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Trotz großer medizinischer Fortschritte leben weltweit Millionen Menschen mit einer HIV-Erkrankung. Die Krankheit ist nicht heilbar. Dank moderner antiretroviraler Therapie ist sie heute jedoch für viele Betroffene gut behandelbar.
Wir arbeiten seit den 1990ern weltweit zu HIV/AIDS. Wir bieten Vorbeugung durch PrEP, Tests und Behandlungen für Erkrankte. Unsere Arbeit konzentriert sich dabei auf sogenannte Schlüsselgruppen. Das sind Personen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren.
Was ist HIV?
HIV steht für Human Immunodeficiency Virus – also Humanes Immunschwäche-Virus. Es gehört zur Gruppe der Retroviren. Es greift gezielt das menschliche Immunsystem an. Das Virus infiziert bestimmte Abwehrzellen (CD4-Zellen) und schwächt dadurch die Fähigkeit des Körpers, Krankheitserreger zu bekämpfen.
Nach einer Infektion bleibt das Virus häufig über einen langen Zeitraum unbemerkt im Körper. Dabei schwächt es nach und nach das Immunsystem.
Eine Infektion ist – wenn sie behandelt wird - wie eine chronische Krankheit. Unbehandelt kann sich das Immunschwächesyndrom, bekannt als AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome), entwickeln.
Die Ansteckung erfolgt über bestimmte Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Muttermilch. Es kommt zur Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, gemeinsam genutzte Spritzen oder von der Mutter auf das Kind. Kontakte wie Händeschütteln, Umarmen, Küssen oder Niesen stellen keine Gefahr dar.
Zahlen und Fakten zu AIDS und HIV
40,8
Mio.
Menschen weltweit leben mit HIV.
1,3
Mio.
Menschen haben sich 2024 mit HIV infiziert.
630.000
Menschen sind 2024 an AIDS gestorben.
Quelle: UNAIDS
Weitere Zahlen und Fakten:
- 2024 waren mehr als die Hälfte aller Erkrankten Mädchen und Frauen
- Vor allem in Sub-Sahara Afrika betreffen 63% der Neuinfektionen Mädchen und Frauen – In allen anderen Regionen stecken sich vor allem Männer an
- 2024 haben über 30 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie erhalten – das sind 77% aller HIV-positiv getesteten
- Die jährlichen Neuinfektionen sind in den letzten 30 Jahren um 60% gesunken
- Über 5 Millionen Menschen wussten 2024 nicht, dass sie sich mit HIV infiziert haben
Diese Zahlen zeigen sowohl die Fortschritte als auch den hohen Handlungsbedarf.
Wie gefährlich ist AIDS heute?
Obwohl die Krankheit nicht heilbar ist, lässt sie sich heutzutage gut behandeln. Durch die antiretrovirale Therapie können Patient:innen ein weitgehend normales Leben führen. Das ist vor allem in jenen Ländern der Fall, in denen Medikamente gut zugänglich sind.
Wenn Vorbeugung, Diagnose und Therapie fehlen, bleibt HIV sehr gefährlich. In vielen Regionen gibt es keinen Zugang zur richtigen medizinischen Versorgung. Besonders viele Todesfälle pro Kopf gibt es in Ländern in Sub-Sahara Afrika wie Mosambik oder Südafrika, aber auch in Papua-Neuguinea.
Besonders betroffen sind auch Schlüsselgruppen an Menschen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, sich anzustecken. Dazu zählen:
- Sexarbeiter:innen
- Drogenkonsument:innen
- Inhaftierte
Obwohl sie besonders gefährdet sind, werden sie oft wegen Stigmata oder Diskriminierung von der Versorgung ausgeschlossen.
Wir setzen uns dafür ein, dass Betroffene in unseren Einsatzländern Zugang zur richtigen Versorgung erhalten.
Was sind typische Symptome von AIDS?
Die Symptome unterscheiden sich je nach Stadium, in der sich eine erkrankte Person befindet.
- Kurz nach der Ansteckung treten bei manchen Betroffenen grippeähnliche Symptome auf: Fieber, Müdigkeit oder geschwollene Lymphknoten. Diese verschwinden oft wieder.
- Ohne Behandlung folgt meist eine lange symptomfreie Phase. Diese kann Monate bis Jahre andauern. Auch in dieser Zeit sind HIV-positive Personen ansteckend.
