Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation den Covid-19-Ausbruch zur Pandemie. Seitdem leben Menschen weltweit wirtschaftlich, sozial und medizinisch in einer Ausnahmesituation. Überall sind Gesundheitssysteme und medizinisches Personal an ihre Belastungsgrenzen geraten. In mehr als 250 Projekten und 63 Ländern weltweit ist Ärzte ohne Grenzen im Einsatz gegen die Pandemie und für die Gesundheit der Menschen. Wir helfen zum Beispiel in Indien, dem Südsudan, in Brasilien und in Syrien.
Einige der fortschrittlichsten Systeme der Welt werden von der Pandemie überwältigt. Internationale Solidarität und die Einbeziehung der Bevölkerung werden der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie sein.
...lokale Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen bei der Identifizierung, Isolierung und Behandlung von COVID-19-Patient:innen. Zudem schulen wir das Personal.
...besonders von COVID-19 gefährdeten Menschen, die beispielsweise chronisch erkrankt sind, obdachlos sind oder aus ihren Heimatländern flüchten mussten.
...weltweit dabei, die allgemeine Gesundheitsversorgung trotz der COVID-19-Pandemie aufrechtzuerhalten und eine medizinische Grundversorgung zu gewährleisten.
Wo wir aktiv sind
Unsere Hilfe weltweit
Im Einsatz gegen die COVID-19-Pandemie steht Ärzte ohne Grenzen Menschen in 63 Ländern zur Seite. Wir unterstützen Krankenhäuser und Kliniken mit medizinischem Personal, schicken Hilfsgüter, führen Isolationsbereiche ein und treffen Maßnahmen zur Infektionskontrolle. Unsere Teams helfen Geflüchteten im Südsudan, in Syrien und in Bangladesch. Unsere Mitarbeiter:innen bringen Hilfe zu indigenen Völkern in Brasilien und sind auch in Konfliktgebieten wie im Jemen gegen COVID-19 im Einsatz.
Unsere Hilfe in Europa
In bisher nie dagewesenem Umfang wurden wir auch in Europa aktiv. Zu Beginn der Pandemie haben wir frühzeitig verschiedene Krankenhäuser in Italien unterstützt, Alten- und Pflegeheimen in Spanien mit medizinischem Personal ausgeholfen sowie Obdachlose und Migrant:innen in Belgien versorgt. In Frankreich haben wir überlasteten Krankenhäusern mobile Kliniken zur Seite gestellt. Die Erfahrungen, die unsere Mitarbeiter:innen aus der Bekämpfung anderer Epidemien wie Ebola, Masern und Cholera bei ihren Einsätzen in Europa einbringen können, sind dabei von großem Wert.
COVID-19 trifft Schutzbedürftige am härtesten
Insbesondere Menschen, die bereits zuvor schutzbedürftig oder besonders verletzlich waren, leiden unter den Folgen der Pandemie. Unsere Mitarbeiter:innen sehen zum Beispiel wie Geflüchtete weltweit in Gesundheitseinrichtungen abgewiesen oder unter menschenunwürdigen Bedingungen isoliert werden, aus Angst vor der Ansteckung mit COVID-19.
In unseren Programmen weltweit beobachten wir zudem, dass vielen Frauen essentielle Gesundheitsdienste wie beispielsweise wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder Beratungen zur Familienplanung nicht mehr zur Verfügung stehen. Gleichzeitig erhalten chronisch erkrankte Menschen ihre Medikamente nicht, weil Einrichtungen geschlossen oder Lieferketten unterbrochen sind.
In Krisengebieten wie dem Jemen widerum sind die Menschen nach dem jahrelangen Krieg in schlechter gesundheitlicher Verfassung. Viele Gesundheitseinrichtungen sind zerstört, es mangelt an Personal und COVID-19-Patient:innen erreichen medizinische Einrichtungen meist erst, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist.
Weltweit stehen inzwischen verschiedene wirksame Impfstoffe gegen das Coronavirus sowie Testverfahren für die Diagnostik zur Verfügung. An weiteren Impfstoffen und wirksamen Medikamenten gegen COVID-19 forschen Wissenschaftler:innen unter Hochdruck. Für die Erforschung dieser medizinischen Produkte wurden und werden große Summen an öffentlichen Fördermitteln bereitgestellt.
Wir setzen uns für eine gerechte Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus und einen fairen Zugang für alle Menschen ein: Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein.
Mit unserer Medikamentenkampagne üben wir Druck auf die Verantwortlichen in Forschung, Politik und Industrie aus und fordern:
Patente und Monopole dürfen unter keinen Umständen den bezahlbaren Zugang oder eine ausreichende Produktion der jeweiligen medizinischen Produkte einschränken.
Pharmazeutische Unternehmen, die über Patente auf mögliche Medikamente, Diagnostika oder Coronavirus-Impfstoffe verfügen, sollten auf eine Durchsetzung verzichten und künftige Impfstoffe zum Selbstkostenpreis verkaufen.