Bleiben, wo’s weh tut

Seit über drei Jahren ist bereits Krieg im Sudan. Viele Millionen Menschen haben zu wenig zu essen, werden vertrieben und sind von Krankheitsausbrüchen betroffen. Lebenswichtige Infrastruktur ist zerstört.  

Obwohl der Hilfsbedarf weiter steigt, kommt es zu massiven Kürzungen internationaler Hilfsgelder. Allein die USA haben 2025 ihre weltweite humanitäre Hilfe um 56,9 Prozent reduziert. Im Sudan müssen immer mehr Gesundheitseinrichtungen schließen; jede dritte ist nicht funktionsfähig. Mittlerweile haben laut WHO 21 Millionen Menschen keinen Zugang zum Gesundheitssystem.  

Wir halten unsere Nothilfe im Sudan aufrecht. Wir nehmen keine öffentlichen Gelder an. Private Spenden ermöglichen unsere Unabhängigkeit, dort zu helfen, wo der Bedarf am größten ist. In manchen Regionen sind wir eine von wenigen Organisationen, die noch vor Ort sind. 

Der Sudan in Zahlen

33,7

Mio.

Menschen im Sudan benötigen humanitäre Hilfe

14

Mio.

Menschen sind seit Kriegsbeginn 2023 auf der Flucht

1,4

Mio.

Behandlungen haben wir im Jahr 2025 ermöglicht

Helfen Sie jetzt

Unterstützen Sie unsere medizinische Nothilfe im Sudan.

Der Krieg im Sudan

Am 15. April 2023 brechen in Khartum Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) aus. Schon davor ist die Lage angespannt. Seit der Absetzung von Präsident Omar al-Bashir 2019 ist das Land politisch instabil.

Die Gewalt breitet sich rasch über das ganze Land aus. Zehntausende Menschen sterben oder werden verletzt, fast 14 Millionen fliehen. Es ist die größte Vertriebenenkrise der Welt. Das Gesundheitssystem bricht weitgehend zusammen: Krankenhäuser werden bombardiert, geplündert und besetzt, Hilfslieferungen blockiert. 2025 entfallen laut Weltgesundheitsorganisation 82 Prozent der weltweiten Todesfälle durch Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen auf den Sudan. 

Nyala Teaching Hospital – open for patients
Ante Bussmann/MSF
Einschusslöcher im Lehrkrankenhaus in Nyala, Süd-Darfur: Auch die medizinische Infrastruktur im Sudan ist vom Krieg schwer beschädigt.

Besonders hart trifft es Darfur. Im August 2024 wird im Vertriebenenlager Samsam erstmals offiziell eine Hungersnot festgestellt. Im Oktober 2025 nehmen die RSF die belagerte Stadt Al-Faschir ein. Viele Zivilist:innen werden getötet, Hunderttausende fliehen ins nahe Tawila. Sexualisierte Gewalt ist weit verbreitet und dient systematisch als Kriegswaffe. Dazu kommen immer neue Ausbrüche von Cholera, Masern und Dengue. 2026 verlagern sich die schwersten Kämpfe nach Kordofan.

Wir sind seit Kriegsbeginn im Einsatz, als eine der wenigen internationalen Organisationen. Nach Angriffen müssen wir mehrmals Aktivitäten einstellen, etwa in Khartum, Al-Faschir und Zalingei. Heute arbeiten wir in neun der 18 Bundesstaaten.

Unsere Hilfe im Sudan

Sudan IAR 2025 map
MSF
Die Karte zeigt, wo unsere Teams 2025 aktiv waren.

Wir leisten im Sudan lebensrettende medizinische Hilfe, als eine der wenigen internationalen Organisationen. Wir betreiben eigene Krankenhäuser und Kliniken und unterstützen zahlreiche weitere Gesundheitseinrichtungen.  

Die Gewalt behindert unsere Arbeit: Bewaffnete beschlagnahmen Hilfsgüter, plündern Einrichtungen und bedrohen Mitarbeitende. Gleichzeitig schließen im ganzen Land Kliniken, weil Regierungen ihre Hilfsgelder kürzen. Wir finanzieren unsere Arbeit aus privaten Spenden. Jede Schließung können wir damit aber nicht auffangen. 

Unsere Aktivitäten im Überblick

Versorgung von Verletzten

Bodenkämpfe sowie Luft- und Drohnenangriffe treffen immer wieder Zivilist:innen, darunter viele Kinder. In unseren Notaufnahmen versorgen wir Verletzte und operieren sie.

