Der Niger liegt am südlichen Rand der Sahara und ist Teil der Sahelzone. Diese Region ist besonders stark von multiplen Krisen betroffen. Ein Problem ist unter anderem die extreme Trockenheit, die sich durch die aktuelle Klimakrise weiter verschärft. Insbesondere zwischen Mai und September kämpfen die Menschen regelmäßig mit saisonal bedingter Dürre und Nahrungsmittelknappheit. Zusätzlich leiden sie seit Jahren unter den Folgen gewaltsamer Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen, wodurch es zu Vertreibungen kommt Niger ist auch ein Transitland für Menschen, die aus Libyen fliehen.

Außerdem werden immer wieder Migrant:innen von Algerien aus in das Niemandsland der Grenzregion zu Niger illegal abgeschoben. Um die Gesundheitsversorgung dieser besonders vulnerablen Menschen, aber auch der Bevölkerung im Allgemeinen zu unterstützen, bieten wir in vielen Teilen des Landes integrierte Gedundheitsprogramme an. Unter unseren Patient:innen sind auch sehr viele Kinder. Wir arbeiten in den Gemeinden vielfach mit dem dortigen Gesundheitspersonal zusammen.

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1985

Beginn der Arbeit

33,8

Mio. EUR

Ausgaben (Vorjahr)

1485

Einsatz­kräfte

Ländervergleich Österreich & Niger

AT
NE
83.80
63.62

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
NE
79.40
61.28

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
NE
3.00
46.70

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
NE
5.20
0.04

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

Unsere Hilfe im Niger 2021

832.900 ambulante Sprechstunden

224.700 Malaria-Behandlungen

99.200 stationäre Krankenhausaufnahmen

48.900 Kinder in ambulanten Ernährungsprogrammen  

Ausgeliefert auf der Suche nach Schutz

In der Sahelzone grenzen die südwestlichen Regionen des Niger, Tillabéri und Tahoua, an Mali und Burkina Faso. In allen drei Ländern kämpfen die Menschen mit Krisen, Vertriebene fliehen im Dreiländereck oftmals von einem in das andere Land und auch zurück.

Niger ist darüber hinaus ein wichtiges Transitland für Migrant:innen, Asylsuchende und andere Menschen, die aus Libyen fliehen und versuchen, die Sahara in Richtung Norden zu durchqueren oder die aus Algerien abgeschoben werden. Hunderttausende nehmen jedes Jahr den gefährlichen Weg durch die Wüstenregion Agadez im Norden des Niger. Kriminelle Banden machen daraus ein Geschäft, bei dem viele in den Sanddünen der Ténéré-Wüste ihr Leben verlieren.

Sie durchsuchten uns und zogen uns die Unterwäsche aus – das war erniedrigend. Ich hatte 2.500 Euro bei mir, und die Beamten nahmen alles mit. Sie schlugen mich so brutal, dass ich ins Krankenhaus musste. 

 

Traoré va Madou, Geflüchteter in Assamaka (Agadaz), Niger

Da sich die Sicherheitslage in der Region Tillabéri, die an Mali und Burkina Faso grenzt, im Jahr 2021 verschlechterte, erhöhten wir unsere medizinischen Aktivitäten für Vertriebene in drei Bezirken. Wir unterstützten zudem die Behörden bei der Bekämpfung von Epidemien, nach Überflutungen und bei Impfkampagnen.

Prävention gegen Malaria und Mangelernährung

Ein Fokus unserer Arbeit im südlichen Niger liegt auf der Behandlung von Malaria und Mangelernährung. Insbesondere zwischen Juni und November - während der Regenzeit - kommt es zu einem sprunghaften Anstieg von Malariainfektionen. Zur gleichen Zeit müssen wir auch vermehrt mangelernährte Kinder in unseren Einrichtungen behandeln. 

Bereits seit 2005 arbeiten wir mit dem nigrischen Gesundheitsministerium zusammen, um Kinder gegen Malaria zu impfen und mittels Screenings auf Mangelernährung zu testen. Um die Zahl der Patient:innen mit Komplikationen zu reduzieren, konzentrieren wir uns weiterhin auf die Entwicklung präventiver und dezentralisierter Ansätze. Wir schulen nigrische Gesundheitsberater:innen, damit sie unkomplizierte Malariafälle testen und behandeln, Ernährungsscreenings vornehmen und leichte Durchfallerkrankungen bei Kindern behandeln können.  

