2025
Im sudanesischen Darfur steigt die Zahl der Masernfälle rapide an. Seit September 2025 haben wir mehr als 1.300 Fälle registriert.
Wir fordern die Behörden auf, genug Masern-Impfstoffe zu ermöglichen. Derzeit gibt es viele bürokratische und administrative Hürden, die beseitigt werden müssen.
Masern ist eine Viruserkrankung, die schwere Folgen haben kann - insbesondere bei gefährdeten Kindern. Jedes Jahr sterben weltweit runda 100.000 Menschen an Masern.
Angesichts der brutalen Gewalt in Al-Faschir im Sudan, versuchen wir den Menschen bestmöglich zu helfen. In Tawila haben wir eine Gesundheitsstation eingerichtet. Dort leisten wir medizinische Nothilfe, kümmern uns um mangelernährte Kinder & behandeln Patient:innen, die extreme Gewalt erlebt haben. Was unsere Teams im Sudan berichten, macht uns sprachlos. Es gibt nicht genug humanitäre Hilfe im Sudan - sie muss dringend aufgestockt werden! Die Gewalt muss dringend enden. Dafür müssen internationale Akteure endlich wirksamen Druck auf die Konfliktparteien aufbauen.
Wir sorgen uns um die Menschen in Al-Faschir. Die Hauptstadt von Nord-Darfur wurde am Sonntag von den Rapid Support Forces (RSF) eingenommen, viele Menschen sind nun eingeschlossen.
Die Menschen brauchen sichere Fluchtwege und Schutz vor Gewalt!
Unsere Teams sind im 60 Kilometer entfernten Tawila im Einsatz und haben dort Dutzende Patient:innen aus Al-Faschir im Krankenhaus der Stadt aufgenommen. Wir sind vorbereitet und können auf einen anhaltenden massiven Zustrom Vertriebener und Verletzter in Tawila reagieren.
Nach parallelen Angriffen von SAF und RSF in der Region Darfur wurden 99 Verletzte - darunter Kinder - in unseren Einrichtungen behandelt. Vier waren bei ihrer Ankunft bereits verstorben. Die humanitäre Katastrophe spitzt sich weiter zu.
Aus Sicherheitsgründen mussten wir unsere Arbeit im Krankenhaus in Zalingei, Zentral-Darfur, einstellen. Am Abend des 16. August drangen bewaffnete Angehörige in die Klinik ein. Schließlich ist vor der Notaufnahme eine Handgranate detoniert. Eine Person wurde getötet, fünf weitere Menschen verletzt. Wir mussten daraufhin unsere Teams evakuieren und die Arbeit im Krankenhaus aussetzen.
Inmitten des Krieges erleben die Menschen im Sudan den schlimmsten Cholera-Ausbruch seit Jahren. Seit der ersten Meldung des Ausbruchs im August 2024 gab es im gesamten Land bis zum 11. August 2025 mehr als 99.700 Verdachtsfälle und mehr als 2470 Todesfälle.
Unser neuer Bericht „Besieged, Attacked, Starved“ („Belagert, Angegriffen, Ausgehungert“) zeigt, wie die Kriegsparteien im Sudan systematisch schwerste Verbrechen an der Zivilbevölkerung verüben. Vor allem in und um El Fasher in der Region Nord-Darfur im Südwesten des Landes.
Gewalt, Unsicherheit und Hunger bestimmen den Alltag der Menschen in Süd-Darfur im Sudan. Die Gesundheitsinfrastruktur ist in weiten Teilen zusammengebrochen, internationale Hilfen kommen nur unzureichend ins Land. Der neue Bericht „Voices from South Darfur” schildert die Lage der Bevölkerung in eindringlicher Weise und anhand vieler Augenzeugenberichte.
Am 15. April jährt sich der Ausbruch des Kriegs im Sudan zum zweiten Mal. Die Situation im Land hat sich zu einer der größten humanitären Krisen der Welt entwickelt.
