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Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Es kommt zu Fieber, Husten und dem typischen Hautausschlag. In seltenen Fällen kann die Krankheit zu schweren Komplikationen, bis hin zum Tod führen.
Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 100.000 Menschen an Masern – die meisten davon sind Kinder unter fünf Jahren. Bei Kindern tritt die Krankheit am häufigsten auf, aber auch Erwachsene können krank werden.
Da es keine Therapie gegen Masern gibt, kann die Krankheit nicht behandelt, sondern nur die Symptome gelindert werden.
Es gibt aber schon lange eine wirksame Impfung. In Österreich ist sie sogar kostenlos.
Aber vor allem in Ländern mit unzureichendem Gesundheitssystem sind Impfungen schwer zugänglich. Dort enden Masern-Infektionen für viele Menschen tödlich.
Wir setzen uns weltweit dafür ein, Menschen vor Masern zu schützen. Wir behandeln in unseren Projekten erkrankte Patient:innen und führen Impfkampagnen durch.
Wo kommt Masern vor?
Das Masernvirus kommt weltweit vor. Dabei kommt es vor allem dort zu vielen Krankheitsfällen, wo Impfungen schwer zugänglich sind. In den letzten Jahren gab es größere Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo, Niger, Afghanistan und dem Jemen.
In Ländern, die von Krieg und Krisen betroffen sind, herrscht ein größeres Risiko für Masern-Infektionen. Das hat vor allem mit der eingeschränkten Gesundheitsversorgung zu tun. Dementsprechend kommt Masern auch in praktisch allen unseren Einsatzländern vor.
In Österreich gibt es eine Empfehlung für die Masern-Impfung für Kinder und Erwachsene. Deshalb ist die Krankheit hier selten. Doch Impf-Lücken führen immer wieder zu Krankheitsausbrüchen. Seit 2023 kommt es in Österreich wieder zu mehr Infektionen.
Ansteckung: Wie bekommt man Masern?
Masern werden durch ein Virus verursacht und über Tröpfcheninfektion übertragen – beim Husten, Niesen oder Sprechen. Sie sind hoch ansteckend. Tröpfchen von erkrankten Menschen bleiben mehrere Stunden in der Luft.
Auf Oberflächen sind sie bis zu zwei Stunden lang infektiös. War eine erkrankte Person zuvor in einem Raum, ist eine Ansteckung also möglich.
Vor allem in Situationen, wo Menschen auf engem Raum leben, verbreiten sich Masern rasch. Auch schlechte hygienische Bedingungen begünstigen die Ansteckung. Wir beobachten in unseren Einsätzen häufige Ausbrüche in Geflüchtetenlagern oder nach Naturkatastrophen.
Der entscheidende Faktor dafür ist eine niedrige Impfquote. Von 100 ungeimpften Menschen infizieren sich 90 beim Kontakt mit erkrankten Personen. Wenn Routineimpfungen nicht verfügbar sind, kommt es öfter zu Ausbrüchen.
Was passiert bei Masern?
Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt 7 bis 14 Tage. In den seltensten Fällen sind es bis zu 21 Tage.
Erste Symptome
Zu Beginn des Verlaufs kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten, Schnupfen oder einer Bindehautentzündung. Typisch sind auch kleine weiße Punkte auf der Mundschleimhaut, die sogenannten Koplik-Flecken. Erkrankte sind zu dieser Zeit bereits ansteckend.
Der Ausschlag
Nach etwa vier Tagen startet der typische Hautausschlag: rote Flecken, die hinter den Ohren beginnen und sich über den gesamten Körper ausbreiten.
Währenddessen steigt das Fieber auf bis zu 40 Grad an. Häufig kommt Juckreiz dazu und auch Durchfall ist möglich.
Genesung
Nach 4-5 Tagen klingt der Ausschlag wieder ab.
Neben den Masernsymptomen kann es auch zu schweren Komplikationen kommen. Außerdem schwächt das Masernvirus das Immunsystem: Betroffene sind nach der Genesung anfällig für weitere Krankheiten.
Wie sieht die Behandlung aus?
Masern sind hochansteckend. Patient:innen sollten bei Verdacht sofort isoliert werden. Es gibt keine spezielle Therapie gegen das Virus, die Behandlung der Symptome steht im Vordergrund. Bei der Behandlung von Masern soll auf folgendes geachtet werden:
- Ausreichend Wasser, um Flüssigkeitsverlust auszugleichen
- Gute Ernährung vermindert die Chance auf einen schwierigen Krankheitsverlauf
- Vitamin A erhöht die Überlebenschance von gefährdeten Patient:innen und schützt vor Augenschäden sowie Erblindung
- Mit Antibiotika werden Komplikationen, Lungen- sowie Augen- und Ohrenentzündungen behandelt
Wie kann ich mich Schützen?