Niger hat in den vergangenen zehn Jahren bemerkenswerte Fortschritte bei der Senkung der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gemacht, aber Mangelernährung und Malaria - die Hauptursachen für den Tod von Kindern - sind weiterhin weit verbreitet.

In den Provinzen Zinder und Maradi verdreifachten wir unsere Aktivitäten für schwer mangelernährte Kinder: In zwei Bezirken starteten unsere Teams Nothilfe-Ernährungsprogramme, um Kinder ambulant und stationär zu versorgen. Im Bezirk Madarounfa erweiterten wir unsere Angebote durch die stationäre Versorgung mangelernährter Kinder und pädiatrische Unterstützung.

Mehr dazu

Nothilfe im Niger

Niger
Die Menschen in Niger haben mit vielen Krisen zugleich zu kämpfen, die einander verstärken. Oliver Barth ist Redakteur bei Ärzte ohne Grenzen und berichtet über die Lage aus Diffa im Südosten des Nigers.
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Ärzte ohne Grenzen verurteilt unmenschliche…

Porträt eines Geflüchteten aus Guinea Conakry in Agadez.
Yarin Trotta del Vecchio
Ärzte ohne Grenzen ruft dazu auf, bei Grenzkontrollen die Menschenwürde zu respektieren
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Das weiße Bett

DISTRICT HOSPITAL OF MAGARIA
MSF/Ainhoa Larrea
In Niger führt die Regenzeit jedes Jahr zu einem Anstieg von Unterernährung und Malaria. Die Ärztin Viviane Camirand gibt Einblick in ihre Arbeit im Magaria District Hospital, wo Ärzte ohne Grenzen daran arbeitet, jungen Menschen das Leben zu retten.
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Niger: Gewalt in Diffa-Region eskaliert

Diffa: recent attack in Nguigmi village
Souleymane Ba/MSF
Konflikte in der Tschadsee-Region haben in den letzten fünf Jahren tausende Menschenleben gefordert und große Fluchtbewegungen ausgelöst. Seit Jahresbeginn hat sich die Krise auch in der Diffa-Region, wo laut UNO-Schätzungen 250.000 Flüchtlinge leben, weiter verschärft.
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Diffa: Psychologische Hilfe für Kinder im…

Diffa, Niger: Young managed touched by the conflict
Juan Carlos Tomasi/MSF
Mehr als 250.000 Menschen haben in Diffa vor dem Konflikt zwischen Militär und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen Zuflucht gesucht. Rund 70 Prozent von ihnen Kinder - wie die kleine Aïcha.
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Eine der weltweit größten Kinderkliniken ist…

Niger - Magaria Paediatric Unit
MSF/Laurence Hoenig
Der Großteil der Patienten und Patientinnen leidet unter Malaria und Mangelernährung. In den letzten Wochen starben rund zehn Kinder pro Tag.
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Video: Wie wir Mangelernährung in unserem…

Sandro Hagen
In Niger sind über 800.000 Kinder von akuter Mangelernährung bedroht. In unserem Kinderspital in Magaria haben wir 2017 mehr als 15.300 PatientInnen versorgt.
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Sichelzellenanämie: Eine vernachlässigte Krankheit…

Im Abschlussblog berichtet unsere Kinderärztin Julia Rappenecker von der Sichelzellenanämie in Magaria, Niger.
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Die Last der Gewalt in Diffa

Humanitarian crisis in Diffa, Niger
Juan Carlos Tomasi/MSF
Seit mehr als drei Jahren ist die Bevölkerung rund um den Tschadsee den Kämpfen zwischen Boko Haram und dem Militär ausgesetzt. In der nigrischen Grenzstadt Diffa leben laut offiziellen Angaben inzwischen mehr als 240.000 Vertriebene.
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Niger: Tanz der Frauen

Niger: Tanz der Frauen
Kinderärztin Julia Rappenecker ist derzeit auf Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen in Magaria. Dies ist ihr zweiter Beitrag über ihre Eindrücke in Niger.
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