02.03.2026
Durch die plötzliche Schließung des Al-Hol-Geflüchtetenlagers am 22. Februar 2026 und das Chaos, das bereits vor der Schließung herrschte, haben tausende Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung verloren. Unter ihnen sind viele Kinder und chronisch Kranke.

Im Zuge der sich ändernden Machtverhältnisse und der damit verbundenen Unsicherheit waren viele humanitäre Organisationen gezwungen, ihre Aktivitäten einzustellen. Ärzte ohne Grenzen war als eine der wenigen Organisation bis zum Tag der Schließung in Al-Hol tätig und stellte Gesundheitsversorgung sowie sauberes Wasser für die Bewohner:innen zur Verfügung.

Zuvor war Ärzte ohne Grenzen mehrere Jahre lang in Al-Hol tätig. In dieser Zeit haben die Teams der Hilfsorganisation gesehen und dokumentiert, welcher Gewalt und Vernachlässigung die Menschen dort ausgesetzt waren.

„Sieben Jahre lang hat die internationale Gemeinschaft dieses System aufrechterhalten, in dem Menschen auf unbestimmte Zeit in der Wüste Nordostsyriens festgehalten wurden”, sagt Stephen MacKay, der für Ärzte ohne Grenzen die Programme in Syrien leitet. „Die plötzliche Schließung des Geflüchtetenlagers zeigt erneut, mit welcher Willkür die Menschen erst lange festgehalten und dann freigelassen wurden. Wieder gibt es keinen klaren, auf Rechten basierenden Plan für sie und ihre Zukunft. Über Jahre hat es die internationale Gemeinschaft nicht geschafft, grundlegende humanitäre Bedarfe sowie den juristischen Schwebezustand dieser Menschen anzugehen.”

Mehr Infos (auf Englisch): Syria: Closure of Al Hol camp leaves thousands without healthcare

Werner Reiter

Werner Reiter

Press Officer