Kenia

Situation im Flüchtlingslager Dadaab verschlechtert sich

Genf/Wien 16. Februar 2012 – Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) veröffentlicht heute einen Bericht mit dem Titel „Dadaab: Zurück an den Start. Die Lage in den Flüchtlingslagern spitzt sich zu“. Die internationale medizinische Hilfsorganisation zieht Bilanz über die aktuelle humanitäre Situation und die operationellen Herausforderungen, die sich ihr in Dadaab stellen - dem in Kenia gelegenen größten Flüchtlingslager der Welt. Der Bericht fasst außerdem die von MSF im Jahr 2011 geleisteten Hilfsmaßnahmen zusammen.

„Ärzte ohne Grenzen steht vor einem Dilemma: Wir wollen uns weiterhin in Dadaab engagieren, da die humanitären Bedürfnisse enorm sind, doch die unsichere Lage hält uns davon ab, angemessen auf die Krise zu reagieren“, erklärt Laurent Ligozat, stellvertretender Leiter der Einsätze. „Wir haben daher entschieden, uns vorläufig nur auf lebensrettende Maßnahmen zu konzentrieren. Sobald die Bedingungen es zulassen, sind wir aber bereit, unsere Tätigkeiten wieder auszuweiten.“

Situation für Flüchtlinge immer schwieriger

Seit Ärzte ohne Grenzen Anfang 2009 nach Dadaab zurückgekehrt ist und die Gesundheitsversorgung im Lager Dagahaley übernommen hat, hat die Organisation immer wieder über die katastrophalen Lebensbedingungen der Flüchtlinge und über deren Anspruch auf humanitäre Hilfe, Schutz und Würde berichtet. Nun schlägt Ärzte ohne Grenzen erneut Alarm.

 „Die Situation der Flüchtlinge wird zusehends schwieriger. Sie sind jetzt mehr denn je auf Schutz und medizinische Hilfe angewiesen. Ihre Gesundheit droht sich rapide zu verschlechtern, doch für humanitäre Organisationen ist es aufgrund der zunehmenden Unsicherheit im Lager schwierig, angemessene Hilfe zu leisten“, berichtet Dr. Monica Rull, MSF-Projektleiterin in Kenia und Somalia.

Dauerhafte Unterstützung nötig

Die Flüchtlinge in Dadaab brauchen die dauerhafte Unterstützung des UNHCR, der kenianischen Regierung und humanitärer Organisationen, damit sie überleben können. Es liegt in der Verantwortung der Entscheidungsträger, Lösungen zu finden, um die gegenwärtige Entwicklung umzukehren. Jetzt bezahlen die Flüchtlinge den Preis für einen Konflikt, vor dem sie geflohen sind und riskieren Opfer des Systems zu werden, das ihnen Unterstützung bieten sollte. Die Unterstützung und Sicherheit für Tausende von Flüchtlingen sollte weiterhin oberste Priorität bleiben.

Ärzte ohne Grenzen tut alles in seiner Macht Stehende zur sicheren Befreiung von Blanca Thiebaut und Monserrat Serra, die am 13. Oktober 2011 in Dadaab entführt wurden, während sie dort somalischen Flüchtlingen Hilfe leisteten. MSF fordert alle beteiligten Parteien, die Regierung und insbesondere die zuständigen Behörden in den somalischen Gebieten, in denen die Frauen zurückgehalten werden, nachdrücklich dazu auf, sich für die Freilassung von Montserrat Serra und Blanca Thiebaut einzusetzen.

Pressemitteilung zum Download

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