Haiti: Ärzte ohne Grenzen fordert Landeerlaubnis für Transport mit lebensrettendem medizinischem Material

Port-au-Prince/Wien, 17. Januar 2009 . Ärzte ohne Grenzen fordert, dass die Frachtflugzeuge der Organisation mit lebensrettenden medizinischen und chirurgischen Materialien an Bord eine Landeerlaubnis in Port-au-Prince erhalten. Dies ist Voraussetzung dafür, dass Tausende Verwundete behandelt werden können, die auf einen lebensnotwendigen chirurgischen Eingriff warten.

Flugzeugen mit lebensrettender Ausrüstung und medizinischem Personal an Bord muss sofort Priorität eingeräumt werden. Trotz Garantien der Vereinten Nationen und des amerikanischen Verteidigungsministeriums wurde ein Frachtflugzeug von Ärzte ohne Grenzen mit einem aufblasbaren chirurgischen Krankenhaus an Bord am Samstag von der Landung in Port-au-Prince abgehalten und nach Samana in die Dominikanische Republik umgeleitet. Das gesamte Material aus der Maschine wird nun per Lastwagen von Samana losgeschickt, wodurch sich die Ankunft des Krankenhauses um weitere 24 Stunden verzögert.

Eine zweite Maschine von Ärzte ohne Grenzen ist derzeit mit weiterem lebensrettenden medizinischen Material und der restlichen Krankenhausausrüstung auf dem Weg und soll heute planmäßig um etwa 10 Uhr lokaler Zeit in Port-au-Prince landen. Falls dieses Flugzeug ebenfalls umgeleitet werden sollte, wird sich der Aufbau des Krankenhauses weiter verzögern; in einer Situation, in der Tausende Verwundete immer noch eine lebensrettende Behandlung brauchen.

Das aufblasbare 100-Betten-Krankenhaus besteht aus zwei Operationssälen, einer Intensivstation, einer Notaufnahme und der notwendigen Ausrüstung, die zur Sterilisation des Materials benötigt wird.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiten im Moment rund um die Uhr in fünf verschiedenen Krankenhäusern in Port-au-Prince, aber nur zwei Operationssäle funktionieren vollständig. Ein dritter Operationssaal für kleinere Operationen wurde infolge des massiven Zustroms Verwundeter und fehlender funktionierender anderer Strukturen provisorisch eingerichtet.

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