Ärzte ohne Grenzen verurteilt Tötung des vierzehnten Mitarbeiters bei israelischem Angriff in Gaza

02.10.2025
Am Morgen des 2. Oktober 2025 wurde Omar Hayek, ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, bei einem Angriff der israelischen Streitkräfte getötet; vier seiner Kolleg:innen wurden schwer verletzt. Der Angriff ereignete sich auf einer Straße, wo das Team der Hilfsorganisation auf den Bus wartete, der sie ins Feldkrankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Deir al Balah, Gaza, bringen sollte. Alle Mitarbeitenden trugen Westen von Ärzte ohne Grenzen, die sie eindeutig als medizinische humanitäre Helfer:innen auswiesen.

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Ärzte ohne Grenzen ist zutiefst erschüttert und empört über diesen tödlichen Angriff, der weniger als zwei Wochen nach dem Tod eines weiteren Kollegen, Hussein Alnajjar, durch die israelischen Streitkräfte in Deir al Balah geschehen ist. Das Mitgefühl der Hilfsorganisation gilt der Familie von Omar Hayek und seinen Kolleg:innen in dieser schweren Stunde. Er war 42 Jahre alt und ist der vierzehnte Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, der seit dem 7. Oktober 2023 in Gaza getötet wurde.

Omar Hayek war ein zurückhaltender Mann von großer Güte und höchster Professionalität. Seit Juni 2018 arbeitete er als Ergotherapeut in einer Klinik von Ärzte ohne Grenzen in Gaza-Stadt und widmete sein Leben der Wiederherstellung von Kraft und Würde für Tausende von Patient:innen. Er blieb lange in Gaza-Stadt, bevor er am 13. September schließlich in den Süden floh – aufgrund unablässiger Angriffe und Vertreibung durch die israelischen Streitkräfte, die behaupteten, dort sei Sicherheit zu finden. Nun wurde er an einer Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit getötet. Omar Hayek war der einzige Versorger seiner Familie, seit sein Vater verstorben und sein jüngerer Bruder getötet worden war.

Mehrere weitere Gesundheitskräfte, Familienangehörige von Mitarbeitenden und Personal von Ärzte ohne Grenzen wurden bei dem heutigen Angriff schwer verletzt. Einer der Mitarbeitenden der Organisation ist wegen Verletzungen durch Granatsplitter in kritischem Zustand.

Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sie sich auf dem Weg zur Arbeit – mitten in den andauernden genozidalen Handlungen in Gaza, durch die schon zahlreiche Mitarbeitende des Gesundheitswesens getötet, bedroht oder inhaftiert wurden – darunter Dr. Mohamed Obeid, ein Chirurg von Ärzte ohne Grenzen, der ohne formelle Anklage in Haft ist.

Während Hunderttausende Menschen weiterhin aus dem Norden Gazas in den Süden gedrängt werden – angeblich zu ihrer Sicherheit – werden sie überall im Gazastreifen angegriffen und getötet. Nirgendwo in Gaza ist es sicher. Die gesamte Bevölkerung wird seit fast zwei Jahren ausgehungert und belagert. Ärzte ohne Grenzen fordert ein Ende des Blutvergießens und ein Ende des Genozids. Es braucht einen sofortigen Waffenstillstand.

Werner Reiter

Werner Reiter

Press Officer