Kenia

Kenia: Ärzte ohne Grenzen behandelt mehr als 70 Verletzte nach Angriff in Garissa

Wien, am 3. April 2015 – Nach dem gestrigen Angriff auf die Universität in Garissa unterstützt ein medizinisches Team von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) das Krankenhaus in der kenianischen Stadt. Derzeit behandelt das Team Überlebende, die Schuss- oder Explosionsverletzungen erlitten haben, sowie Personen, die sich auf ihrer Flucht Schnittwunden durch Glassplitter zugezogen haben.

„Unser Team ist seit Donnerstagnachmittag im Einsatz und unterstützt das Personal im Krankenhaus von Garissa dabei, die Verletzten zu behandeln“, sagt Charles Gaudry, der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. „Bisher haben sie mehr als 70 verletzte Patienten behandelt. Sie helfen bei der Notversorgung und unterstützen die chirurgische Abteilung.“ Das Team von Ärzte ohne Grenzen besteht aus einem Arzt, drei Pflegefachkräften, einer OP-Pflegekraft, fünf klinischen Mitarbeitern sowie zwei Logistikern.

Seit heute früh ist Ärzte ohne Grenzen auch am Flughafen von Garissa tätig, wo hunderte Studenten über Nacht untergebracht wurden. Das Team bietet medizinische Versorgung und verteilt Trinkwasser und Essen. Es wird erwartet, dass die Studenten in den kommenden Stunden von den kenianischen Behörden nach Nairobi gebracht werden.

Studenten unter Schock

„Die Situation ist extrem schwierig, die Studenten stehen unter Schock“, sagt Bashir Abdiweli, der den Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in Garissa koordiniert. „Wir behandeln hauptsächlich Verletzungen, die sie sich auf der Flucht zugezogen haben. Einige wurden ins Krankenhaus überstellt, und wir schicken viele zur post-traumatischen Betreuung.“

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen bleiben solange im Krankenhaus und am Flughafen von Garissa wie ihre Unterstützung benötigt wird.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1987 ununterbrochen in Kenia tätig. Die Hilfsorganisation leistet u.a. medizinische Hilfe in Mathare und Kibera, zwei Slums von Nairobi. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Hilfe nach sexueller Gewalt sowie auf der Behandlung von HIV/Aids und medikamentenresistenter Tuberkulose, in Kibera auch Geburtshilfe. In Homa Bay betreibt Ärzte ohne Grenzen ein HIV-Programm. In Dadaab sind Teams im Flüchtlingslager Dagahaley tätig, wo Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus betreibt.

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