D. R. Kongo

Ärzte ohne Grenzen übergibt Ebola-Aktivitäten

Ärzte ohne Grenzen unterstützte seit Beginn des Ebola-Ausbruchs Anfang Mai die Teams des kongolesischen Gesundheitsministeriums an vier Orten. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen halfen bei der Versorgung von 38 bestätigten Ebola-Patienten und -Patientinnen, von denen 24 überlebten und nach Hause zurückkehren konnten. Bedauerlicherweise starben 14 Patienten. Mehr als 120 weitere Patienten und Patientinnen mit Verdacht auf Ebola wurden isoliert, konnten aber aufgrund negativer Testergebnisse entlassen werden. Nun werden unsere Aktivitäten an das kongolesische Gesundheitsministerium und andere Nichtregierungsorganisationen in Mbandala, Bikoro, Itipo und Iboko übergeben. Sollte es keine bestätigten Fälle von Ebola mehr geben, wird der Ausbruch am 22. Juli offiziell für beendet erklärt werden.

Unser Notfallkoordinator in der Provinz Äquator, Henry Gray, sagt: „Dieser Ebola-Ausbruch ist noch nicht offiziell vorüber, aber wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, die gemacht wurden. In Anbetracht der niedrigen Fallzahl und der wachsenden Expertise des Personals vor Ort ist das Gesundheitsministerium gut aufgestellt, um die Arbeit, die wir gemeinsam gestartet haben, zu Ende zu führen.“

Die Übergabe wurde am 20. Juni durch die Schließung des Ebola-Transit-Zentrums im Allgemeinkrankenhauses in Itipo eingeleitet. Alle weiteren Verdachtsfälle werden nun in dem nahe gelegenen Ebola-Behandlungszentrum, das von der Organisation ALIMA geführt wird, behandelt. Außerdem übernimmt die Organisation die Kontaktaufnahme und die Überwachungsmaßnahmen in den betroffenen Regionen und wird das Gesundheitsministerium im Tagesgeschäft einer Klinik für Ebola-Überlebende unterstützen.

Am 15. Juli soll letztes Ebola-Behandlungszentrum übergeben werden

Anschließend übergaben wir am 25. Juni das Ebola-Behandlungszentrum im Allgemeinkrankenhaus in Bikoro an Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, die weiterhin Menschen isolieren und testen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Ebola-Virus besteht. Auch alle Aktivitäten wurden dem Gesundheitsministerium und anderen Nichtregierungsorganisationen übergeben.

Am Rande von Mbandaka hatten wir ein Ebola-Behandlungszentrum mit 40 Betten errichtet, das nun abgebaut wird. Eines unserer Teams baut derzeit allerdings noch eine kleine Isoliereinheit im Allgemeinkrankenhaus des Ortes auf.

Das Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinkrankenhauses in Iboko wird die letzte von uns unterstützte Einrichtung sein, die am 15. Juli an das Gesundheitsministerium übergeben wird. In der Zwischenzeit werden wir die Überwachung und Öffentlichkeitsarbeit fortsetzen und das Krankenhaus bei der pädiatrischen Versorgung sowie der Infektionsprävention und -kontrolle innerhalb der Einrichtung unterstützen.

Seit dem 6. Juni wurden keine neuen Ebola-Fälle mehr gemeldet

Seit dem 6. Juni wurden keine neuen Ebola-Fälle mehr gemeldet. In Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben wir die "Ringimpfung" aller Kontaktpersonen bestätigter Ebola-Patienten sowie der Kontakte der Kontaktpersonen abgeschlossen. Sie wurden mit dem Ebola-Impfstoff rVSVDG-ZEBOV-GP geimpft. Ebenso wurde die Impfung von Gesundheitspersonal in den Gesundheitszonen Bikoro und Iboko abgeschlossen Allein in diesen beiden Orten impften wir etwa 1.673 Menschen, zur Zielgruppe gehörten auch Bestatter, traditionelle Heiler und Taxifahrer. Insgesamt wurden 3.199 Menschen geimpft.

Der Ebola-Ausbruch wird von den kongolesischen Gesundheitsbehörden offiziell für beendet erklärt werden, wenn 42 Tage (zwei Mal die maximale Inkubationszeit von Ebola) ohne einen neuen bestätigten Fall vorübergegangen sind.

Menschen sind viel häufiger von Malaria Cholera oder Vertreibungen betroffen

"Wir sind erfreut über die weitreichenden internationalen Reaktionen auf diesen Ebola-Ausbruch“, fasst Henry Gray zusammen. „Doch sind Menschen in der D. R. Kongo viel häufiger von Malaria, Masern, Cholera oder gewalttätigen Vertreibungen betroffen, als von Ebola. Zusätzlich zu den medizinischen Aktivitäten, die wir bereits gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium in der D. R. Kongo durchführen, reagieren wir jetzt auf einen neuen Cholera-Ausbruch in Mbuji Maji, Provinz Ostkasai, und evaluieren, wie wir am besten auf die Folgen der jüngsten Gewalt in Tshikula, Zentralkasai, reagieren können."

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