Auch Krankenhäuser werden beschossen, geplündert und besetzt. Nach wiederholten Angriffen müssen wir einzelne Aktivitäten einstellen, etwa in Al-Faschir, Khartum und Zalingei. Trotzdem setzen wir unsere Hilfe fort, wo immer es möglich ist. 

Behandlung von Mangelernährung

In Teilen von Darfur von Kordofan ist mehr als jedes siebte Kind akut mangelernährt. Auch betroffen sind schwangere und stillende Frauen, etwa in Tawila, wohin Hunderttausende Menschen aus der Region Al-Faschir geflohen sind. Wir behandeln mangelernährte Kinder stationär oder ambulant, denn ohne rechtzeitige Behandlung können die Folgen ein Leben lang bleiben. 

Therapienahrung spenden

Krankheitsausbrüche

Cholera, Masern, Dengue, Malaria und Hepatitis E brechen immer wieder aus, vor allem nach starken Regenfällen und in überfüllten Vertriebenenlagern. Wir betreiben Behandlungszentren, impfen, wo es möglich ist, und sorgen für sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Außerdem behandeln wir chronische Erkrankungen wie Asthma und Diabetes. 

Frauen, Kinder und Überlebende sexualisierter Gewalt

Viele Schwangere und Neugeborene sterben, weil sie keine funktionierende Gesundheitseinrichtung erreichen. Wir begleiten Geburten und versorgen Mütter und Neugeborene. Sexualisierte Gewalt ist in Darfur weit verbreitet und dient systematisch als Kriegswaffe. Wir behandeln Überlebende medizinisch und psychologisch. 

Bericht zu sexualisierter Gewalt im Sudan

Hilfe für Geflüchtete in den Nachbarländern

Millionen Menschen fliehen aus dem Sudan in Nachbarländer wie den Tschad, Ägypten und den Südsudan. Mit mobilen Kliniken versorgen wir Vertriebene im Sudan und Geflüchtete in den Nachbarländern. Wir impfen Kinder, behandeln Mangelernährung und versorgen Verletzte. 

Stimmen aus dem Sudan

Stimmen aus Adré von Geflüchteten aus dem Sudan

Es ist sehr schwierig, hier an Lebensmittel zu kommen. Ich habe zwar eine Lebensmittelkarte, aber bei der letzten Ausgabe habe ich nichts bekommen. Um ein bisschen Geld zu verdienen, arbeite ich in der Ziegelei, und meine Schwester kümmert sich um das Baby. Aber seit einer Woche gibt es keine Arbeit mehr. Meine Eltern sind krank, meine Schwestern sind noch sehr jung, und ich bin die Einzige, die arbeiten kann.

Affa Abdu Rahim mit ihrer Tocher Faiha
Stimmen aus Adré von Geflüchteten aus dem Sudan

Ich habe meinen Arm verloren, weil ich nicht rechtzeitig medizinisch versorgt werden konnte. Wir mussten uns verstecken und unter sehr schwierigen Bedingungen flüchten, um die Grenze zum Tschad zu erreichen. Eine Amputation war notwendig, und ich verbrachte drei Monate im Krankenhaus. Heute sind wir auf Lebensmittelverteilungen angewiesen.

Adam Mohamat Khamis
Stimmen aus Adré von Geflüchteten aus dem Sudan

Ich arbeite mit Patient:innen, die während des Krieges im Sudan traumatisiert wurden. Wenn sie ins Krankenhaus eingeliefert werden, können die Ärzt:innen Menschen mit Schockzuständen an uns überweisen, oder wir selbst erkennen Menschen, die psychologische Hilfe benötigen, weil sie Gewalt erlebt haben.

Fatime Djeffal, Beraterin für psychische Gesundheit
Stimmen aus Adré von Geflüchteten aus dem Sudan

Ich bin 65 und gestern angekommen. Wir lebten im Dorf Abura. Aber dort gibt es nichts mehr zu essen, und meine Brüder wurden im Krieg getötet. Die letzten Monate waren so schwierig. Die Ernten sind vernichtet. Einige Leute haben mir geraten, nach Adré zu kommen, um mich behandeln zu lassen und mich als Flüchtling registrieren zu lassen, weil wir alles verloren haben, was wir hatten.

Ashei Mohamed Ahmed

Krieg im Sudan: Eine Timeline

Was passiert gerade im Sudan? Hier berichten wir laufend, was unsere Teams vor Ort erleben und wie wir helfen.

