Ärzte ohne Grenzen versorgt Krankenhaus in Mossul nach verheerendem Bombenanschlag außerhalb der Stadt mit medizinischem Notfall-Material

Amman, 7. August 2009 . Mehr als 100 Verletzte mussten heute in Folge eines verheerenden Bombenanschlags außerhalb der nordirakischen Stadt Mossul medizinisch versorgt werden. In den kommenden Stunden werden im Jumuri Krankenhaus, im Zentrum der Stadt, weitere Verwundete erwartet. Das Krankenhaus, das Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) seit 2007 unterstützt, hat die internationale Hilfsorganisation umgehend um die Bereitstellung von medizinischem Material gebeten.

„Durch die hohe Anzahl von Schwerverletzten hat das Krankenhaus einen Großteil seiner medizinischen und chirurgischen Vorräte bereits aufgebraucht“, sagt Gustavo Fernandez, Einsatzleiter des in der jordanischen Hauptstadt Amman stationierten MSF-Programms für den Irak: „Ärzte ohne Grenzen bedauert zutiefst das Leid und den Tod der vielen Zivilisten, die in diesem Umfeld rücksichtsloser Gewalt gefangen sind.“

Das Material, das jetzt an das Krankenhaus geliefert wird, umfasst chirurgisches Material, Katheter, Sonden, Jodflaschen, sowie Verbandsmaterial und Kompressen für rund 100 Verletzte. Zusätzlich liefert Ärzte ohne Grenzen das spezielle Material für die Versorgung von  100 Verbrennungsopfern.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt das Jumuri Krankenhaus seit 2007. Neben der Bereitstellung von medizinischem Material, haben lokale Freiwillige in der Notfallstation des Krankenhauses in den vergangenen Monaten Schulungen für die Notaufnahme nach größeren Anschlägen durchgeführt. Auch wenn es  durch den anhaltenden Konflikt im Irak für humanitäre Organisationen sehr schwer ist, im Land tätig zu sein, versucht Ärzte ohne Grenzen das Möglichste, um medizinische Hilfe für die Menschen im Irak zu leisten. Seit 2006 hat die Organisation Hilfsprogramme in verschiedenen Teilen des Irak aufgebaut, darunter Anbar, Basra und die nördlichen Regionen Tamim und Ninewa, durch die vor allem auf medizinisches Material und Training bereitgestellt wird. In Suleymaniya, im Norden des Irak, hat Ärzte ohne Grenzen die Versorgung in einem auf Verbrennungen spezialisierten Krankenhaus übernommen. Im benachbarten Jordanien hat Ärzte ohne Grenzen ein Programm zur rekonstruktiven Chirurgie für Kriegsverletzte eingerichtet.

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