Forschung

Mehr Forschung für Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten

Fünf renommierte Forschungs- und Gesundheitsinstitutionen haben 2003 in Genf gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen eine Non-Profit-Organisation zur Medikamentenforschung ins Leben gerufen: die "Drugs for Neglected Diseases Initiative", kurz DNDi. Die Initiative für Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten hat sich zum Ziel gesetzt, sichere, wirksame und leistbare Arzneimittel gegen Krankheiten zu entwickeln, an denen Millionen Menschen in ärmeren Ländern leiden. Die durch DNDi entwickelten Medikamente sollen patentfrei bleiben, um so eine günstige Produktion für Entwicklungsländer zu ermöglichen.

Die DNDi konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Medikamente für vernachlässigte Krankheiten wie die Schlafkrankheit, Kala Azar, Chagas, Malaria und andere. Ziel ist, bis zum Jahr 2018 elf bis 13 neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und für diese Krankheiten ein starkes Netzwerk im Bereich Forschung & Entwicklung zu implementieren.

Kaum Forschungsgelder, aber 90 Prozent der Krankheitslast

Laut der Initiative werden lediglich zehn Prozent des Forschungsaufwands weltweit in die Erforschung von Krankheiten investiert, die mehr als 90 Prozent der globalen Krankheitslast ausmachen. "Patienten in ärmeren Ländern sind gezwungen, Medikamente einzunehmen, die ihre Wirksamkeit verloren haben oder erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen", so Dr. Bernard Pécoul, Direktor der DNDi. "Diese Menschen verdienen eine bessere Behandlung. Die DNDi mobilisiert die wissenschaftliche Forschung, um neue Medikamente zu entwickeln."

Im Jahr 2013 führte DNDi in insgesamt 57 Einrichtungen auf vier Kontinenten klinische Forschungen durch. Auf der Website von DNDi stehen aktuelle Informationen über die Initiative zur Verfügung.

Vervielfältigen