In vielen Teilen des Landes gibt es weiterhin Angriffe auf die Infrastruktur wie wichtige Gebäude, Krankenhäuser, Straßen, Brücken und Märkte. Da es keine Anzeichen für eine Deeskalation gibt, verlagern sich die Fronten weiter, und der Krieg geht weiter. Politisch sind die Kriegsparteien weiter denn je von einem Waffenstillstandsabkommen entfernt.
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen sind im Land, um den betroffenen Menschen zu helfen.
Christopher Lockyear, Generalsekretär von Ärzte ohne Grenzen, hat vor dem UN-Sicherheitsrat auf die katastrophale humanitäre Lage im Sudan hingewiesen und ein entschlossenes internationales Engagement gefordert.
Der Krieg sei ein „Krieg gegen Menschen“, geprägt von wahllosen Bombardierungen, Massentötungen, sexualisierter Gewalt und der Blockade humanitärer Hilfe. Während Millionen von Menschen Hunger leiden und medizinische Versorgung fehlt, werde humanitäre Hilfe durch Bürokratie und Unsicherheit behindert.
Unsere Teams leisten medizinische Hilfe in elf sudanesischen Bundesstaaten.
Am 20. Februar hat der jüngste Cholera-Ausbruch im sudanesischen Bundesstaat Weißer Nil begonnen. Bis zum gestrigen Tag wurden insgesamt 2.718 Erkrankte in das Cholera-Behandlungszentrum im Kosti Teaching Hospital eingeliefert, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird.
92 Patient:innen sind verstorben. Unsere Teams arbeiten bei Behandlung und Eindämmung der Cholera eng mit dem Gesundheitsministerium des Bundesstaats zusammen.
Im Geflüchtetenlager Samsam finden Kämpfe zwischen den Rapid Support Forces und den sudanesischen Streitkräften statt, die hunderttausende Menschen bedrohen, die bereits davor Beschuss und Hunger ausgesetzt waren. Wir sind besorgt um die Sicherheit der Zivilist:innen und unserer Kolleg:innen.
Die Ernährungslage im Sudan ist bereits jetzt katastrophal, sie könnte sich in diesem Jahr weiter verschlechtern. Es braucht ein sofortiges Handeln internationaler Geberländer, der Konfliktparteien im Sudan und ihrer Verbündeten, um weitere vermeidbare Todesfälle durch Mangelernährung zu verhindern.
Am Morgen des 1. Februar schlug ein Sprengsatz der RSF-Miliz in einem Markt in Omdurman im Bundesstaat Khartum ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei dem Anschlag 54 Menschen getötet und 158 verletzt. Zahlreiche Patient:innen, Leichen und Familienangehörige trafen im Al-Nao-Krankenhaus ein, wo Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Unsere Teams berichten von schrecklichen Szenen.
Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, alle medizinischen Aktivitäten im Baschair-Krankenhaus aufgrund der anhaltenden Angriffe auf die Einrichtung, das Personal und die Patient:innen einzustellen. Wir verurteilen diese gewalttätigen Angriffe aufs Schärfste. Krankenhäuser müssen sichere Orte sein. Die Zivilbevölkerung, das Gesundheitspersonal und Gesundheitseinrichtungen müssen von den Kämpfen verschont bleiben, sie müssen von allen Kriegsparteien jederzeit respektiert und geschützt werden.
2024
Seit gestern Abend wird das Vertriebenenlager Samsam von den Rapid Support Forces (RSF) mit intensivem Beschuss angegriffen. Der Angriff hat im Lager Panik und erneute Massenvertreibung verursacht.
Wir haben gestern acht schwer verletzte Personen aufgenommen, darunter auch vierjährige Kinder. Vier kritisch verletzte Patient:innen wurden heute in eine andere Einrichtung gebracht, kurz bevor der Beschuss in der Nähe des Marktes und unseres Feldkrankenhauses erneut begonnen hat.
Patienten:innen und medizinisches Personal verlassen das Lager und versuchen, ihr Leben zu retten. Unser Krankenhaus ist jetzt leer. Die letzten drei Intensivpatient:innen, die noch auf Sauerstoff angewiesen waren, wurden unter gefährlichen Bedingungen evakuiert.