Living in the shadow of humanitarian funding cuts
Tadeu Andre/MSF

08.09.2026 Mittelkürzungen bringen Gesundheitssystem an den Rand des Kollapses

Regierungen kürzen ihre Hilfsgelder für den Sudan, und im ganzen Land schließen Kliniken und Ambulanzen. Der UN-Hilfsplan über 2,87 Milliarden US-Dollar ist nur zu 41 Prozent finanziert. Anlässlich der UN-Generalversammlung fordern wir die Staats- und Regierungschef:innen auf, die Gesundheitsversorgung im Sudan zu sichern.

Besonders kritisch ist die Lage in Tawila in Nord-Darfur. Hier betreiben wir das einzige Krankenhaus der Region mit 200 Betten. Schon vor dem Höhepunkt der Regenzeit steigen die Malaria- und Mangelernährungsfälle.

Living in the shadow of humanitarian funding cuts
Tadeu Andre/MSF
Treating respiratory distress in Nyala Teaching Hospital
Ante Bussmann/MSF

13.04.2026 Sudan-Konferenz in Berlin: Zivilbevölkerung besser schützen

Am 15. April 2026 jährt sich der Kriegsbeginn zum dritten Mal. An diesem Tag berät eine internationale Konferenz in Berlin über weitere Hilfe für den Sudan. Wir fordern: Hilfszusagen allein reichen nicht aus. Die Kriegsparteien müssen das humanitäre Völkerrecht wieder respektieren und die Zivilbevölkerung schützen.

Wir beobachten eine beunruhigende Veränderung: Beide Kriegsparteien setzen verstärkt Drohnen ein, und oft treffen sie Zivilist:innen. Seit Februar 2026 behandeln wir rund 400 Menschen mit Verletzungen durch Drohnenangriffe in Darfur und im Osten des Tschad.

Treating respiratory distress in Nyala Teaching Hospital
Ante Bussmann/MSF
Treating patients in Al Salam primary healthcare centre
Ante Bussmann/MSF

31.03.2026 Neuer Bericht über sexualisierte Gewalt in Darfur

Wir veröffentlichen den Bericht „Da ist etwas, das ich dir sagen möchte …“ über sexualisierte Gewalt in Darfur. Er stützt sich auf Aussagen von Überlebenden und auf unsere medizinischen Daten. Sexualisierte Gewalt ist in Darfur weit verbreitet und dient systematisch als Kriegswaffe.

Von Jänner 2024 bis November 2025 behandeln wir in Nord- und Süd-Darfur mindestens 3.396 Überlebende sexualisierter Gewalt. 97 Prozent davon sind Frauen und Mädchen. Das ist nur ein Bruchteil des wahren Ausmaßes, denn viele Überlebende erreichen die Hilfe, die sie bräuchten, gar nicht.

Treating patients in Al Salam primary healthcare centre
Ante Bussmann/MSF
El Obeid: Growing humanitarian needs and drone attacks
MSF

16.02.2026 Nothilfe nahe der Frontlinie in Nord-Kordofan

Im Vertriebenenlager von Al-Obeid in Nord-Kordofan beginnen wir mit dem Aufbau neuer Wasser- und Sanitärinfrastruktur. Dort leben schätzungsweise 25.000 Menschen unter prekären Bedingungen, und das Risiko von Krankheitsausbrüchen ist hoch. Kordofan ist eine der instabilsten und aktivsten Konfliktzonen des Landes und für humanitäre Organisationen besonders schwer zugänglich.

El Obeid: Growing humanitarian needs and drone attacks
MSF
Intense fighting in El Fasher - Darfur
MSF

29.01.2026 Zugang zu Al-Faschir

Unsere Teams erhalten Zugang zur Stadt Al-Faschir, um die Lage einzuschätzen. Sicherheitskräfte begleiten sie, und für eine eigenständige Einschätzung bleibt wenig Raum.

Wir besuchen zwei Vertriebenenlager, in denen vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen leben. In den Gesundheitszentren treffen wir vor allem Männer mit älteren Wunden. Wir bieten an, Patient:innen in unseren Einrichtungen aufzunehmen und zu operieren.

Al-Faschir wirkt wie eine Geisterstadt, ganz im Gegensatz zur belebten Regionalhauptstadt, die sie einmal war. Akute Lücken in der medizinischen Versorgung stellen wir bei unserem Besuch nicht fest. Wir müssen davon ausgehen, dass ein Großteil der Zivilist:innen getötet oder vertrieben wurde. Wir unterstützen weiterhin Menschen, die aus Al-Faschir fliehen mussten: in Tawila, Korma und Gerne, in der Region Nyala sowie in Zalingei und El Geneina.

