Koffer packen für den Hilfseinsatz

Georg Geyer weiß, wie man für einen Hilfseinsatz den Koffer packt. 13 Mal war er bisher als „Expat“ – so nennen wir unsere Einsatz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter – mit Ärzte ohne Grenzen in Gebieten ohne ausreichende medizinische Versorgung. Als Logistiker stellt er sicher, dass Medikamente verfügbar und die Geländefahrzeuge sowie Operationszelte einsatzbereit sind. Welche Pack-Tipps der Wiener auf seinen Reisen gesammelt hat, erzählt er im Interview. 

Georg, du hast schon oft deinen Einsatzkoffer gepackt. Was nimmst du alles mit?

Ich reise gerne leicht und unkompliziert mit rund 13 Kilogramm Gepäck. Meine Kleidung muss einfach, günstig und leicht wiederbeschaffbar sein. Denn meistens wird ein Teil davon beim Einsatz beschädigt. Oder die Fluggesellschaft übergibt mir bei meiner Ankunft anstatt meines Koffers eine Schachtel mit dem Rest meiner Habseligkeiten. Das ist mir bei meinem letzten Einsatz leider passiert. 

Wie bereitest du dich auf deinen Einsatz vor?

Für die Vorbereitung setze ich auf den Onlinehändler meines Vertrauens. Ich habe dort meine Wunschliste mit den wichtigsten Dingen angelegt. Zwei Wochen vor der Abreise stocke ich meine Bestände auf. Wichtig ist mir, dass ich meine Dokumente gut vorbereite und ausreichend Bargeld und aufgeladene Handy-Akkus mithabe. 

Auf welche Mitbringsel aus Österreich kannst du im Einsatz nicht verzichten? 

Auf zwei, meiner Meinung nach „nachhaltige“ Mitbringsel: Das ist ein Espressokocher und eine Hängematte. Vor allem in Kombination sind die beiden Dinge herrlich! So können sowohl meine Kolleginnen und Kollegen als auch ich eine kurze erholsame Pause im Alltagsstress einschieben. 

Was erinnert dich in der Ferne an deine Familie und Freunde?

Vor allem Fotos, Videos und Co., die ich digital dabeihabe. Sie sind auf einer vertrauenswürdigen Cloud hochgeladen und somit immer verfügbar. Das wird mir von Einsatz zu Einsatz wichtiger. 

Welche Köstlichkeiten hast du aus deinen Einsatzländern mit nach Österreich genommen?  

Ich finde, im jeweiligen Land schmeckt alles besser als zuhause. Ein gutes Beispiel ist Kaffee aus Äthiopien. Dort bekommt man an jeder Straßenecke wundervollen, aromatischen, frischen Kaffee. Manchmal heizen die Kaffeekocher daneben ein paar Duftessenzen an, die ein herrliches Aroma ergeben. Von beidem habe ich etwas mit nach Hause genommen. Aber es hat nicht annähernd wie in Äthiopien geschmeckt. Mein Rat ist, lieber vor Ort zu genießen und zuhause in den Erinnerungen zu schwelgen. 

Empfehlen kann ich hingegen die für Männer traditionellen, arabischen Gewänder. Es gibt fast nichts Bequemeres für Zuhause und es erinnert mich an meine Zeit im Hilfseinsatz. 

Was nimmst du von deinen Hilfseinsätzen für dich persönlich mit? 

Natürlich hauptsächlich Erfahrungen. Ich sage immer, dass man in diesem Job sehr viel über die Welt lernt, aber noch viel mehr über sich selbst. 

Was gibt es Aktuelles aus deinem Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo?

Derzeit warten große Aufgaben auf uns hier. Bewaffnete Gewalt und Kriminalität prägen seit Jahren das Land. Dann brach Ebola aus und nun verschärft auch noch Corona die Situation hier. Mehr Informationen über Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo.

Mit Ärzte ohne Grenzen im Einsatz

„Expats“ wie Georg Geyer sind ein unverzichtbarer Pfeiler der Hilfseinsätze von Ärzte ohne Grenzen. Ärztinnen und Ärzte, Labor- und Pflege-Personal sowie logistische und technische Teams gewährleisten, dass medizinische Hilfe ankommt, Operationszelte aufgebaut werden oder Medikamente dorthin transportiert werden, wo sie dringend benötigt werden. 2019 leisteten 129 Personen aus Österreich und Zentraleuropa in 45 Ländern insgesamt 187 Hilfseinsätze. 

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