- Die Infektion schwächt das Immunsystem weiter. Es kann zu Symptomen wie geschwollenen Lymphknoten, Fieber oder Gewichtsverlust kommen. Der Verlauf ist sehr individuell und die Krankheitsbilder können sich stark unterscheiden.
- Da das Immunsystem angegriffen wird, kommt es auch zu sogenannten opportunistischen Infektionen. Schwere Krankheiten wie Tuberkulose oder das Karposi-Sarkom sind möglich.
- Ohne Behandlung führt die HIV-Erkrankung zu AIDS. Dabei kommt es zu schweren Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Candidose der Speiseröhre, Wasting-Syndrom oder aktive Tuberkulose. Diese gelten als AIDS-definierende Erkrankungen.
Eine frühe Diagnose und Behandlung sind wichtig, um gefährliche Symptome und opportunistische Infektionen zu vermeiden.
Ist AIDS heilbar?
Aktuell sind weder eine AIDS-Erkrankung noch eine HIV-Infektion heilbar. Aber sie lassen sich mittlerweile sehr gut und sicher behandeln.
Eine vollständige Heilung, bei der das Virus vollständig aus dem Körper entfernt wird, ist bislang nicht möglich. Die moderne antiretrovirale Therapie (ART) kann die Virusvermehrung jedoch so stark unterdrücken, dass das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist.
Erkrankte, die erfolgreich behandelt werden, sind nicht mehr ansteckend. Ihre Viruslast liegt unter der Nachweisgrenze. Das wird auch „U=U“ genannt: Undetectable (nicht nachweisbar) = Untransmittable (nicht ansteckend).
Sie können ein nahezu normales Leben führen und erreichen heute fast die gleiche Lebenserwartung wie HIV-negative Menschen.
Behandlung von HIV und AIDS
Mit der antiretroviralen Therapie gibt es eine gut verträgliche und wirksame Behandlung für HIV-Erkrankte. Meist werden dafür täglich Tabletten genommen. Diese Medikamente verhindern die Vermehrung der Retroviren im Körper und schützen das Immunsystem.
Ein früher Therapiebeginn ist heute Standard – unabhängig vom Krankheitsstadium. Zusätzlich spielen Prävention, regelmäßige Tests und begleitende medizinische Versorgung eine zentrale Rolle.
Leben mit HIV und AIDS
Eine HIV-Infektion ist heute mit einer chronischen Krankheit vergleichbar. Positiv getestete Menschen sind heute nicht automatisch schwer krank. Mit frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung können Erkrankte ein weitgehend normales Leben führen und Familien gründen.
Diskriminierung bleibt für viele Menschen mit HIV aber weiterhin eine große Belastung. In unseren Einsatzländern leisten wir deshalb auch Aufklärungsarbeit, um Stigmata abzubauen oder betreuen Selbsthilfegruppen.
Was macht Ärzte ohne Grenzen gegen AIDS und HIV weltweit?
- Wir leisten Aufklärungsarbeit und stellen Präventionsmittel wie Kondome und PrEP bereit
- Wir bieten HIV-Tests an, die eine entscheidende Rolle spielen und den Zugang zur Behandlung ermöglichen
- Wir beraten Eltern, um die Übertragung von HIV von Mutter auf Kind zu verhindern
- Wir setzen uns für die Weiterentwicklung von Medikamenten, Forschung und einen fairen Zugang zu Medikamenten ein
Seit den frühen 1990er Jahren engagieren wir uns in der Behandlung von Menschen mit HIV. Unser Fokus liegt dabei auf der Prophylaxe durch PrEP und der Zugang für sogenannte Schlüsselgruppen. Das sind Personen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren. Dazu zählen Männer, die mit Männern Sex haben, Drogenkonsument:innen, Sexarbeiter:innen und Inhaftierte.
Außerdem fordern wir wiederholt den Zugang zu Tests und Medikamenten für unsere Patient:innen. Aktuell setzten wir uns dafür ein, den Wirkstoff Lenacapavir verwenden zu können.
FAQ zu AIDS und HIV
AIDS und HIV sind Themen, die viele Menschen betreffen, aber noch immer von Mythen und Unsicherheiten umgeben sind. Wir haben Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Übertragung, Behandlung und Prävention gesammelt.