Der einzig zuverlässige Schutz gegen eine Infektion ist die Masern-Impfung. Großangelegte Impfkampagnen haben die Anzahl der Erkrankten und Todesfälle drastisch verringert. Trotzdem bleiben viele Menschen dem Masernvirus ausgeliefert, weil sie nicht geimpft sind.
Die Impfung ist in Österreich kostenlos. Die Lebendimpfung wird gemeinsam mit Stoffen gegen Mumps und Röteln verabreicht (MMR-Impfung). Sie kann ab dem 9. Lebensmonat in zwei Dosen, im Abstand von drei Monaten, geimpft werden.
Bekommen Erwachsene Masern?
Auch Erwachsene können Masern bekommen, wenn sie noch nie daran erkrankt oder nicht geimpft sind. Kleinkinder können vor dem 9. Lebensmonat nicht geimpft werden. Eine Immunisierung bei Kindern und Erwachsenen ist durch eine Impfung besonders wichtig, um diese junge Gruppe zu schützen.
Bei Komplikationen spielt das Alter ebenfalls eine Rolle. Säuglinge, Kleinkinder und Erwachsene ab 20 Jahren haben ein höheres Risiko für Komplikationen. Auch schwangere Frauen sind gefährdet. Frühgeburten können auftreten, was auch für die ungeborenen Kinder Folgen hat. Durch das geringere Gewicht der Kinder können weitere Risiken entstehen.
Welche Komplikationen gibt es bei Masern?
Die meisten Menschen erholen sich nach zwei bis drei Wochen vollständig von Masern. Trotzdem kann es zu Komplikationen kommen. In abgelegenen Regionen erreichen uns Patient:innen oft erst zu spät.
Masern können tödlich enden. So zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo: dort wurden 2023 über 300.000 Masern-Fälle verzeichnet. Rund 6.000 Menschen sind daran gestorben.
Aber auch in Österreich sind Komplikationen möglich. Nach einer überstandenen Masern-Erkrankung bekommen 20 Prozent:
- Bronchitis
- Entzündung des Mittelohrs
- Lungenentzündung
Weitere mögliche Komplikationen sind:
- Infektion der Atemwege
- Durchfall und Dehydrierung
- Erblindung
- Gehirnentzündung
Besonders gefährdet für Komplikationen sind mangelernährte Kinder, Menschen mit Vitamin-A-Mangel und Personen mit geschwächtem Immunsystem (etwa durch HIV/Aids). Wir erleben in unseren Einsätzen besonders schwere Fälle, wenn Mangelernährung, Malaria und Masern zusammenkommen.
Nach einer Erkrankung mit Masern ist man lebenslang immun. Dennoch kann das Immunsystem über Jahre danach geschwächt sein. Das erhöht die Chancen, an anderen, lebensbedrohlichen Krankheiten zu erkranken.
Was macht Ärzte ohne Grenzen gegen Masern?
Wir reagieren weltweit auf Ausbrüche – vor allem dort, wo eine Gesundheitsversorgung nur eingeschränkt verfügbar ist. Unsere Teams führen großangelegte Massenimpfkampagnen durch, behandeln erkrankte Kinder und leisten Aufklärungsarbeit in betroffenen Regionen.
Bei einem Masern-Ausbruch mobilisieren wir unsere medizinischen Teams innerhalb kürzester Zeit. Dabei sammeln und dokumentieren wir die Fälle, richten eigene Stationen zur Isolierung der Erkrankten ein und treffen Präventionsmaßnahmen. Wir beobachten die Fallzahlen ganz genau und starten mit der Information von Menschen in der Region. Um gesunde Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, führen wir Impfungen durch – auch in schlecht erreichbaren Gebieten.
So verhindern wir die Verbreitung des Virus, klären über Schutzmaßnahmen auf und bauen mobile Impfstationen auf. Je nach Situation impfen wir Kinder bis zum Alter von 15 Jahren nach, wenn sie noch keine oder nur eine Dosis erhalten haben.
2024 haben wir zehntausende Kinder in Ländern mit niedrigem Impfschutz geimpft. So etwa im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo. Viele dieser Einsätze finden unter schwierigen Bedingungen statt – etwa in Konfliktgebieten , Geflüchtetenlagern oder nach Naturkatastrophen.