15.10.2026
Vom Bhola-Zyklon 1970 bis zum Erdbeben in der Türkei und Syrien 2023: 10 Naturkatastrophen, die unsere Katastrophenhilfe geprägt haben. 

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Einige der größten Naturkatastrophen der Geschichte haben uns nicht nur gefordert, sondern auch verändert. Ein Zyklon spielt eine wichtige Rolle bei der Gründung von Ärzte ohne Grenzen. Ein Erdbeben ist unser erster Einsatz. Und nach jeder großen Katastrophe lernen wir dazu – über Logistik, über Epidemien und über die Rolle unserer Unterstützer:innen. Die Gefahr, die von Naturkatastrophen ausgeht, gilt nach wie vor: Allein 2025 sterben rund 17.200 Menschen bei Naturkatastrophen weltweit.  

Zusammenfassung: Das Wichtigste im Überblick

  • Die tödlichste Naturkatastrophe der Geschichte ist die China-Flut 1931 mit bis zu 4 Millionen Toten.
  • Die tödlichste Naturkatastrophe, bei der wir im Einsatz waren, ist der Tsunami im Indischen Ozean 2004 mit rund 230.000 Toten.
  • Unseren größten Nothilfeeinsatz starten wir nach dem Erdbeben in Haiti 2010: Über 100 Millionen Euro fließen allein im ersten Jahr in die Hilfe. 

Bis zu 4 Mio.

Tote

bei der China-Flut 1931

230.000

Tote

beim Tsunami im Indischen Ozean 2004

Über 100 Mio.

Euro

für die Erdbebenhilfe in Haiti 2010

In diesem Überblick erzählen wir von zehn Einsätzen, die uns geprägt haben – vom Bhola-Zyklon 1970 bis zum Erdbeben in der Türkei und Syrien 2023. Außerdem erklären wir, welche Arten von Naturkatastrophen es gibt und wie humanitäre Hilfe nach Naturkatastrophen abläuft. 

Was sind Naturkatastrophen? (Definition)

Eine Naturkatastrophe ist ein Naturereignis mit schweren Folgen für Menschen und ihre Lebensgrundlagen. Wie schwer diese Folgen sind, hängt weniger von der Natur ab als von den Lebensbedingungen vor Ort.

Instabile Häuser, ein schwaches Gesundheitssystem und fehlende Frühwarnsysteme machen aus einem Naturereignis eine Katastrophe. Wo diese Vorsorge fehlt, sind die Menschen auf humanitäre Hilfe von außen angewiesen. Mehr dazu, wie wir bei Naturkatastrophen helfen. 

Welche Arten von Naturkatastrophen gibt es?

Fachleute teilen Naturkatastrophen weltweit meistens in vier große Gruppen für Naturereignisse ein. Diese Arten von Naturkatastrophen nutzen auch Datenbanken wie EM-DAT:  

  • Geophysikalisch: Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche. Sie entstehen durch Kräfte im Erdinneren.  
  • Meteorologisch: Wirbelstürme wie Hurrikans, Taifune und Zyklone sowie schwere Unwetter. Auch extreme Temperaturen gehören hier dazu.
  • Hydrologisch: Hochwasser, Sturzfluten und Erdrutsche.  
  • Klimatologisch: Dürren und Waldbrände.

Wir helfen nach Erdbeben ebenso wie nach Wirbelstürmen, Tsunamis und Überschwemmungen. Jede Art stellt uns vor andere medizinische Aufgaben – von Knochenbrüchen nach einem Beben bis zu Cholera nach einer Flut. 

10 Einsätze nach Naturkatastrophen, die uns geprägt haben

Manche Einsätze vergessen wir nie. Sie haben uns gezeigt, was wir können – und was wir noch lernen müssen. Hier erzählen wir von zehn Naturkatastrophen, die unsere Arbeit geprägt haben, von unserer Gründung bis heute. 

1970: Bhola-Zyklon – der Anlass für unsere Gründung 

A Charter for the new MSF
D.R.
1971 wird Ärzte ohne Grenzen offiziell gegründet.