Da wir endlich 2.433 Kisten mit lebensrettender therapeutischer Fertignahrung und weiterem medizinischen Material erhalten haben, können wir unsere ambulante Arbeit im Geflüchtetenlager Samsam in Nord-Darfur wieder aufnehmen.
Aufgrund von wiederholten Blockaden und Behinderungen war unser Vorrat an therapeutischer Nahrung im September so knapp, dass wir unsere lebensrettende Behandlung von Kindern unter 5 Jahren inmitten einer schweren Ernährungskrise einstellen mussten.
Dieser Ernährungskrise kann nur mit einer kontinuierlichen Versorgung mit therapeutischen Nahrungsmitteln und Medikamenten begegnet werden. Ungehinderte und massive humanitäre Hilfe ist jetzt notwendig!
Wir sind zutiefst besorgt über die eskalierende Gesundheitskrise in Süd-Darfur, Sudan. Vor allem Mütter und Kinder sind von vermeidbaren Krankheiten betroffen. Zwischen Januar und August 2024 verzeichneten wir in unseren Kliniken in Nyala und Kas 46 Todesfälle von Müttern und 48 Neugeborenen. Zusätzlich leidet ein Drittel der Kinder unter zwei Jahren an Mangelernährung. Wir fordern mehr internationale Hilfe, um die humanitäre und medizinische Versorgung dringend zu verbessern.
Die anhaltende humanitäre Krise im Sudan ist die schlimmste, die das Land je erlebt hat. Seit Kriegsausbruch vor 500 Tagen sind Zehntausende Menschen durch den Konflikt verletzt oder getötet worden. Das Ausmaß an Mangelernährung, insbesondere bei Kindern, ist alarmierend.
Zwischen Jänner und Juni 2024 haben unsere Teams im Sudan:
- 21.316 Fälle von Mangelernährung mit therapeutischer Nahrung behandelt.
- 378.211 Patient:innen ambulant behandelt.
- 2.541 Operationen durchgeführt.
- 85.000 Notfallbehandlungen durchgeführt.
Aber wir können diese Krise nicht alleine bewältigen. Die internationale Gemeinschaft muss reagieren. Die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen müssen alle nötigen Maßnahmen ergreifen, damit die verfügbaren Zugangswege in vollem Umfang genutzt werden.
Die Kriegsparteien und die Staaten, die Einfluss auf sie haben, müssen den Schutz der Zivilbevölkerung, des medizinischen Personals und der medizinischen Einrichtungen gewährleisten.
Die therapeutische Nahrung, um mangelernährte Kinder im Lager Zamzam, Sudan, zu behandeln, reicht nur noch für zwei Wochen. Leider müssen wir die Zahl der Kinder, die wir behandeln, seit gestern begrenzen, weil die RSF unsere Lieferwagen blockiert.
Ohne Behandlung laufen Kinder mit schwerer Mangelernährung Gefahr, innerhalb von 3-6 Wochen zu sterben. In unserem Krankenhaus in Zamzam liegt die Bettenbelegung der Station für Mangelernährung bei 126%. Viele Kinder befinden sich in einem sehr kritischen Zustand.
Unsere 3 Lastwagen, die lebensrettende medizinische Hilfsgüter - einschließlich therapeutischer Nahrung - nach Zamzam und El Fasher bringen, werden seit über einem Monat von der RSF in der Stadt Kabkabiya blockiert.
Wir fordern alle Kriegsparteien auf, humanitäre Hilfe über die Grenzen in den Sudan und über die Frontlinien hinweg zu ermöglichen. Die absichtliche Behinderung oder Verzögerung humanitärer Hilfslieferungen gefährdet das Leben tausender Kinder.
Das Saudi Krankenhaus in El Fasher, Sudan, in dem wir chirurgische Hilfe leisten, wurde erneut unter Beschuss genommen – es ist das 10. Mal, dass ein Krankenhaus in der Stadt seit Beginn der Kämpfe angegriffen wurde. Bei dem Angriff wurden 25 Menschen verletzt und 3 getötet.