Intense fighting in El Fasher - Darfur
MSF

Häufige Fragen zum Krieg im Sudan (FAQ)

Seit dem 15. April 2023 kämpfen im Sudan die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) um die Vormachtstellung im Land. Die Kämpfe beginnen in der Hauptstadt Khartum und breiten sich rasch über das ganze Land aus. Seit Präsident Omar al-Bashir 2019 abgesetzt wurde, kommt das Land nicht zur Ruhe. Politische Koalitionen sind instabil und jegliche Vermittlungsversuche.

Im Sudan kämpfen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter Abdel-Fattah al-Burhan gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Mohamed Hamdan Daglo. Beide Kriegsparteien missachten das humanitäre Völkerrecht. Unsere Teams und Berichte dokumentieren Angriffe auf Zivilist:innen, Krankenhäuser und Vertriebenenlager sowie sexualisierte und ethnisch motivierte Gewalt. 

Seit Kriegsbeginn im April 2023 sind fast 14 Millionen Menschen aus ihrem Zuhause geflohen. Das ist die größte Vertriebenenkrise der Welt. Die meisten sind innerhalb des Sudan vertrieben, Millionen weitere sind in Nachbarländer wie den Tschad, Ägypten und den Südsudan geflohen.

Ja. Im August 2024 wird im Vertriebenenlager Samsam in Nord-Darfur erstmals offiziell eine Hungersnot festgestellt, später in weiteren Gebieten. In Darfur und in Teilen von Kordofan liegt die Mangelernährung über der Notfallschwelle von 15 Prozent. In Mellit in Nord-Darfur ist eines von drei Kindern akut mangelernährt. 

Wir leisten im Sudan medizinische Nothilfe, als eine der wenigen internationalen Organisationen. Wir versorgen Verletzte und operieren, behandeln mangelernährte Kinder, bekämpfen Krankheitsausbrüche wie Cholera und Masern, begleiten Geburten und versorgen Überlebende sexualisierter Gewalt. Außerdem betreiben wir mobile Kliniken, stellen Wasser und sanitäre Einrichtungen bereit und beliefern Gesundheitseinrichtungen mit Medikamenten und medizinischem Material.  

Wir arbeiten in 9 der 18 Bundesstaaten des Sudan (Stand August 2026): in Khartum, in Darfur, in Nord- und Süd-Kordofan sowie in den Bundesstaaten Blauer Nil und Al-Gedaref. Wir betreiben zwei eigene Krankenhäuser und zwei Kliniken und unterstützen 13 Krankenhäuser und 17 Gesundheitszentren. Zudem helfen wir Geflüchteten in den Nachbarländern, etwa im Tschad und im Südsudan. 

Am wirksamsten hilfst du mit einer Spende. Private, ungebundene Spenden ermöglichen uns, unabhängig und schnell dort zu helfen, wo die Not am größten ist.  

Ländervergleich Österreich & Sudan

AT
SD
83.30
68.89

Lebens­erwartung Frauen

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
SD
78.66
66.25

Lebens­erwartung Männer

in Jahren

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
SD
2.60
39.20

Säuglings­sterblichkeit

je 1000 Geburten

Quelle: WHO, data.worldbank.org

AT
SD
5.52
0.30

Ärzt:innen

je 1000 Einwohner­:innen

Quelle: WHO, data.worldbank.org

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Displaced people from El Fasher describe atrocities during their journey and meet precarious conditions in Tawila
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Sudan: Menschen leiden unter extremer…

Children in Sudan are starving amid global inaction as war continues
Aurélie Lécrivain/MSF
Die Menschen versuchen weiterhin, vor den Gräueltaten der Rapid Support Forces in Al-Faschir zu fliehen. Ärzte ohne Grenzen leistet in Tawila medizinische Hilfe für die Ankommenden und beobachtet extreme Fälle akuter Mangelernährung.
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Sudan: Ärzte ohne Grenzen verurteilt massive…

Arrival of displaced civilians from besieged El-Fasher in the camp of Tawila Omda
Ärzte ohne Grenzen verurteilt die schrecklichen Gräueltaten und Morde, die vergangene Woche in und um Al-Faschir einen neuen Höhepunkt erreicht haben. Sie erfolgten wahllos und waren ethnisch motiviert.
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Sudan: Menschen in Al-Faschir brauchen sichere…

Kajo Keji Project, South Sudan
Frederic Seguin/MSF
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