Im November 1970 trifft ein Zyklon das damalige Ostpakistan, das heutige Bangladesch. Eine gewaltige Sturmflut überrollt das Gangesdelta. Zwischen 300.000 und 500.000 Menschen sterben – der Bhola-Zyklon 1970 ist der tödlichste Wirbelsturm seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Katastrophe bewegt den Redakteur eines französischen Medizin-Journals zum Handeln: Er gründet eine Gruppe, die nach Naturkatastrophen rasch medizinische Hilfe leisten will. Am 22. Dezember 1971 schließt sie sich mit Ärzten zusammen, die im Biafra-Krieg geholfen haben. So entsteht Ärzte ohne Grenzen. 

1972: Erdbeben in Managua – unser erster Einsatz 

Medical and logistical supplies - Bundibugyo virus
Ikram Mekidiche/MSF
Heute ist Logistik das Rückgrat unserer Nothilfe. Wir halten Material wie Zelte und Schutzausrüstung bereit und bringen es schnell dorthin, wo Menschen Hilfe brauchen.

Im Dezember 1972 zerstört ein Erdbeben große Teile der nicaraguanischen Hauptstadt Managua. Zwischen 10.000 und 30.000 Menschen sterben. Für uns ist es der erste Einsatz – und er zeigt schonungslos, was uns noch fehlt: Die Vorbereitung ist mangelhaft, Ärzt:innen arbeiten ohne Unterstützung, Lieferketten sind chaotisch. Daraus lernen wir, dass Nothilfe vor allem Logistik braucht. Heute halten wir vorbereitete Material-Kits in Logistikzentren bereit und können Teams innerhalb von 24 Stunden losschicken. 

1974: Hurrikan Fifi – Hilfe über die Akutphase hinaus

 Sipa-Press
Sipa-Press/
Nach Hurrikan Fifi, der mehr als 10.000 Menschen das Leben kostet, starten wir unseren ersten langfristigen medizinischen Hilfseinsatz.

Im September 1974 zieht Hurrikan Fifi über Honduras. Sintflutartige Regenfälle lösen Überschwemmungen aus, Tausende Menschen sterben. Hier starten wir unseren ersten längerfristigen medizinischen Einsatz. Wir merken: Die Not endet nicht, wenn das Wasser zurückgeht. Zerstörte Gesundheitsstationen, verunreinigtes Wasser und Mangelernährung bedrohen die Menschen noch Monate später. 

1988: Erdbeben in Spitak – gemeinsam als Bewegung

Generic MSF
generic MSF
Beim Erdbeben in Armenien im Dezember 1988 sterben mehr als 30.000 Menschen, ganze Städte liegen in Trümmern.

Am 7. Dezember 1988 zerstört ein Erdbeben im Norden Armeniens, damals Teil der Sowjetunion, die Städte Spitak, Leninakan und Kirovakan fast vollständig. Mehr als 25.000 Menschen sterben. Zum ersten Mal arbeiten alle sechs operativen Zentren unserer Organisation – Frankreich, Belgien, Spanien, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz – in einem großen Einsatz zusammen. Es ist unser erster Einsatz in Armenien. Wir sind bis heute im Land. 

2004: Indischer-Ozean-Tsunami – als wir um einen Spendenstopp bitten 

Banda Aceh in the northern Sumatra province after tsunami
MSF
Nach dem Tsunami im Dezember 2004 erreichen wir abgelegene Küstendörfer in der indonesischen Provinz Aceh teils nur per Hubschrauber.

Am 26. Dezember 2004 löst ein Beben der Magnitude 9,1 vor Sumatra eine gewaltige Flutwelle aus. Über 230.000 Menschen sterben in rund 14 Ländern. Innerhalb von 48 Stunden sind unsere Teams im Einsatz, unter anderem in der schwer erreichbaren Provinz Aceh. Die Welt reagiert mit enormer Solidarität: Insgesamt erhalten wir 110 Millionen Euro. Für die Hilfe in der Region reichen aber rund 25 Millionen Euro. 