Saudi ist das wichtigste Krankenhaus für Frauen, Kinder und Kriegsverletzte in El Fasher. Seit dem 10. Mai wurden über 2.170 Verwundete im Saudi Hospital behandelt, ca. 300 sind gestorben. Die Einrichtung wurde durch den jüngsten Anschlag beschädigt, ist aber noch in Betrieb.
Aufgrund der massiven Gewalt, die auch vor medizinischen Einrichtungen nicht Halt macht, mussten wir unsere Arbeit im Türkischen Krankenhaus in Khartum beenden. Bedrohungen und tätliche Angriffe gegen unsere Mitarbeitenden haben die Entscheidung unumgänglich gemacht.
Sie bedeutet, dass im Türkischen Krankenhaus künftig keine Operationen mehr möglich sind. Die Zukunft des Krankenhauses, das Patient:innen weit über Khartum hinaus versorgt, steht damit infrage.
Wir fordern die Kriegsparteien auf, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schützen. Die sudanesischen Behörden müssen dringend die Blockade aufheben, die verhindert, dass medizinische Güter und humanitäres Personal in die von den RSF kontrollierten Gebiete gebracht werden können.
In der Nacht zum Freitag, 21. Juni, haben die Rapid Support Forces (RSF) die Apotheke des von uns unterstützten saudischen Krankenhauses in Al Faschir beschossen. Eine Apothekerin wurde dabei getötet und die Apotheke wurde beschädigt. Es ist die einzige Gesundheitseinrichtung mit chirurgischen Kapazitäten in der Stadt. Das Krankenhaus ist weiterhin geöffnet, aber es ist nur noch teilweise funktionsfähig. Es ist das achte Mal, dass in den letzten sechs Wochen ein Krankenhaus in der Stadt getroffen wurde.
Wir mussten unsere Aktivitäten im Süd-Krankenhaus in Al-Fashir, Nord-Darfur, einstellen, nachdem RSF-Soldaten die Einrichtung gestürmt, das Feuer eröffnet und die Klinik geplündert sowie einen Krankenwagen von uns gestohlen hatten.
Zum Zeitpunkt des Überfalls befanden sich dort nur 10 Patient:innen sowie ein reduziertes medizinisches Team, da unsere Teams und jene des Gesundheitsministeriums Anfang der Woche damit begonnen hatten, Patient:innen und medizinische Versorgung in andere Einrichtungen zu verlegen.
Das Süd-Krankenhaus war das wichtigste Krankenhaus für die Behandlung von Kriegsverletzten in Al-Fashir, das einzige, das für die Behandlung von Massenunfällen ausgestattet war. Zwischen dem 10. Mai und dem 6. Juni, wurden mehr als 1.300 Verwundete im Krankenhaus behandelt.
Am Nachmittag des 25. Mai wurde ein Mitglied unseres Teams in Al Fashir getötet, als sein Haus, das sich in der Nähe des Markts der Stadt befand, beschossen wurde. Wir sprechen seiner Familie unser tiefstes Beileid aus. Er war einer unserer Wachmänner in unserer Apotheke und hatte dienstfrei, als der Angriff stattfand. Er wurde sofort ins Süd-Krankenhaus gebracht, erlag aber leider seinen Verletzungen.
Vor einem Jahr, am 15. April 2023 ist der Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) eskaliert. Seitdem wird in vielen Teilen des Landes erbittert gekämpft – von Schießereien, Granatenbeschuss, Luft- und Messerangriffen bis zu direkten Angriffen auf die Zivilbevölkerung wie Folter, Missbrauch und sexuelle Gewalt.
Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. 25 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 14 Millionen Kinder. In Flüchtlingslagern im Sudan und in den Nachbarländern fehlt es an medizinischer Versorgung, Nahrung, Wasser und sanitären Anlagen.
Seit Ausbruch des Krieges haben wir mehr als 30.000 mangelernährte Kinder behandelt, 4.674 Operationen durchgeführt und 519.407 ambulante Konsultationen abgehalten.
Doch der Hilfsbedarf ist enorm.
