Kenia

Neues Ernährungsprogramm im Nordwesten Kenias

Ärzte ohne Grenzen hat im Distrikt Turkana im Nordwesten Kenias ein Programm zur Behandlung mangelernährter Kinder gestartet. Die Teams arbeiten in den Regionen Lapur und Kibish, in denen bislang nur sehr wenige Hilfsorganisationen tätig sind.

In Lapur betreibt Ärzte ohne Grenzen fünf mobile Kliniken, die sich vor allem um die medizinische Behandlung von Kinder unter fünf Jahren kümmern. 132 schwer mangelernährte Kinder wurden in ein ambulantes therapeutisches Ernährungsprogramm aufgenommen. Zusätzlich unterstützt die Organisation eine Behandlungsstation für mangelernährte Kinder im staatlichen Krankenhaus in Lokitang.Ärzte ohne Grenzen verteilt gezielt Lebensmittel an mangelernährte Familien in Lapur und Kibish. Die Teams haben damit begonnen, 46.000 Kilogramm Ergänzungsnahrung an etwa 6.000 Personen auszugeben.Bereits Anfang Juli hatten Mitarbeiter bei einer Untersuchung der Ernährungssituation in mehreren Dörfern der Region einen sehr hohen Anteil mangelernährter Kinder festgestellt. Die Teams messen dafür den Umfang des Oberarms. 23 Prozent der Kinder zeigten dabei Anzeichen akuter Mangelernährung – ab 15 Prozent spricht man von einer Notsituation. Dieses Ergebnis macht einen Nothilfeeinsatz notwendig, auch wenn die Ergebnisse nicht auf den gesamten Distrikt übertragbar sind. Die ansässige Bevölkerung ist offenbar stärker von Mangelernährung betroffen als die Nomaden, die in der Gegend siedeln.

Ärzte ohne Grenzen führt am Horn von Afrika Ernährungsprogramme in sieben Regionen Somalias, in den Flüchtlingslagern Dadaab in Kenia und Dolo Ado in Äthiopien sowie in Dschibuti durch. Die Mitarbeiter behandeln 949 schwer mangelernährte Kinder stationär, bei denen akute Lebensgefahr besteht, und versorgt 13.203 Kinder in einem ambulanten Programm. 6.947 Kinder und 5.000 Schwangere und stillende Mütter erhalten Zusatznahrung. Insgesamt behandelt und versorgt Ärzte ohne Grenzen in seinen Ernährungsprogrammen am Horn von Afrika 26.099 Personen.

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