Deshalb bitten wir schon nach weniger als einer Woche, nicht mehr gezielt für den Tsunami zu spenden. Die Spender:innen fragen wir, ob wir ihr Geld für andere Krisen einsetzen dürfen – etwa die Ernährungskrise in Niger oder den Konflikt in Darfur. Nur ein Prozent möchte das Geld zurück. Seitdem gilt für uns noch deutlicher: Der Bedarf entscheidet, nicht die Schlagzeile.  

2005: Erdbeben in Kaschmir – das aufblasbare Krankenhaus

Tent hospital after the Earthquake in Nepal
Emily Lynch
Ein aufblasbares Zeltkrankenhaus ermöglicht uns die Versorgung von Patient:innen nach dem Erdbeben in Nepal im April 2015.

Am 8. Oktober 2005 trifft ein Beben der Magnitude 7,6 die Bergregion Kaschmir. Allein in Pakistan sterben über 73.000 Menschen, 3,3 Millionen in der Region verlieren ihr Zuhause. Der Winter steht bevor, viele Krankenhäuser sind zerstört. In Mansehra errichten wir ein aufblasbares Krankenhaus mit 120 Betten. Solche Krankenhäuser sind seither ein fester Teil unserer Katastrophenhilfe: Wir setzen sie unter anderem in Haiti 2010 und in Nepal 2015 ein. 

2010: Erdbeben in Haiti – unser größter Nothilfeeinsatz 

Port-au-Prince, Saint-Louis hospital
Andreas Dekkers/MSF
Im Krankenhaus Saint-Louis in Port-au-Prince versorgen wir Überlebende des Erdbebens in Haiti vom Januar 2010.

Am 12. Jänner 2010 zerstört ein Beben der Magnitude 7,0 große Teile von Port-au-Prince. Über 220.000 Menschen sterben, 1,5 Millionen werden obdachlos. Auch wir verlieren zwölf Kolleg:innen, zwei unserer drei Krankenhäuser stürzen ein. Wegen des großen Bedarfs starten wir den größten Nothilfeeinsatz unserer Geschichte: Aus 800 Mitarbeiter:innen werden rund 3.400, allein 2010 fließen über 100 Millionen Euro in die Erdbebenhilfe. In zehn Monaten behandeln wir mehr als 358.000 Menschen. Im Oktober bricht zusätzlich die Cholera aus.  

2019: Zyklon Idai – die zweite Welle 

MSf response to cholera - Buzi - April 2019
Pablo Garrigos/MSF
Zyklon Idai zerstört im März 2019 die Wasserversorgung in Mosambik, kurz darauf bricht die Cholera aus.

Im März 2019 trifft Zyklon Idai die Hafenstadt Beira in Mosambik und zieht weiter nach Simbabwe und Malawi. Überschwemmungen zerstören die Wasserversorgung, rund 600 Menschen sterben allein in Mosambik. Zwei Wochen später bricht in Beira die Cholera aus – die zweite Welle der Katastrophe. Fast 900 Mitarbeiter:innen sind im Einsatz, die meisten davon aus Mosambik. Wir behandeln über 4.000 Menschen mit Verdacht auf Cholera und unterstützen eine Impfkampagne des Gesundheitsministeriums und der WHO, die über 800.000 Menschen erreicht. 

2022: Überschwemmungen in Pakistan – die Klimakrise als Gesundheitskrise 

Pakistan floods - East Balochistan
Zahra Shoukat/MSF
Familien suchen in Zelten Schutz, nachdem Überschwemmungen ihr Dorf an der Grenze zwischen Belutschistan und Sindh in Pakistan verwüstet haben.

Im Sommer 2022 bringt der Monsun Pakistan ein Vielfaches der üblichen Regenmenge. Ein Drittel des Landes steht unter Wasser, rund 33 Millionen Menschen sind betroffen, über 1.700 sterben. Viele unserer eigenen Mitarbeiter:innen verlieren selbst ihr Zuhause – und helfen trotzdem. Mit mobilen Kliniken erreichen wir Menschen, die an Straßenrändern und in Schulen Schutz suchen. Wir behandeln vor allem Malaria, Durchfall- und Hauterkrankungen. Die Flut zeigt uns deutlich: Die Klimakrise ist auch eine Gesundheitskrise. 