Geflüchtete im Sudan leben unter katastrophalen Bedingungen. Das zeigt auch eine Erhebung von Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Samsam in Nord-Dafur. Die Notfallschwelle für Mangelernährung ist dort erreicht, die Sterblichkeitsrate sehr hoch. Bei fast einem Viertel der untersuchten Kinder wurde eine akute Mangelernährung festgestellt, wobei sieben Prozent von schwerer Mangelernährung betroffen waren.
Seit Monaten sind die Bewohner:innen von Khartum im Sudan zunehmend von Gesundheitsversorgung abgeschnitten. Wenige medizinische Einrichtungen sind noch funktionsfähig, drei Millionen Einwohner:innen haben kaum Zugang zu lebensrettenden medizinischen Behandlungen.
„Viele Menschen sind aufgrund der anhaltenden Kämpfe bereits aus Khartum geflohen. Es gibt aber immer noch viele, die es sich entweder nicht leisten konnten, zu fliehen oder aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes oder der Sicherheitslage nicht in der Lage dazu waren und nun große Schwierigkeiten haben, lebenswichtige Behandlungen zu erhalten“, erklärt Jean-Guy Vataux, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen im Sudan.
Wir haben eine retrospektive Mortalitätsstudie unter sudanesischen Geflüchteten im Tschad durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie werfen ein neues Licht auf das Ausmaßund die Intensität der ethnischen Gewalt in West-Darfur, die im vergangenen Juni eskalierte. Besonders alarmierend war die Gewalt in der Region um El Geneina, der Hauptstadt von West-Darfur.
2023
Seit sechs Monaten behandeln unsere Teams, die unter anderem durch Luftangriffe, Explosionen und Granatenbeschuss verletzt wurden. Mehr als fünf Millionen Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht, die Flüchtlingslager sind stark überfüllt. Darüber hinaus gibt es große Engpässe bei der humanitären Versorgung. Wir fordern größere internationale Aufmerksamkeit und eine Ausweitung der humanitären Unterstützung.
Gegen 7:20 Uhr wurde das von uns unterstützte Al Nao Krankenhaus in Khartum angegriffen. Eine Granate traf die Notaufnahme und tötete zwei Angehörige von Patient:innen. Fünf Menschen wurden verletzt und sofort in andere Einrichtungen gebracht.
Weitere vier Granaten explodierten in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses, töteten zwei weitere Menschen und verletzten mehrere andere.
Wir sind schockiert und empört, dass ein voll funktionsfähiges Krankenhaus getroffen wurde. Wir fordern wiederholt, dass medizinische Einrichtungen und das Leben der Zivilbevölkerung geschützt werden müssen.
"Die Kämpfe in Nyala, Süd-Darfur, dauern an. Gezielte und wahllose Angriffe auf Zivilist:innen haben ein katastrophales Ausmaß erreicht, und alle Straßen in und aus dem Gebiet sind durch die Kämpfe praktisch abgeschnitten.
Unsere Mitarbeiter:innen, die zusammen mit Zehntausenden anderen Zivilist:innen in dem Gebiet festsitzen, haben uns herzzerreißende Geschichten erzählt.
Nach den Kämpfen in Nyala mussten sie Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde begraben. Die Märkte und Wohngebiete wurden zu Schlachtfeldern. Die Märkte und Wohngebiete wurden zu Schlachtfeldern."
Anna Bylund, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen im Sudan
Visaanträge für einiger unser Notfallmitarbeiter:innen - darunter Chirurg:innen, Krankenpfleger:innen und andere Spezialist:innen - stehen seit mehr als acht Wochen aus. Ohne die dringende Erteilung von Visa durch die sudanesischen Behörden könnten wir bald gezwungen sein, unsere Unterstützung für eines der Krankenhäuser in Khartum einzustellen.
"Neben der Erteilung der bereits beantragten Visa appellieren wir an die sudanesischen Behörden, transparente Verfahren für die Visabewilligung einzuführen. Es muss uns möglich sein, Personal im Land regelmäßig zu ersetzen."
