Neue Studie von Ärzte ohne Grenzen: Fortschritt bei der Aids-Behandlung bleibt fragil

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New York/Wien, 11. Mai 2011 – Laut einer Studie der Organisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) gibt es bei der Behandlung von Aids-Patienten weltweit leichte Fortschritte. Viele der Länder, die am stärksten von Aids betroffen sind, verbessern ihre Therapieansätze, um Todes- und Krankheitsfälle zu reduzieren. Die Studie zeigt auch, dass die von vielen Ländern angestrebte frühere Behandlung von HIV/Aids die Zahl der Neuinfektionen reduziert. Gleichzeitig verhindert aber die mangelnde Unterstützung der Hauptgeberländer oft entscheidende Veränderungen der Behandlungsprotokolle. Die Studie hat jene HIV/Aids-Programme in 16 Ländern untersucht, in denen 52 Prozent der HIV-infizierten Menschen leben.

„Eine frühere und bessere Behandlung der HIV-Infizierten verhindert die Verbreitung des Virus – aber scheitert oft am Geld. Die westlichen Regierungen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden“, erklärt Franz Neunteufl, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich. „Ich fordere die österreichische Bundesregierung neuerlich auf, eine den Möglichkeiten Österreichs angemessene Unterstützung zuzusagen. Es behindert die Aids-Bekämpfung, wenn diese dringend benötigten Beiträge immer wieder verweigert oder in Frage gestellt werden.“

Programm zur Aids-Bekämpfung festgelegt

Vom 8. bis zum 10. Juni treffen sich Regierungsvertreter bei den Vereinten Nationen in New York, um das weltweite Programm zur Aids-Bekämpfung in den kommenden zehn Jahren zu entwerfen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat die Regierungen aufgerufen, die Behandlung von mindestens 13 Millionen HIV/Aids-Patienten bis zum Jahr 2015 zum Ziel zu erklären – andere plädieren für 15 Millionen. Aber hinter verschlossenen Türen haben die USA und einige europäische Regierungen ihren Widerstand gegen ein solches Ziel deutlich gemacht. Für ein glaubwürdiges Programm zur Aids-Bekämpfung, das die Krankheit wirklich stoppen kann, ist es aber notwendig, dass sich die Regierungen zu einem Behandlungsziel bekennen.

„10 Millionen HIV-Infizierte benötigen heute dringend eine Behandlung“, erklärt Dr. Tido von Schoen-Angerer, Leiter der internationalen Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Genf. „Mit den richtigen Behandlungsprogrammen könnten wir die Zahl der behandelten Patienten verdreifachen, ohne die Kosten zu verdreifachen. Aber wenn die Geberländer nicht einmal das Behandlungsziel unterstützen, senden sie die klare Botschaft aus, dass sie nicht beabsichtigen, die Aids-Pandemie wirklich in den Griff zu bekommen.“

Studie zur Aids-Behandlung

Die Studie „Getting Ahead of the Wave“ von Ärzte ohne Grenzen zeigt eine Momentaufnahme von Aids-Programmen in 16 Ländern. 12 Länder behandeln Infizierte bereits in einem früheren Stadium der Krankheit. 14 Länder haben auf besser verträgliche Medikamente umgestellt. Beide Maßnahmen sind Teil der neuesten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Viele Länder, darunter Malawi und Simbabwe, wollen bessere Therapien einführen, können dies aber aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht umsetzen. In Folge dessen werden Patienten mit minderwertigen Medikamenten behandelt – oder erst dann, wenn ihr Immunsystem bereits sehr geschwächt ist.

Ärzte ohne Grenzen startete die antiretrovirale Therapie für HIV-Infizierte im Jahr 2000 und behandelt mittlerweile mehr als 170.000 Aidspatienten in 19 Ländern.

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