2023: Erdbeben in der Türkei und Syrien – wenn eine Katastrophe auf Krieg trifft 

NW Syria Mobile Clinics and NFI 16
Omar Haj Kadour
Wir verteilen Hilfsgüter an Familien, die das Erdbeben vom Februar 2023 im Nordwesten Syriens obdachlos gemacht hat.

Am 6. Februar 2023 erschüttern zwei schwere Beben den Süden der Türkei und den Nordwesten Syriens. Rund 59.000 Menschen sterben. In Nordwestsyrien trifft das Beben eine Region, die nach über zehn Jahren Krieg ohnehin kaum funktionierende Krankenhäuser hat. Unsere Teams vor Ort reagieren schon in den ersten Stunden, behandeln Verletzte und verteilen Decken und Hygieneartikel. In der Türkei leisten wir mit Partnerorganisationen psychologische Hilfe. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, schon vor einer Katastrophe vor Ort zu sein. Mehr zu unserer Katastrophenhilfe in Syrien und der Türkei. 

Größte vs. tödlichste Naturkatastrophen

Die größte Naturkatastrophe der Welt nach Todesopfern ist wohl die China-Flut von 1931. Die meisten Menschen sterben dabei nicht in den Fluten, sondern später an Epidemien und Mangelernährung. Auch das Erdbeben Tangshan 1976 zählt zu den tödlichsten Naturkatastrophen seit Beginn der Aufzeichnungen. Historische Opferzahlen sind Schätzungen, verlässliche Statistiken gibt es erst ab etwa 1900.  

Die stärksten Katastrophen sind nicht automatisch die tödlichsten. In Chile bebt die Erde 2010 mit einer Magnitude von 8,8 – rund 525 Menschen sterben. In Haiti erreicht das Beben im selben Jahr „nur“ eine Magnitude von 7,0, fordert aber über 220.000 Menschenleben. Mehr dazu in unserem Überblick über die stärksten Erdbeben unserer Einsätze. Über die Opferzahl entscheidet vor allem, wie verwundbar eine Region ist:  

  • Bevölkerungsdichte: Je mehr Menschen im betroffenen Gebiet leben, desto mehr Opfer.  
  • Bauweise: Instabile Häuser stürzen schon bei mittleren Beben ein.  
  • Armut: Wer arm ist, lebt häufiger an Flussufern, Hängen oder Küsten und hat kaum Reserven.  
  • Vorwarnzeit: Funktionierende Frühwarnsysteme retten vor allem bei Stürmen und Tsunamis viele Leben. 

Wie Naturkatastrophen entstehen und warum der Klimawandel sie verschärft 

Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche entstehen durch Bewegungen der tektonischen Platten im Erdinneren. Mit dem Klima haben sie nichts zu tun.

Anders ist das bei Wetterkatastrophen: Wirbelstürme bilden sich über warmem Meerwasser ab etwa 26,5 Grad Celsius. Je wärmer die Ozeane, desto mehr Energie steht ihnen zur Verfügung. Wärmere Luft nimmt außerdem mehr Wasserdampf auf – das macht Starkregen und Hochwasser heftiger.  

Die Zahlen der Munich Re zeigen diesen Trend: 2025 verursachen Naturkatastrophen weltweit Schäden von rund 224 Milliarden US-Dollar. 92 Prozent davon gehen auf Wetterereignisse zurück, etwa Hochwasser, schwere Gewitter und Waldbrände wie jene in Los Angeles im Jänner 2025. Die Jahre 2023, 2024 und 2025 sind die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.  

Was nach einer Naturkatastrophe passiert und wie humanitäre Hilfe abläuft

Nach einer Naturkatastrophe zählt jede Stunde. Krankenhäuser sind zerstört, Straßen unpassierbar, die Wasserversorgung fällt aus. Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Katastrophenhilfe mobilisieren wir innerhalb von 24 Stunden Teams und Ausrüstung. Oft sind wir schon vor Ort, weil wir im Land bereits arbeiten – so auch nach dem Erdbeben in Myanmar 2025. Unsere Nothilfe läuft typischerweise in mehreren Phasen ab:

