Unsere Hilfe in Irak

BMRC - Baghdad medical rehabilitation center
Florian SERIEX/MSF
Baghdad, Irak, 20.02.2018: Bei einer Explosion verlor der Junge seinen Vater und wurde schwer verletzt. In unserem Rehabilitationszentrum erhält er Physiotherapie und psychologische Unterstützung.

Unsere Aktivitäten im Überblick:

  • 4.390 chirurgische Eingriffe
  • 33.300 psychologische Gespräche
  • 11.200 Entbindungen
  • 89.700 Notaufnahmen
  • 125.900 ambulante Sprechstunden

Ärzte ohne Grenzen setzte 2019 die medizinische Hilfe im Irak fort: Vertriebene und Flüchtlinge litten unter den Folgen des jahrelangen Konflikts und der anhaltenden Unsicherheit.

Unsere Hilfe im Irak im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2019 umfasste unsere Hilfe im Irak diverse Aktivitäten: ambulante und stationäre medizinische Versorgung wie Geburts- und Säuglingshilfe, Behandlung chronischer Krankheiten, Chirurgie und postoperative Versorgung sowie psychologische Hilfe. Zudem sanierten wir Krankenhäuser und Kliniken in den am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen und rüsteten sie aus, um das irakische Gesundheitssystem zu stärken.
  • In der Provinz Ninewa leisteten unsere Teams vor allem psychologische Unterstützung: Sie führten insgesamt 10.341 Einzelgespräche. Diese Hilfe im Irak war notwendig, da viele Menschen körperliche und seelische Traumata im Kampf gegen die Gruppe Islamischer Staat erlitten hatten. Im Osten der Stadt Mossul leisteten wir chirurgische und postoperative Hilfe in einem Krankenhaus und bauten eine neue Einrichtung zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Im Westen der Stadt betreuten die Teams im Nablus-Krankenhaus eine Geburtshilfestation: Sie hielten 42.740 Konsultationen in der Notaufnahme ab und halfen bei 8.246 Geburten. Zudem boten wir in einer Klinik im Stadtteil Al-Rafedein sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung an. Im Bezirk Sindschar leisteten wir medizinische Hilfe in Vertriebenenlagern und im Krankenhaus. Allein in der Notaufnahme behandelten wir 14.581 Patientinnen und Patienten. Im Unterbezirk Kajjarah nahmen unsere Teams 2.670 chirurgische Eingriffe vor.
  • Unsere Hilfe im Irak ging auch in der Provinz Kirkuk weiter, in der es weiterhin Konflikte gab. Wir boten medizinische Hilfe in Al-Abassi und Hawidscha an.
  • In der Provinz Diyala versorgten wir Vertriebene, Rückkehrer und die lokale Bevölkerung mit medizinischer und psychologischer Hilfe.
  • Unsere Teams leisteten 2019 im Medizinischen Rehabilitationszentrum in Bagdad vor allem postoperative Hilfe für schwerverletzte Patientinnen und Patienten, die auch Schmerztherapie, Physiotherapie und psychologische Unterstützung einschloss.
  • Der anhaltende Konflikt im Nordosten Syriens führte zur Flucht von mehr als 17.000 Menschen in die irakische Provinz Dohuk. Unsere Hilfe im Irak umfasste hier die Versorgung von Geflüchteten und Vertriebenen mithilfe mobiler Kliniken.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak an.

Mai 2020

Quelle: International Activity Report 2019.

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