Sanitäre Anlagen

Die Versorgung der Bevölkerung mit Latrinen, Waschplätzen und Duschen ist eine wichtige Voraussetzung für ihre Gesundheit.

Ärzte ohne Grenzen baut daher wenn nötig sanitäre Einrichtungen und sorgt für Kanalisation, Abwasserentsorgung und Müllbeseitigung. Ohne ausreichende sanitäre Anlagen können sich nicht nur Krankheiten wie Durchfall verbreiten, die Menschen müssen auch in unzumutbaren Verhältnissen leben. Unsere Teams sorgen zum Beispiel in Flüchtlingslagern rasch dafür, dass Abflussrinnen angelegt werden, um Abwässer und Regenwasser zu entsorgen. Auch ein System zur Müllentsorgung muss eingeführt werden. Die Errichtung von Sanitäranlagen erfolgt nach internationalen Standards, die zum Beispiel den Abstand von Latrinen zu Trinkwasser-Stellen mit mindestens 30 Metern festlegen. Der Abstand von Toiletten zu Unterkünften soll zwischen 5 und 50 Metern betragen, damit die Sanitäranlagen auch genutzt werden. 

Edith Rogenhofer, Wasser- und Hygienespezialistin, erzählt von ihrem Einsatz in Bangladesch im Jahr 2007:

Als ich im Flüchtlingslager in Bangladesch angekommen bin, waren die sanitären Bedingungen unglaublich schlecht. Die Flüchtlinge lebten ohne angemessene Sanitäranlagen im Feuchtgebiet zwischen einer Straße und einer Shrimp-Farm. Neben der medizinischen Versorgung war die Errichtung von Latrinen eine der ersten Aufgaben von Ärzte ohne Grenzen. Denn wenn Fäkalien den Lebensraum und das Trinkwasser verunreinigen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zum Ausbruch von schweren Durchfall-Erkrankungen kommt. Außerdem helfen Latrinen den Menschen in Krisengebieten, ihre Würde zu bewahren. Es ist wichtig, die Latrinen an die kulturellen Gepflogenheiten der Menschen anzupassen. Sonst werden sie nicht benutzt. Außerdem müssen Latrinen sicher sein, damit die Menschen sich auch trauen, diese zu benutzen. Es werden zum Beispiel spezielle Latrinen für Kinder gebaut, mit kleinerem Loch, damit die Kleinen keine Angst haben, hineinzufallen. Außerdem müssen sie die draußen wartende Begleitperson noch sehen können. Niemand soll Angst haben, ein Klo zu benutzen.

Dringend für unsere Hilfsprojekte gesucht:

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