900 ambulante Sprechstunden

Ärzte ohne Grenzen setzte 2019 die medizinische Hilfe im Irak fort: Vertriebene und Flüchtlinge litten unter den Folgen des jahrelangen Konflikts und der anhaltenden Unsicherheit.

Unsere Hilfe im Irak im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2019 umfasste unsere Hilfe im Irak diverse Aktivitäten: ambulante und stationäre medizinische Versorgung wie Geburts- und Säuglingshilfe, Behandlung chronischer Krankheiten, Chirurgie und postoperative Versorgung sowie psychologische Hilfe. Zudem sanierten wir Krankenhäuser und Kliniken in den am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen und rüsteten sie aus, um das irakische Gesundheitssystem zu stärken.
  • In der Provinz Ninewa leisteten unsere Teams vor allem psychologische Unterstützung: Sie führten insgesamt 10.341 Einzelgespräche. Diese Hilfe im Irak war notwendig, da viele Menschen körperliche und seelische Traumata im Kampf gegen die Gruppe Islamischer Staat erlitten hatten. Im Osten der Stadt Mossul leisteten wir chirurgische und postoperative Hilfe in einem Krankenhaus und bauten eine neue Einrichtung zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Im Westen der Stadt betreuten die Teams im Nablus-Krankenhaus eine Geburtshilfestation: Sie hielten 42.740 Konsultationen in der Notaufnahme ab und halfen bei 8.246 Geburten. Zudem boten wir in einer Klinik im Stadtteil Al-Rafedein sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an. Im Bezirk Sindschar leisteten wir medizinische Hilfe in Vertriebenenlagern und im Krankenhaus. Allein in der Notaufnahme behandelten wir 14.581 Patientinnen und Patienten. Im Unterbezirk Kajjarah nahmen unsere Teams 2.670 chirurgische Eingriffe vor.
  • Unsere Hilfe im Irak ging auch in der Provinz Kirkuk weiter, in der es weiterhin Konflikte gab. Wir boten medizinische Hilfe in Al-Abassi und Hawidscha an.
  • In der Provinz Diyala versorgten wir Vertriebene, Rückkehrer und die lokale Bevölkerung mit medizinischer und psychologischer Hilfe.
  • Unsere Teams leisteten 2019 im Medizinischen Rehabilitationszentrum in Bagdad vor allem postoperative Hilfe für schwerverletzte Patientinnen und Patienten, die auch Schmerztherapie, Physiotherapie und psychologische Unterstützung einschloss.
  • Der anhaltende Konflikt im Nordosten Syriens führte zur Flucht von mehr als 17.000 Menschen in die irakische Provinz Dohuk. Unsere Hilfe im Irak umfasste hier die Versorgung von Geflüchteten und Vertriebenen mithilfe mobiler Kliniken.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak an.

Mai 2020

Quelle: International Activity Report 2019.