Simbabwe

„Ich möchte jenen eine Stimme geben, die keine haben“

Der 17-jährige Mqondisi Mkandla aus Simbabwe berichtet im Interview über seine Erfahrungen mit HIV/Aids und seine Teilnahme an der Welt-Aids-Konferenz in Washington.

Mqondisi Mkandla ist 17 Jahre alt und kommt aus Simbabwe. Er besucht die St. Bernard’s High School in Bulawayo, der zweitgrößten Stadt in Simbabwe. Er ist Waise und lebt bei seiner Großmutter am Rande Bulawayos.

Mqondisi ist HIV-positiv. Er ist in Behandlung und engagiert sich im Kampf gegen die Stigmatisierung von Menschen, die mit HIV/Aids leben müssen. Er ist Mitglied des Mpilo Teen Club, einer Selbsthilfegruppe für Teenager mit HIV in seiner Stadt. In dieser Gruppe, die 2004 mit der Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) gegründet wurde, trifft Mqondisi Freunde, mit denen er gemeinsam Aktivitäten unternimmt.

Mqondisi ist sehr aufgeregt: Denn er wird in die Vereinigten Staaten reisen. Sein Ziel ist Washington, wo er an der Welt-Aids-Konferenz teilnehmen wird. Er wird dort über seine Erfahrungen berichten – und über die Herausforderungen, mit denen Jugendliche konfrontiert sind, die mit dem Virus leben müssen. Im Interview erzählt Mqondisi, was er sich von seiner Reise erwartet:

Wie fühlst du dich vor der Reise nach Washington?

Das erste, was ich sagen möchte, ist dass ich sehr froh bin, nach Washington reisen zu können. Es ist eine Ehre für mich, als Repräsentant meines Landes an der Welt-Aids-Konferenz teilnehmen zu dürfen, die eine wichtige Plattform ist. Ich bin enthusiastisch und fühle mich geehrt in die USA reisen zu dürfen. Und ich bin aufgeregt, weil es meine erste Reise überhaupt ist, es ist als ob ein Traum wahr wird.

Was erwartest du dir von der Welt-Aids-Konferenz?

Meine größte Erwartung ist, dass die Konferenz es mir ermöglicht, meine Erlebnisse zu teilen und die Menschen so über Probleme in Zusammenhang mit HIV und Aids aufklären zu können. Ich möchte jenen eine Stimme geben, die keine haben, und ich möchte über die Herausforderungen berichten, mit denen die Kinder und Jugendlichen Zuhause konfrontiert sind. Auch will ich mehr über HIV und Aids lernen.

Was ist die wichtigste Nachricht, die du nach Washington mitnimmst?

In Anbetracht meines persönlichen Hintergrunds, ist dies meine Kernaussage und zugleich die Empfehlung, die ich in Washington machen werde: Die Menschen sollen dazu ermutigt werden, sich testen zu lassen, vor allem Jugendliche. Und sie sollen wissen, dass das Leben weitergeht, auch wenn der Test positiv sein sollte.

Was haben deine Freunde über deine Reise gesagt, was haben sie dir empfohlen?

Meine Freunde sind sehr aufgeregt darüber, dass ich die Chance bekommen habe, sie und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert werden, auf einer Plattform wie die Welt-Aids-Konferenz zu repräsentieren. Sie sind sehr froh darüber, dass ich als ihr Botschafter und Vertreter hinfahre.

Warum ist es für dich wichtig, deine persönlichen Geschichten mit anderen zu teilen?

Ich glaube, es ist wichtig meine persönlichen Erfahrungen zu teilen, um andere Menschen zu stärken und ihnen zu zeigen, wie man sein Leben stressfrei leben kann und wie man wieder positiver in die Zukunft blicken kann – ungeachtet des HIV-Status oder der Krankheiten die man hat.

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