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Leishmaniose / Kala Azar
Leishmaniose ist eine parasitäre Erkrankung, die durch ein kleines Insekt (Sandmücke Phlebotomus) übertragen wird und die sich in einem einfachen Befall der Haut äussern kann, aber auch in einem schweren Befall mehrerer Organe (bezeichnet als 'Kala Azar').
Die Erkrankung ist endemisch in vielen Ländern Afrikas, in Südeuropa, im Nahen Osten, in Asien und in Lateinamerika. Derzeit gibt es weltweit schätzungsweise 12 Millionen infizierte Personen. Leishmaniose breitet sich weiter aus, vor allem wegen der Ausbreitung von Aids - diese beiden Krankheiten verstärken sich gegenseitig.
Symptome und Krankheitsverlauf
Die Infektion kann latent verlaufen (keine Symptome hervorrufen) oder in drei unterschiedlichen Formen auftreten:
- viszerale (die Eingeweide betreffende) Form, auch als Kala Azar bezeichnet: Nach einer Inkubationszeit von circa 2 - 6 Monaten befällt der Parasit Knochenmark, Milz, Leber und Lymphknoten. Die Krankheit manifestiert sich gewöhnlich in Fieber, einer Verschlechterung des Allgemeinzustands, einer Vergrösserung der Milz (Splenomegalie) und Anämie. Die Abwehrkräfte des Patienten sind vermindert.
Ohne Behandlung kommt es im Allgemeinen innerhalb einiger Monate zum Tod. Bei gleichzeitiger Aids-Infektion verschlimmert sich der Schweregrad beider Krankheiten, weil die immunsuppressive (das Immunsystem schwächende) Wirkung beider Krankheiten zusammenkommt. Auch Mangelernährung kann sich verschlimmernd auswirken. - kutane (die Haut betreffende) Form: Bei dieser Form bilden sich eines oder mehrerer Geschwüre oder (seltener) Knötchen der Haut. Die Stellen heilen spontan ab, wobei gelegentlich grosse Narben bleiben. Ohne Behandlung zur allgemeinen Verbesserung des Gesundheitszustands kann sich eine von bestimmten Arten des Parasiten verursachte kutane Leishmaniose zur mukösen (die Schleimhäute betreffenden) Form entwickeln. Eine Behandlung wird auch bei der diffusen (nicht auf einzelne Stellen beschränkten) kutanen Form empfohlen.
- muköse (die Schleimhäute betreffende) Form: Bei dieser Form bilden sich - anschliessend an einen Befall der Haut oder gleichzeitig - verstümmelnde Geschwüre der Mund-, Nasen- und Rachen-Schleimhäute.
Übertragungswege
Der Parasit wird durch den Stich eines kleinen Insekts (Sandmücke (Phlebotomus)) übertragen. Die Sandmücke infiziert sich, indem sie Blut von Wildtieren, Haustieren (am häufigsten streunenden Hunden) oder von infizierten Menschen saugt. Auch Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, von der Mutter auf den Embryo während der Schwangerschaft oder via Bluttransfusion oder infizierte Spritzen (bei Drogenabhängigen).
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und die Untersuchung des Patienten sowie auf verschiedene Laboruntersuchungen. Die Identifikation des Parasiten unterm Mikroskop in Gewebeproben des Knochenmarks, der Milz oder eines Adenoms (einer Gewebswucherung) wird bei der viszeralen Form immer mehr ersetzt durch Tests auf Antikörper vor Ort, bleibt aber zur Diagnose der kutanen Form nach wie vor nötig.
Die Behandlung dieser Krankheit ist komplex und schwierig, wegen der Toxizität (Giftigkeit) der zur Verfügung stehenden Medikamente, der Resistenz des Parasiten in bestimmten Gebieten und dem Preis der Medikamente. Manche Wirkstoffe sind bei ihrer Verabreichung auch schmerzhaft.
Vorbeugung
Präventive Maßnahmen wie das Besprühen der Häuser mit Insektizid, imprägnierte Moskitonetze und das Tragen geeigneter Kleidung können sich als wirksam erweisen.
