Bundespräsident empfing Ärzte ohne Grenzen: „Schauen wir gemeinsam hin“

24.02.2024
Geschäftsführerin Laura Leyser und Logistiker Georg Geyer waren diese Woche beim österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Gemeinsam wurden aktuelle Krisen diskutiert.

Laura Leyser, Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen Österreich, war diese Woche gemeinsam mit Vorstandsmitglied Georg Geyer, der langjährige Einsatzerfahrung für die medizinische Hilfsorganisation hat, bei Bundespräsident Van der Bellen in der Hofburg zu Gast. Sie berichteten unter anderem über die aktuellen Herausforderungen von Ärzte ohne Grenzen wie die humanitäre Lage in Gaza und Sudan.  

 „Ärzte ohne Grenzen steht immer auf der Seite der Menschlichkeit. Wir leben in einer Zeit, in der sich Krisen häufen und auch immer komplexer werden. Das macht die unabhängige Nothilfe, die Ärzte ohne Grenzen liefert, so ungemein wichtig. Sie retten weltweit täglich Menschenleben und sind dabei immer ihren Prinzipien der Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität verpflichtet“, sagt Bundespräsident Alexander Van der Bellen.  

 Bei dem Gespräch, das in der Präsidentschaftskanzlei stattfand, boten Geschäftsführerin Laura Leyser und Vorstandsmitglied und Einsatzmitarbeiter Georg Geyer Einblicke in aktuelle Herausforderungen in Krisengebieten, in denen Ärzte ohne Grenzen in rund 75 Ländern tätig ist. Konkreter erläutert wurde die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Gaza, dem Sudan, für Menschen auf der Flucht oder auch im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten wie Noma.  

„Unser Fokus liegt immer einzig und allein darauf, das Leiden der Menschen zu lindern und Leben zu retten. Die Menschen, die am stärksten und am unmittelbarsten in Not sind, haben für Ärzte ohne Grenzen Vorrang“, erläutert Laura Leyser, Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen Österreich. „Während manche Konflikte wie Gaza auf großes mediales Interesse stoßen, stehen andere weniger im Rampenlicht. So ist das Ausmaß der Katastrophe, die sich seit April letzten Jahres im Sudan abspielt, weitgehend unbekannt.“ 

 Millionen Menschen sind derzeit aufgrund der anhaltenden Gewalt im Sudan vertrieben. Das Gesundheitssystem im Land steht vor enormen Herausforderungen. In den Geflüchtetencamps mangelt es an angemessener Gesundheitsversorgung und humanitärer Hilfe, an Wasser und Sanitäranlagen.  

 „Der Sudan darf nicht zu einer vergessenen Krise werden. Die humanitäre Hilfe ist bei weitem nicht ausreichend“, so Leyser. Ärzte ohne Grenzen ist in mehreren Regionen im Sudan tätig. Die Teams unterstützen Krankenhäuser, betreiben mobile Kliniken für Vertriebene, behandeln schwangere Frauen, Kranke und Verletzte und mangelernährte Kinder – in manchen Regionen ist die Nahrungsmittelknappheit so groß, dass alle zwei Stunden ein Kind stirbt. Ärzte ohne Grenzen stellt außerdem Wasser- und Sanitärdienstleistungen in Geflüchtetencamps bereit und spendet Medikamente und medizinische Hilfsgüter an Gesundheitseinrichtungen.  

 „Jeder Mensch in Not hat ein Recht auf Hilfe, unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Religion. Dafür steht Ärzte ohne Grenzen, dafür müssen wir alle stehen“, sagt Bundespräsident Alexander Van der Bellen.  

„Ich bedanke mich bei Ärzte ohne Grenzen für ihre wichtige Arbeit. Sie leisten humanitäre Nothilfe und bieten gleichzeitig Einblicke in die Lebensrealitäten ihrer Patient:innen.“ 

 Und Laura Leyser betont abschließend: „Es ist ermutigend, dass der Bundespräsident das Gespräch mit Hilfsorganisationen sucht und ein offenes Ohr für humanitäre Themen hat. Für uns ist es wichtig, dass wir das Staatsoberhaupt über Herausforderungen informieren, mit denen unsere Patient:innen sowie unsere Teams in Krisengebieten konfrontiert sind.“