Starved for Attention - Ausstellung Wien

Wien, 1. Dezember 2011. Die medizinische Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) und die New Yorker Fotoagentur VII Photo präsentieren ab heute in Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde Wien die Multimedia-Ausstellung „Starved for Attention“. Die Ausstellung rückt das Thema Mangelernährung in eine völlig neue Perspektive und macht darauf aufmerksam, dass Millionen Kinder Jahr für Jahr einen vermeidbaren Tod sterben.

Eine siebenteilige Mini-Dokumentation stellt gängige Vorstellungen von Mangelernährung in Frage: Gezeigt werden nicht klischeehafte Bilder sondern Eltern und Gesundheitspersonal, die darum kämpfen, Kinder zu retten, indem sie ihren Nährstoffbedarf decken. „Starved for Attention” zeigt, wie der Tod von Kindern durch passende Ernährungshilfe verhindert werden kann. „Mangelernährung zu dokumentieren, war eine der bisher schwierigsten Herausforderungen für unsere Agentur”, erklärt VII-Fotograf Ron Haviv. „Seit dem 20. Jahrhundert haben Fotojournalisten immer wieder die Geschichte von Hungersnöten erzählt. Wir glauben, dass wir mit „Starved for Attention“ eine völlig neue visuelle Sprache gefunden haben, um über Mangelernährung zu berichten.“ 195 Millionen Kinder sind weltweit von Mangelernährung betroffen. Von acht Millionen Kindern unter fünf Jahren, die Jahr für Jahr zu Tode kommen, stirbt ein Drittel an Mangelernährung. Diese Todesfälle wären vermeidbar, würde der Nährstoffbedarf kleiner Kinder gedeckt werden. Kleinkinder, die keine ausgewogene Nahrung bekommen, bleiben unterentwickelt, sind in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt und anfälliger für Krankheiten. „Unsere Teams, die in mehr als 30 Ländern mit hoher Mangelernährung arbeiten, haben gezeigt, dass mit qualitativ guten und frühzeitigen Maßnahmen sowie einer ausgewogenen Ernährung unzählige Kinder von Unterernährung verschont bleiben“, sagt Dr. Reinhard Dörflinger, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Die Ausstellung „Starved for Attention” will dazu beitragen, dass die internationale Nahrungsmittelhilfe ihre Qualitätsstandards verbessert und mehr an die Bedürfnisse von Kleinkindern anpasst,  sowie dafür, dass mehr Ressourcen für eine Erweiterung von Ernährungs-Programmen mobilisiert werden.    Ärzte ohne Grenzen betreibt in folgenden Ländern rund 120 Hilfsprogramme für mangelernährte Kinder: Äthiopien, Bangladesch, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Dschibuti, Guatemala, Guinea, Honduras, Indien, Jemen, Kenia, Kolumbien, Liberia, Malawi, Mali, Mosambik, Myanmar, Nigeria, Niger, Pakistan, Philippinen, Sambia, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Swasiland, Tschad, Uganda, Zentralafrikanischen Republik. Ausstellungsdaten:

Eröffnung am 1.12. um 19 Uhr 2. bis 11.12.2011, täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr Museum für Völkerkunde, Heldenplatz, 1010 Wien

Diskussionsveranstaltung „Strategien gegen den Mangel“ am 5. 12. um 18 Uhr Website: www.starvedforattention.org

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