Hirnhautentzündung (Meningitis)

Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der dünnen Häutchen, die das Gehirn und Rückenmark umgeben. Die Krankheit kann ansteckend sein, die Ursachen liegen dann zum Beispiel in einer Infektion mit Bakterien (Meningokokken). Die Infektion kann plötzliche und heftige Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit auslösen. Der Tod kann bereits wenige Stunden nach dem Auftreten erster Symptome eintreten.

Sechs Stämme des Bakteriums `Neisseria meningitidis´ sind bislang bekannt: A, B, C, W135, Y und X. Menschen können sich anstecken, ohne Symptome zu entwickeln. Sie übertragen die Bakterien jedoch, wenn sie husten oder niesen. Verdächtige Fälle werden diagnostiziert, indem die Rückenmarksflüssigkeit untersucht wird. Die Patienten und Patientinnen erhalten Antibiotika als Behandlung. Doch sterben auch mit dieser Therapie etwa zehn Prozent der Infizierten, und ohne Behandlung stirbt etwa die Hälfte der Patienten an den Folgen der Hirnhautentzündung.

Bakterielle Hirnhautentzündung kommt vor allem in Afrika vor  

Eine Hirnhautentzündung durch Meningokokken ist weltweit verbreitet. Die Mehrheit der Infektionen und Todesfälle gibt es jedoch in Afrika, vor allem im sogenannten Meningitisgürtel. Dabei handelt es sich um einen geografischen Streifen, der sich von Osten bis Westen ausbreitet: von Äthiopien bis zum Senegal. In dieser Region werden die Epidemien vor allem durch den Bakterienstamm A ausgelöst.

Eine neue Impfung gegen diesen Stamm gibt Schutz für zehn Jahre. Sie verhindert sogar, dass Menschen, die sich angesteckt, aber keine Symptome entwickelt haben, die Krankheit auf andere übertragen. Vorbeugende Impfkampagnen wurden bereits in dieser Region durchgeführt und haben den Zyklus aus tödlichen Epidemien mit A-Meningokokken unterbrochen. Dennoch kommt es immer wieder zu Ausbrüchen mit anderen Bakterien-Stämmen. So kam es 2015 zu einer großen Epidemie mit Meningokokken der Gruppe C in Niger und Nigeria, 2016 traten vor allem in Niger viele Fälle auf. 

Als Reaktion auf Krankheitsausbrüche hat Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2016 insgesamt 169.200 Menschen gegen bakterielle Hirnhautentzündung geimpft.

Meldungen zum Thema Meningitis

Nigeria

Seit Februar, als der Ausbruch der Epidemie offiziell erklärt wurde, unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden des Landes in den am meisten betroffenen Landesteilen bei der medizinischen Versorgung der Erkrankten.

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