Syrien: Russische und syrische Luftangriffe auf Krankenhäuser sind Todesurteile für hunderte Verletzte

05.10.2016
Vier Krankenhäuser in Ost-Aleppo wurden innerhalb weniger Tage bei Bombenangriffen beschädigt. Auch eine Blutbank wurde bombardiert.
MSF Supported Hospital Bombed in Idlib, Syria
MSF
A hospital supported by Médecins Sans Frontières (MSF) is destroyed by an aerial bombing in Millis town, Idlib Governorate, Syria on Saturday 06 August. Killing four hospital staff and nine others, including children. The hospital was struck with two direct (and two in the immediate vicinity) aerial strikes at around 2:00pm local time. Six other hospital staff were wounded. The bombing substantially destroyed the building, and the hospital is currently closed. This comes in the midst of an escalation in intensity of conflict in Idlib Governorate.

Vier der acht noch funktionierenden Krankenhäuser in Ost-Aleppo wurden innerhalb weniger Tage bei Bombenangriffen beschädigt. Ein wichtiges Chirurgie-Krankenhaus wurde sogar zweimal getroffen. Auch eine Blutbank wurde bombardiert. Diese Informationen stammen von Medizinern in Aleppo, mit denen Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) in regelmäßigem Kontakt steht.

„Die wenigen verbleibenden Kliniken kollabieren unter hunderten Verwundeten, die unter Schmerzen am Boden der Stationen und Korridore liegen“, sagt Pablo Marco, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen im Nahen Osten. „Ärzte nehmen Gehirn- und Bauchoperationen an den Opfern von Bombenangriffen auf den Fußböden der Notaufnahme vor, da es nicht genügend Operationssäle gibt. Russland und Syrien müssen dieses Massaker jetzt beenden.“

Blutbank bombardiert

Am 30. September wurden zwei von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhäuser von kontinuierlichen, wahllosen Luftangriffen beschädigt. Auch eine Blutbank wurde getroffen. Trotz der Schäden schafften es die medizinischen Teams in diesen drei Einrichtungen weiter zu arbeiten.

Am 1. Oktober wurde ein wichtiges chirurgisches Zentrum bei Bombenangriffen so stark beschädigt, dass es geschlossen werden musste. Zwei Tage später, als ein Team dabei war, die Schäden am Gebäude zu beheben, wurde die Gegend erneut angegriffen. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben, und das Gebäude wurde weiter beschädigt.

Am 2. Oktober wurde ein chirurgisches Krankenhaus bei Bombenangriffen beschädigt, konnte jedoch geöffnet bleiben.

Ärzte ohne Grenzen betreibt sechs medizinische Einrichtungen im Norden Syriens und unterstützt  landesweit mehr als 150 Gesundheitszentren und Krankenhäuser, acht davon in der Stadt Aleppo.