Hanna Spegel13.09.2016

Wie Innovationen beim Helfen helfen – das Ars Electronica Festival 2016

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Was ist das Gold unserer Zeit? Empathie, so lautet eine der Antworten des Ars Electronica Festivals 2016. Lesen Sie im Rückblick, welche Innovationen Ärzte ohne Grenzen präsentierte und wie man selbst aktiv werden kann, um Hilfsprogramme zu unterstützen.

Das Ars Electronica Festival widmet sich seit 30 Jahren der Schnittstelle zwischen Technologie, Kunst und Gesellschaft. Dieses Jahr präsentierten über 500 KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und UnternehmerInnen von 8. bis 12. September in Linz ihre zukunftsweisenden Projekte und Ideen. Ein Ausstellungsbereich mit dem Titel „AlchemistInnen unserer Zeit“ beleuchtete in der POSTcity die Frage nach dem Gold unserer Zeit. Ist es Empathie, Mitgefühl, Solidarität? Ärzte ohne Grenzen zeigte in diesem Zusammenhang, wie Innovationen ganz konkret die weltweiten Projekte der Organisation verbessern – und was es im Gegensatz dazu braucht, um auch ohne moderne Werkzeuge rasch Hilfe zu leisten.

In vielen Projekten geht es um die grundlegendsten Aspekte der humanitären Hilfe, wie der medizinischen Versorgung von PatientInnen in einer einfachen Zeltklinik. Ein digitaler Globus zeigte auch die Vielfalt dieser Hilfe: Von Kriegschirurgie in Jordanien über die Rettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer bis zum Aufbau eines temporären Krankenhauses aus innovativen Materialien nach einer Naturkatastrophe.

Sinnvoller als Pokémon Go: Landkarten für Einsatzteams erstellen

Um Menschen in Not zu erreichen, muss man auch wissen, wo sie sind – doch oft sind Landkarten für Gebiete wie die Demokratische Republik Kongo oder Madagaskar nicht verfügbar oder ungenau. Daher entwickelte Ärzte ohne Grenzen die kostenlose Smartphone-App „MapSwipe“, mit der User einfach selbst beim Kartografieren von Satellitenbildern helfen können. Edith Rogenhofer von Ärzte ohne Grenzen erklärt dazu im Ö1-Interview vor Ort in Linz:  

„Wir können nicht einfach ins Blaue hineinfahren und sagen: Da werden schon wo Leute sein. Sondern wir müssen wissen, wo die Menschen sind: Zum Beispiel um Planungen zu machen für eine mobile Klinik oder um eine Impfkampagne zu starten. Das macht eigentlich die Hilfe erst möglich. Jeder, der in Österreich oder in der Welt MapSwipe benützt, hilft den Kartografen, das Gebiet bereits einzugrenzen, wo Menschen in Not sitzen.“

Mit 360°-Videos ab nach Tansania – oder in den Libanon?

„Wie, wenn man selbst dort wäre!“, zeigt sich ein Besucher nach dem Video-Einblick beeindruckt. Dank der Unterstützung mit VR-Geräten von 3Hilft und Ars Electronica konnten Festivalgäste einen 360°-Einblick in das Leben syrischer Flüchtlinge in Jordanien gewinnen oder unseren Psychologen bei seiner Arbeit in Tansania begleiten.

So genannte „Virtual Reality“ wird nicht nur verwendet, um Aufmerksamkeit auf vergessene Krisen zu lenken. Unsere Teams in der Einsatzzentrale von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel verwenden beim Design von neuen Krankenhäusern 3D-Simulationen der Pläne. So können sich medizinische Teams virtuell einen Einblick verschaffen und Feedback zu den Entwürfen geben, bevor das tatsächliche Spital realisiert wird.

Das Magazin DIAGNOSE zeigt außerdem, warum uns Drohnen bei der Behandlung von Tuberkulose-Kranken in Papua-Neuguinea helfen und wie Telemedizin in unzugänglichen Krisenregionen funktioniert – diese Ausgabe können Sie hier übrigens kostenlos bestellen oder gleich online lesen.

Innovation und humanitäre Hilfe – zu diesem Thema präsentierte Edith Rogenhofer im Rahmen des “Weltlabors” auf der Bühne des Future Innovator Summit aktuelle Projekte von Ärzte ohne Grenzen. Die Präsentation in englischer Sprache können Sie hier ansehen:

Herzlichen Dank an dieser Stelle an das gesamte Team des Ars Electronica Festivals 2016 für die Einladung und großartige Unterstützung vor Ort! Alle Berichte sowie Fotos und Videos finden Sie im offiziellen Festival-Blog!

Wenn Sie unsere Hilfe selbst hautnah erleben möchten, freuen wir uns auf Ihren Besuch bei unserer Ausstellung „Hilfe aus nächster Nähe“, die ab 12. Oktober in Graz zu sehen sein wird:

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