10.700 BesucherInnen in Innsbruck: „Eine Ausstellung, die wachrüttelt!“ – Rückblick

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15.10.2015
Freilicht-Ausstellung bot Einblicke in verschiedene Aspekte der medizinischen Nothilfe – von Cholera und Malaria über Chirurgie und Geburtshilfe bis zu Logistik und Wasseraufbereitung.

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Die Ausstellung „Hilfe aus nächster Nähe“ von Ärzte ohne Grenzen hat alle Erwartungen übertroffen: Mehr als 10.700 SchülerInnen und Privatpersonen besuchten von 1. bis 12. Oktober 2015 den Marktplatz in Innsbruck. „Eine gelungene Ausstellung, die wachrüttelt!“, so ein Eintrag im Gästebuch.

Die Freilicht-Ausstellung bot Einblicke in verschiedene Aspekte der medizinischen Nothilfe – von Cholera und Malaria über Chirurgie und Geburtshilfe bis zu Logistik und Wasseraufbereitung, wie das interaktive Panorama zeigt:

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„Wenn man daheim sitzt, spendet und die Zeitung liest, kann man sich das gar nicht so gut vorstellen. Erst wenn man hier mit Mitarbeitern redet, erfährt man die richtigen Probleme und die echte Arbeit“, so eine Besucherin am Infopoint, die gemeinsam mit ihrer Freundin sonntags die Ausstellung besucht. „Ich unterstütze Ihre Organisation schon lange!“

Das fast durchgehend sonnige und milde Herbstwetter und das Bergpanorama mit der Nordkette motivierten viele Menschen auch zu einem Spontan-Besuch am Marktplatz. Dort führten erfahrene Einsatzkräfte an allen zwölf Ausstellungstagen durch die verschiedenen Stationen und berichteten von ihren Erfahrungen in einem Hilfsprojekt.

Hanna Spegel/MSF
Innsbruck, Oktober 2015: Notfallmediziner Peter Pollak erklärt die Übertragungswege von Cholera, Ausstellungskoordinatorin Marion Jaros bespricht mit jungen Besuchern die Kühlkette von Impfstoffen, zwei Gäste im aufblasbaren Operationssaal und eine Tafel zum Thema medizinische Grundversorgung (v.l.n.r.).

So vielfältig wie die Geschichten waren auch die Nationalitäten der freiwilligen Ausstellungs-HelferInnen: Ob ein Arzt aus Sri Lanka, eine Krankenpflegerin aus der Schweiz, ein Logistiker aus den Niederlanden, eine Finanzexpertin aus Deutschland oder ein Notfallmediziner aus Österreich – je nach Berufsgruppe und Einsatzländern konnte man Ärzte ohne Grenzen aus verschiedenen Perspektiven kennen lernen. Sie alle verbindet das humanitäre Grundprinzip der medizinischen Hilfe: „Gesundheit ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht!“

Das unterstreicht auch ein Facharzt für Geburtshilfe während all seinen Führungen, besonders wenn er über seine Arbeit für Menschen in vergessenen Krisengebieten spricht. Gerne erzählt er über die Dinge, die er bei seinen mehr als 25 Hilfseinsätzen rund um den Globus erlebt hat. Besonders berührte ihn stets die hohe Müttersterblichkeit in Ländern wie Sierra Leone, Nigeria oder Afghanistan, wie er im aufblasbaren Operationssaal berichtet. Deshalb fokussieren viele Hilfsprogramme von Ärzte ohne Grenzen besonders auf die Bedürfnisse von Müttern und Kindern.

„Man sieht ja oft etwas von Ärzte ohne Grenzen im Fernsehen“, so ein Familienvater mit Frau und Tochter. „Aber in der Ausstellung erfährt man dann, wie es eigentlich wirklich ausschaut. Sehr interessant!“

8.200 Privatgäste, 2.500 SchülerInnen & Studierende

Besonders erfreulich war auch das große Interesse von Schulen an der Ausstellung – das breit gefächerte Spektrum reichte von Volksschulen über Gymnasien bis zu Technischen Lehranstalten, Berufsschulen und Universitäts-Studierenden. Insgesamt mehr als 2.500 SchülerInnen und Studierende besuchten den Marktplatz. Viele der Lehrkräfte erinnerten sich auch noch an die erste Ausstellung im Jahr 2008 und kamen nun mit einer oder mehreren Klassen erneut. Doch wie können junge Menschen nun selbst aktiv werden und auf die Situation von Menschen in Not aufmerksam machen? Die Jugendinitiative „Break the Silencevon Ärzte ohne Grenzen bot die Möglichkeit, selbst eine kreative Aktion zu starten – Tafeln am Infopoint mit bereits erfolgreich durchgeführten Projekten und Informationsmaterial für verschiedene Altersgruppen bietet Inspirationen für eigene Ideen.

„Unsere Tochter war mit der Schule da und es hat sie tief berührt. Deshalb sind wir, ihre Eltern, heute auch da! Wir sind tief berührt und danken allen diesen wundervollen Menschen, die sich bei Ärzte ohne Grenzen beteiligen!“

Hanna Spegel/MSF
Innsbruck, Oktober 2015: Das Ernährungszentrum am Marktplatz, Ärztin Katja Senkel erklärt SchülerInnen ein Stethoskop, eine Gruppe in einer Zeltunterkunft, Logistiker Ricardo Baumgarten im Gespräch mit einem Besucher (v.l.n.r.).

Herzlichen Dank all unseren BesucherInnen für das große Interesse und sämtlichen HelferInnen sowie dem Koordinations-Team für die tolle Arbeit!

 

Großes Finale heute in #Innsbruck: DANKE an 10.000+ BesucherInnen! :-) Details demnächst im Nachbericht. #IbkTwit pic.twitter.com/HPcvcsMwWY

— Ärzte ohne Grenzen (@MSF_austria) 12. Oktober 2015

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15.10.2015
22:33
silvia

ich finde es toll, dass ihr diese veranstaltung gemacht habt, dadurch ist alles viel verständlicher erklärt. ich unterstütze seit jahren diese organisation und es hat mich tief getroffen, als ich von dem bombenangriff hörte, bei dem einige eurer helfer zu Tode kamen. ihr seid mutig und gut und kämpft doch mit verlusten der euren. viel glück für eure weiteren einsätze. ihr habt meine Hochachtung !

15.10.2015
20:13
Judith

War schön mit euch aufgebaut zu haben. :-) Vielleicht mal wieder irgendwo anders in Österreich. LG Judith

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