- Claire Nicolet, unsere Notfallkoordinator:in im Sudan
Seit der Eskalation des Konflikts im Sudan sind nach Angaben des UNHCR rund 150.000 Menschen in den Tschad geflohen.
Unsere Teams impfen Kinder in Flüchtlingslagern an der Grenze, um sie vor Masern zu schützen. Außerdem untersuchen und behandeln wir Kinder auf akute Mangelernährung.
Im Sudan ist die politische Lage weiterhin angespannt. Über 1000 Mitarbeiter:innen von Ärzte ohne Grenzen helfen im Sudan, wo verschiedene Gruppen brutal kämpfen. Unter ihnen ist ein OP-Team im Bashair Teaching Hospital in Khartoum. Das Team besteht aus Chirurg:innen, Anästhesist:innen, Pflegekräften und OP-Personal.
Seit Beginn der Kämpfe im April konnte das Krankenhaus gar nicht oder nur eigenschränkt arbeiten. Es fehlt an Personal und Equipment. Freiwillige haben das Krankenhaus wieder in Betrieb genommen und Ärzte ohne Grenzen unterstützt mit einem Chirurgenteam.
Unsere Teams setzen alles daran, den Menschen im Sudan die dringend benötigte medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Wir sehen allerdings, dass der Bedarf an medizinischer Hilfe immer größer wird.
„Weitere Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen stehen bereit, in den Sudan zu reisen, sobald sie können. Andere Teams erarbeiten Pläne, um medizinische und humanitäre Hilfsgüter in den Sudan zu schicken", berichtet Kate Nolan, stellvertretende Einsatzleiterin.
Die Sicherheit unserer Teams hat nach wie vor oberste Priorität.
Im Sudan ist die aktuelle Lage weiterhin besorgniserregend. Derzeit geht nichts mehr. Die Flughäfen sind geschlossen.
Es gibt Kämpfe auf den Straßen. Daher können wir keine Hilfsgüter nach Nord-Darfur oder ins Land bringen. Der Tschad hat seine Grenze geschlossen.
Krankenhäusern gehen die medizinischen Vorräte zur Behandlung der Überlebenden aus. Das Blut für Transfusionen wird knapp. Bei der Anzahl der Verwundeten, die wir aufnehmen, werden die Vorräte bald aufgebraucht sein. Ohne diese lebenswichtigen Vorräte wird es zu weiteren Todesfällen kommen.
In Khartoum sind derzeit viele Menschen, darunter auch einige unserer Teams, eingeschlossen. Sie können keine lebenswichtigen medizinischen Güter an Krankenhäuser liefern – dabei brauchen diese dringend Nachschub. Sogar Rettungsautos werden zurückgeschickt – sie dürfen nicht durch, um Verletzte zu versorgen oder Leichen von den Straßen zu holen.
In Nord-Dafur hat das Team in den ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Kämpfe 136 verletzte Patient:innen versorgt – elf davon sind gestorben. Die Zahl steigt täglich. Alle anderen Krankenhäuer in der Gegend mussten schließen – entweder weil sie zu Nahe an den Kämpfen sind oder weil die Mitarbeitenden sie nicht erreichen können. Wir können daher auch keine Verletzten überweisen. Unsere Teams sind rund um die Uhr im Einsatz.
In Süd-Darfur wurde ein Gebäude von Ärzte ohne Grenzen geplündert. Der Weg in Gesundheitseinrichtungen ist für viele Menschen hier zu gefährlich geworden. Sie haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.
Seitdem der Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) am 15. April eskaliert ist, werden auch Zivilist:innen, Krankenwägen und Gesundheitseinrichtungen angegriffen. Unsere Teams bieten im Sudan auch jetzt lebensrettende medizinische Hilfe für alle an, die sie benötigen. Das können wir aber nur tun, wenn wir wissen, dass unsere Patient:innen und Mitarbeiter:innen in Sicherheit sind.
Wir fordern deswegen alle Konfliktparteien dazu auf den Schutz von Zivilist:innen, humanitären Helfer:innen und Gesundheitseinrichtungen zu respektieren. Nur so können wir weiterhin medizinische Hilfe leisten.