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Ebola
Ebola ist eine hoch infektiöse und meist tödliche Viruserkrankung. Zum ersten Mal brach sie 1976 im Norden des ehemaligen Zaire (heute: Demokratische Republik Kongo) aus. Sie breitete sich damals zunächst an den Ufern des Ebolaflusses aus. Fast alle Menschen, die mit ihr in Berührung kamen, starben. Dann verschwand die Krankheit wieder, so geheimnisvoll, wie sie gekommen war.
Nach dem Fluss benannt, an dem Ebola erstmalig aufgetreten war, kam es im Südsudan zur gleichen Zeit zu einem vergleichbaren Ausbruch, vier Jahre später nochmals in der Stadt Kikwit in der heutigen Demokratischen Republik Kongo. 1995 starben dort bei einem großen Ebola-Ausbruch 244 Menschen.
Die Krankheit verbreitete weltweit große Angst. Diese legte sich erst, als medizinische und epidemiologische Untersuchungen zeigten, dass und wie es möglich war, mit einer derartigen Epidemie umzugehen.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Es kommt zu einem plötzlichen Auftreten von Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskelschmerzen, hohem Fieber, Bauchschmerzen und Dehydratation. Anschließend kommt es zu einem Hautausschlag. Die Blutungsneigung ist stark erhöht. Dies manifestiert sich u. a. in Teerstühlen (mit Blut vermischtem Stuhl), blutigem Erbrechen und Schleimhautblutungen. Dadurch kommt es zu einem starken Blutverlust und zum Schock. Die Patienten sterben meistens in der zweiten Krankheitswoche.
Infektionsweg
Ebola wird von Mensch zu Mensch durch Körpersekrete wie Speichel, Blut, Urin und Stuhl übertragen. Auch eine Ansteckung durch sexuelle Kontakte ist möglich. Außerdem können eine Hautverletzung oder eine Injektion mit einer unsterilen Nadel zu Infektionen führen.
Bis heute ist unklar, wo sich das Ebolavirus zwischen dem epidemischen Auftreten aufhält. Die so genannten Reservoirs sind möglicherweise Affen oder andere Wirtstiere, auch gesunde menschliche Träger werden vermutet. Ist die Krankheit erst ausgebrochen, wird das Virus über Blut und andere Körpersekrete von Mensch zu Mensch übertragen.
Krankheitsentstehung
Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tagen. Befindet sich das Virus erst einmal im Körper, vermehrt es sich und dringt in alle lebenswichtigen Organe ein. Hohes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Erbrechen und Durchfall treten auf. Die charakteristische Blutung wird durch einen Prozess namens DIC ( = Disseminierte Intravasale Coagulation) ausgelöst. Dieser Prozess führt zu inneren Blutungen an allen Organen, die Patienten sterben innerhalb weniger Tage daran.
Behandlung
Es gibt weder Impfungen noch eine spezifische antivirale Behandlung gegen das Ebolavirus.
Im Vordergrund steht die Reduktion der Virusübertragung. Das Pflegepersonal muss dabei eine strikte Infektionsroutine einhalten und den direkten Kontakt mit den Erkrankten möglichst vermeiden.
Die Patienten erhalten orale wie intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, während das Immunsystem den Kampf gegen das Virus aufnimmt.
Soweit es im akuten Fall möglich ist, sollte eine Schocksituation verhindert und die Aufrechterhaltung der Nierenfunktion erfolgen.
Wenn Verwandte vorhanden sind, die als Blutspender in Frage kommen, kann man die Patienten mit Bluttransfusionen behandeln. Das zu transfundierende Blut muss natürlich vorher auf andere Viruserkrankungen wie Hepatitis B/C und HIV untersucht werden. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, die Patienten mit Antikörper-positivem Blut zu transfundieren, so dass durch die Antikörper ein gewisser Schutz vor den Ebolaviren aufgebaut wird.
Da die Gefahr der Ansteckung bei Ebola extrem hoch ist (starke Virulenz des Erregers), sind diese Behandlungsversuche häufig erfolglos. Die oberste Priorität von Ärzte ohne Grenzen im Kampf gegen die Krankheit besteht daher darin, die Zahl der Infektionen zu begrenzen.
Vorgehen bei Epidemie
Aufgrund der extrem hohen Ansteckungsgefahr ist ein rasches Eingreifen von wesentlicher Bedeutung. Freiwillige vor Ort und nationale Mitarbeiter müssen geschult und erfahren darin sein, eine eigene Ansteckung zu vermeiden.
Folgende Aktivitäten müssen in Angriff genommen werden:
- Blutproben infizierter Personen müssen zur Bestätigung der Diagnose gewonnen werden. Diese Proben sind ihrerseits hoch infektiös und werden umgehend durch ein internationales Team von Virusexperten getestet, das im Idealfall speziell zum Ort der Epidemie anreist.
- Infizierte Personen werden im Krankenhaus isoliert, und eine aktive Suche nach Erkrankten sowie Kontaktpersonen muss erfolgen. Eine Identifizierung und Überwachung aller, die engen Kontakt zum Patienten hatten, ist über drei Wochen hinweg nötig.
- Epidemiologische Daten werden gesammelt um nachzuvollziehen, wer sich infiziert hat und um eventuell Möglichkeiten daraus abzuleiten, wie eine weitere Ausbreitung begrenzt werden kann.
- Die Öffentlichkeit wird informiert, wie eine Ansteckung vermeidbar ist. Eine solche Informationskampagne muss mit allen verfügbaren Medien wie z. B. Lautsprechern und Radios bzw. durch Weitergabe der Information durch Lehrer und Autoritätspersonen der Gemeinschaft erfolgen.
- Alle Mitarbeiter werden in Methoden der Isolierung wie "Isolationspflege", Sterilisation sowie der Vernichtung kontaminierten Abfalls geschult.
- Die ausreichende Versorgung von Gesundheitseinrichtungen mit sterilen Kanülen und Spritzen muss gewährleistet sein, um eine weitere Ausbreitung des Virus auf diesem Wege zu verhindern.
Vorbeugung
Es gibt weder einen Impfstoff noch spezifische Behandlungsmöglichkeiten gegen Ebola. Das Virus wird über Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen. Daher bezieht sich die Prävention im Rahmen einer Epidemie in erster Linie darauf, Kontakt mit den Körperflüssigkeiten Infizierter zu vermeiden:
- Medizinische Mitarbeiter müssen Handschuhe, Gesichtsschutz und Schutzkleidung tragen, die beim Verlassen des Krankenhauses ausgezogen werden.
- Örtliche Behörden müssen bei traditionellen Bestattungsritualen darauf achten, dass der sonst übliche Körperkontakt der Angehörigen mit den Toten vermieden wird.
- Angehörige dürfen infizierte Erkrankte nicht selbst pflegen.
- Es muss öffentlich darauf hingewiesen werden, dass die Bevölkerung sich in jedem Fall nur Injektionen verabreichen lässt, wenn die Sterilität der Nadeln gewährleistet ist.
- Die Menschen müssen bei Ausbruch einer Epidemie besonders auf Hygieneregeln wie etwa regelmäßiges Händewaschen achten, besonders wenn sie sich um Kranke kümmern. Da im Frühstadium einer Erkrankung Ebola als Ursache nie generell ausgeschlossen werden kann, sollten in jedem Verdachtsfall gleich zu Beginn alle erforderlichen Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.
- Männliche Überlebende können nach ihrer Heilung das Virus noch über mehrere Wochen hinweg mit ihrem Samen übertragen; sie sollten deshalb über einen Zeitraum von drei Monaten keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.