  • Akutversorgung: Wir versorgen Verletzte, operieren rund um die Uhr und behandeln Komplikationen. Wo Krankenhäuser fehlen, bauen wir Zelt- oder aufblasbare Krankenhäuser auf.  
  • Wasser und Hygiene: Wir bereiten Trinkwasser auf, bauen Latrinen und verteilen Hygieneartikel.  
  • Krankheitsausbrüche verhindern: Nach großen Fluten sterben oft mehr Menschen an Folgekrankheiten als in den Wassermassen selbst – wie bei der China-Flut 1931.
  • Psychologische Hilfe: Viele Überlebende haben Angehörige verloren. Wir bieten psychologische Erste Hilfe an und schulen lokale Berater:innen.  
  • Wiederaufbau: Wir stellen Gesundheitsstationen wieder her und übergeben Projekte an lokale Partner:innen, sobald der akute Bedarf gedeckt ist. 
Responding to the devastating flooding in Aceh: Challenges of mud and health recovery
Ivan Sinaga/MSF
Colombia: Three weeks after the earthquake, urgent needs persist in communities in Chocó and Buenaventura
Natalia Romero Peñuela/MSF
Jamaica Emergency Response 03
Georg Gassauer/MSF
Living conditions of refugees and host communities in Dadaab
Zainab Mohammed/MSF

Wie du Ärzte ohne Grenzen unterstützen kannst 

Damit wir nach einer Naturkatastrophe sofort handeln können, brauchen wir Mittel, die an keinen bestimmten Zweck gebunden sind. Zweckungebundene Spenden ermöglichen es uns, dort zu helfen, wo der Bedarf am größten ist – auch dann, wenn die mediale Aufmerksamkeit gering ist. Das ist die wichtigste Lehre aus dem Tsunami 2004. Deine Unterstützung wirkt am stärksten, wenn wir sie flexibel einsetzen können. 

Helfen Sie jetzt!

Häufige Fragen zu Naturkatastrophen (FAQ)

Nach Todesopfern ist die größte Naturkatastrophe der Welt die China-Flut 1931 mit bis zu 4 Millionen Toten. Die meisten Menschen sterben dabei an Epidemien und Mangelernährung in den Monaten nach der Flut.  

Unseren größten Nothilfeeinsatz leisten wir nach dem Erdbeben in Haiti 2010: Bis zu 4.000 Mitarbeiter:innen sind in über 75 Einrichtungen im Einsatz, allein 2010 fließen über 100 Millionen Euro in die Hilfe. Die meisten Todesopfer fordert unter unseren Einsätzen der Tsunami im Indischen Ozean 2004.  

Zu den tödlichsten Naturkatastrophen zählen die China-Flut 1931, der Bhola-Zyklon 1970, das Erdbeben Tangshan 1976, der Indischer-Ozean-Tsunami 2004 und das Erdbeben in Haiti 2010.  

Wetterbedingte Katastrophen wie Hochwasser, Hitzewellen, Waldbrände und starke Wirbelstürme werden durch den Klimawandel häufiger und heftiger. Erdbeben und Vulkanausbrüche hängen dagegen nicht mit dem Klima zusammen.  

In Österreich sind vor allem Hochwasser, Muren, Lawinen und Hitzewellen eine Gefahr. Besonders schwer treffen das Land die Überschwemmungen im August 2002 und im September 2024: Flüsse treten über die Ufer, ganze Ortschaften stehen unter Wasser. In den Alpen lösen Starkregen und Schneeschmelze Muren und Steinschläge aus, im Winter bedrohen Lawinen Siedlungen und Verkehrswege – wie 1999 in Galtür.  

Durch den Klimawandel nehmen Hitzewellen und Starkregen zu. Schwere Erdbeben sind in Österreich dagegen selten. Bund, Länder und Gemeinden schützen die Bevölkerung mit Gefahrenzonenplänen, Dämmen und Rückhaltebecken. So richten Naturereignisse hier deutlich weniger Schaden an als in Ländern, in denen diese Vorsorge fehlt. 

Wir mobilisieren innerhalb von 24 Stunden Teams und Ausrüstung, versorgen Verletzte, sorgen für sauberes Wasser, beugen Seuchen vor und leisten psychologische Hilfe. Möglich machen das zweckungebundene Spenden.